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SALLE MODULABLE: Springen Private für Kanton ein?

Ein Nein des Kantonsrats zum Projektierungskredit wäre das Aus für das Projekt, sagt Reto Wyss. Was das für das Luzerner Theater hiesse, lässt der Bildungsdirektor offen.
Interview Hugo Bischof
Bildungs- und Kulturdirektor Reto Wyss. (Archivbild / LZ)

Bildungs- und Kulturdirektor Reto Wyss. (Archivbild / LZ)

Interview Hugo Bischof

Voraussichtlich am Montagnachmittag entscheidet der Luzerner Kantonsrat über den Projektierungskredit von 7 Millionen Franken für die Salle Modulable. Nachdem das Geschäft gestern Abend auch von der Grünen Fraktion behandelt und abgelehnt wurde, zeichnet sich ein Nein ab. Bereits am Mittwochabend befassten sich die anderen fünf Kantonsratsfraktionen mit dem hoch umstrittenen Kredit. Die CVP steht «mehrheitlich» hinter dem Projekt, die SVP ist «grossmehrheitlich» dagegen, die FDP ist «mit knapper Mehrheit» dafür, die SP lehnt den Kredit «mehrheitlich» ab, und die GLP sagt Ja (Ausgabe von gestern).

Offen ist, ob der Abtraktandierungsantrag der SVP eine Mehrheit findet. Ein einfaches Mehr im 120-köpfigen Parlament reicht dafür. Im Gespräch mit unserer Zeitung sagt CVP-Bildungs­direktor Reto Wyss, welche Folgen der Kantonsratsentscheid für die «Salle» hat.

Reto Wyss, blicken Sie der Kantonsratssession vom Montag mit Bangen entgegen?

Reto Wyss: Ich bin auf das Resultat gespannt, von Bangen würde ich nicht sprechen. Schliesslich haben die Verantwortlichen alles unternommen, was als möglich und machbar empfunden wurde.

Sie haben als Vertreter des Regierungsrats die Salle Modulable stets unterstützt. Stehen Sie auch persönlich dahinter?

Wyss: Die Regierung hat sich deutlich für den Projektierungskredit ausgesprochen. Diesen Beschluss vertrete ich mit Engagement und Überzeugung.

Die vorberatende Spezialkommission des Kantonsrats lehnte den Projektierungskredit klar ab. Auch die Stimmung in den einzelnen Fraktionen ist skeptisch. Welche letzte Botschaft geben Sie den Parlamentariern mit?

Wyss: Der Projektierungskredit ermöglicht es, die aktuell noch offenen Fragen klären zu können. Diese Chance müssen wir unbedingt nutzen.

Im Stadtparlament sieht die Situation anders aus: Hier hat die vorberatende Spezialkommission den städtischen Projektierungskredit von 3 Millionen grossmehrheitlich gutgeheissen. Stimmt Sie dies zuversichtlich?

Wyss: Das ist sicher ein starkes und wertvolles Signal.

Die Projektierung des Projekts Salle Modulable kostet 12 Millionen Franken. Ist das nicht einfach zu viel?

Wyss: Für ein Projekt in dieser Grössenordnung und dieser Komplexität ist das eine realistische Summe.

Der Kanton soll 7 Millionen, die Stadt 3 Millionen und Private 2 Millionen übernehmen. Müssten sich die Privaten nicht stärker beteiligen?

Wyss: Das Thema wurde diskutiert. Die privaten Geldgeber, die die erarbeitete Studie finanziert haben, erwarten nun ein klares Bekenntnis der öffentlichen Hand, ob man hinter dem Projekt steht. Der Beschluss zum Projektierungskredit ist dafür ein klares Signal.

Was passiert, wenn der Kantonsrat den Projektierungskredit ablehnt? Ist die Salle Modulable dann gestorben?

Wyss: Wir haben immer klar festgehalten, dass eine Ablehnung des Projektierungskredits einem Ende des Projekts gleichkommt.

Könnte es sein, dass nach einem Nein des Parlaments dann doch Private in die Bresche springen und den Anteil des Kantons übernehmen?

Wyss: Davon gehe ich nicht aus.

Auch wenn das Kantons- und das Stadtparlament die Projektierungskredite bewilligen, gibt es für das Projekt Salle Modulable noch viele Stolpersteine. Worauf muss man aus Ihrer Sicht jetzt am meisten achten?

Wyss: Die weiteren Schritte in der Planung müssen sorgfältig angegangen und die Öffentlichkeit muss laufend gut über den Planungsprozess informiert werden, um das Vertrauen in das Projekt wachsen lassen zu können.

Falls die Salle Modulable nicht zu Stande kommt, was ist Ihr Plan B? Wie würde es dann mit dem Luzerner Theater weitergehen?

Wyss: Es gibt keinen Plan B. Im Falle einer Ablehnung müssten Stadt und Kanton gemeinsam prüfen, wie man mit der Infrastruktur des Luzerner Theaters umgehen will, die nur noch eine beschränkte Zeit genutzt werden kann.

Hinweis

Das Interview wurde schriftlich geführt.

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