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SALLE MODULABLE: See antasten wird «schwierig»

Ein Kulturgebäude im Bereich Inseli/Werft wäre bautechnisch möglich. Einsprachen von Landschaftsschützern scheinen aber programmiert.
Hugo Bischof
Der Bootshafen vor dem Inseli als Standort für die Salle Modulable: Diese Idee ist umstritten. (Bild: Manuela Jans)

Der Bootshafen vor dem Inseli als Standort für die Salle Modulable: Diese Idee ist umstritten. (Bild: Manuela Jans)

Wo soll die Salle Modulable, das in Luzern geplante Musiktheater, dereinst stehen? An einem der offiziellen Standortkandidaten (Theaterplatz, Inseli-Carparkplatz, Alpenquai-Schotterplatz)? Oder südlich des Inseli, anstelle der dortigen Bootsanlegeplätze, wie der frühere Luzerner Denkmalpfleger André Meyer nun anregt (gestrige Ausgabe)?

Interessant ist: Der Bereich Inseli/Werft stand schon einmal im Fokus. 2009 deklarierte eine von der Stiftung Salle Modulable in Auftrag gegebene Studie just diesen Bereich zu einem von zwei Wunsch-Standorten. Der zweite war der Motorboothafen Alpenquai.

Zusammen mit Musikhochschule

Verfasser dieser Studie war der Luzerner Architekt Marc Syfrig. Er erinnert sich heute: «Ja, wir erachteten den Standort Inseli/Werft als ausgezeichnet.» Das Problem war, dass damals der Bau der Salle Modulable zusammen mit dem Neubau einer Musikhochschule Luzern geplant war. «Dafür war der Standort Inseli/Werft schlicht zu klein», so Syfrig.

Wie es diesbezüglich heute aussähe, kann Syfrig nicht beurteilen: «Dafür kenne ich das Raumprogramm der Salle Modulable zu wenig.» Immerhin: Die Musikschule ist jetzt an einem anderen Ort geplant, neben dem Musikschul­gebäude im Gebiet Südpol/Kriens.

13,8 Millionen für Aufschüttung

Bautechnisch dürfte der Bau einer Salle Modulable am Südende des Inseli keine unüberwindlichen Schwierigkeiten bieten. Für die notwendige Aufschüttung, respektive den Bau einer auf Pfählen stehenden Plattform im See rechnete die Studie 2009 mit Kosten von 13,8 Millionen Franken. Die Pläne für eine Salle Modulable am Südende des Inseli wurden wegen des Widerstands des Landschaftsschutzverbands Vierwaldstättersee (LSVV) ad acta gelegt.

Wie stellt sich der LSVV heute zum Standort Inseli/Werft? «Wir haben das im Vorstand noch nicht besprochen», sagt LSVV-Geschäftsstellenleiter Hans-Niklaus Müller. «Aber für mich ist klar: Im See oder in unmittelbarer Seenähe dürfen keine neue Bauten entstehen.» Laut Müller gehören der See und die Unterwasser-Vegetation «zu Recht zu den am besten geschützten Zonen». Der LSVV hat in den letzten Jahren den Ausbau des Segelbootshafens Tribschen bis vor Bundesgericht bekämpft – «und von diesem Recht bekommen», sagt Müller. «Auch gegen einen Standort Inseli/Werft für die Salle Modulable würden wir Einsprache einreichen.»

Noch dreieinhalb Jahre Zeit

Das könnte wiederum zu jahrelangen Verzögerungen führen. Immerhin: Die Stiftung Salle Modulable hat nun noch fast dreieinhalb Jahre lang Zeit, das Projekt aufzugleisen. Bis Ende 2018 müssen alle Nachweise für die Realisierbarkeit vorliegen; das wurde mit dem Trust vereinbart, der die Gelder verwaltet, die der 2010 verstorbene Christof Engelhorn für den Bau der Salle Modulable in Aussicht gestellt hatte.

Völlig ausgeschlossen ist eine Beanspruchung von Seegrund nicht. Dafür müssten aber «entweder die Standortgebundenheit oder ein öffentliches Interesse nachgewiesen werden können», hiess es in einem Gutachten 2009.

Die Projektleitung Salle Modulable nimmt keine Stellung zum Standort Inseli/Werft. Tatsache ist, dass alle drei offiziellen Standorte in See- oder Flussnähe sind. «Es liegt nahe, dass deshalb im Rahmen der Standortevaluation auch Überlegungen einfliessen, wie nahe ans Wasser gebaut und inwiefern allenfalls sogar Seegrund tangiert werden könnte», sagt Rosie Bitterli, Leiterin des Projekts Neue Theater-Infrastruktur. «Im Wissen darum, wie schwierig die Bewilligungsfähigkeit und nahezu unmöglich ein Antasten von Seegrund ist.»

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