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SALLE MODULABLE: Theaterplatz in Pole-Position

Für den Theaterplatz als Standort der Salle Modulable sprechen laut FDP auch verkehrs- technische Gründe. Und bei der GLP ist ein längst abgeschriebener Ort noch im Rennen.
Korintha Bärtsch, Grüne: «Das neue Haus darf kein High-Society-Projekt sein.» (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Korintha Bärtsch, Grüne: «Das neue Haus darf kein High-Society-Projekt sein.» (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Hugo Bischof

Ist der Carparkplatz beim Inseli als Standort für ein neues Theater überhaupt gross genug? Wie viele der stattlichen Bäume im Inseli-Park müssten für das Projekt Salle Modulable gefällt werden? Das sind Fragen, die in der Öffentlichkeit diskutiert werden, spätestens seit unsere Zeitung die engen Platzverhältnisse beim Inseli-Carparkplatz offenlegte (Ausgabe vom 29. Juni).

SP: «Grüne Lunge gefährdet»

Bereits deutlich gegen den Standort Inseli-Carparkplatz ausgesprochen hat sich die mitgliederstärkste Fraktion im Stadtparlament, die SP. Deren Fraktionschef Nico van der Heiden erklärte in unserer Zeitung: «Es erscheint uns recht klar, dass wir einen Standort beim Inseli nicht unterstützen respektive aktiv bekämpfen werden.» Die SP sieht dadurch die «grüne Lunge Inseli» gefährdet. Auch bei der Bevölkerung werde dieser Standort durchfallen. Van der Heiden fügt an: «Ein verkehrstechnisch bester Standort nützt nichts, wenn er in der Bevölkerung keinen Rückhalt geniesst.»

Offiziell sind für die Salle Modulable, für die der 2010 verstorbene Mäzen Christof Engelhorn 120 Millionen Franken in Aussicht gestellt hatte, noch drei Standorte im Rennen. Neben dem ­Inseli-Carparkplatz sind dies der heutige Theaterplatz sowie der Schotterplatz beim Motorbootshafen Alpenquai. Spätestens Ende Jahr muss die Firma Ernst Basler und Partner im Auftrag der Stadt eine Standortempfehlung abgeben.

Bis dahin gibts von Stadt und Kanton Luzern, die bei der Projektierung die Fäden ziehen, keine Auskunft zur Standortfrage. Unsere Zeitung hat dennoch bei allen politischen Parteien den ­«Salle-Puls» gefühlt. Alle betonen zwar, sie warteten grundsätzlich den offiziellen Standortentscheid ab. Dennoch lassen einige Antworten tief blicken.

GLP: «Bevölkerung mit einbeziehen»

Interessant ist eine Aussage von András Özvegyi, Fraktionschef der Grünliberalen (GLP): «Ganz wichtig scheint mir, dass die Luzerner Stadtbevölkerung mit einbezogen wird und der Bevölkerung nichts weggenommen wird, das sie in den letzten Jahren gewonnen oder für sich erobert hat, sprich das Inseli.» Das lässt sich als Statement gegen den Standort Inseli-Carparkplatz interpretieren. Die GLP habe ihren Standortfavoriten «noch nicht ausgiebig besprochen», sagt Özvegyi. Sein persönlicher Favorit sei der Theaterplatz.

Zur Verkehrserschliessung sagt Özvegyi: «Diese sollte im kleinräumigen Luzern bei allen Standorten kein Problem darstellen.» Und: «Parkplätze hat es mit den verschiedenen Parkhäusern auch genug in der Stadt.» Für Özvegyi ist auch der offiziell längst abgeschriebene Kasernenplatz noch im Rennen: «Dort wäre es eine städtebauliche Chance, einen grossen Schandfleck von Luzern zu beseitigen.»

FDP: Theaterplatz «ideal»

Bereits klar für den Theaterplatz ausgesprochen hat sich die FDP. Dieser müsse «klar priorisiert werden», hielt sie in einem Postulat Ende 2014 an den Stadtrat fest. Zum Standort Inseli gab FDP-Grossstadträtin Sandra Felder-Estermann damals ein vernichtendes Urteil ab. Dieser werde «auf enormen Widerstand stossen, nur schon weil das ­Bauen am See aus landschaftsschützerischen und ökologischen Gründen problematisch ist». Zudem könne die Määs nicht mehr in der bisherigen Form stattfinden.

Der Theaterplatz wäre «ideal», sagt jetzt auch FDP-Fraktionschefin Sonja Döbeli. Sie stellt dazu auch schon verkehrstechnische Überlegungen an. Sollte dereinst das Projekt Parkhaus Musegg mit einer Fussgängerpassage zum Falkenplatz realisiert werden, wäre das laut Döbeli ebenfalls ein Argument «für den Theaterplatz». Die FDP-Fraktionschefin fügt allerdings hinzu: «Persönlich sehe ich auch im Standort Inseli eine Alternative – insbesondere für einen möglichen Synergiegewinn mit dem KKL.»

SVP: Kommerzielle Anlässe

Standortfavorit ist der Theaterplatz auch bei der SVP. Deren Fraktionschef Marcel Lingg betont aber: «Die Standortfrage ist für mich persönlich kein ‹Killerkriterium› im Sinne, dass ich auf Opposition gehen würde, sollte nicht mein Favorit bestimmt werden.» Interessant sind Linggs Aussagen zur Verkehrserschliessung: Klar sei, dass der Transport des technischen Equipments «bis direkt vor das Haus gewährleistet sein müsste», sagt er. Bei den Besucherparkplätzen stelle sich aber die Frage, ob ein Fussweg von eini­gen wenigen hundert Metern «nicht zumutbar» sei. «Vor allem bei den Standorten Theaterplatz und Inseli wird diesbezüglich kaum ein grosser Unterschied auszumachen sein.»

Auch inhaltlich äussert sich Lingg pointiert: «Wichtig ist, dass das Haus nicht nur für ein kleines, elitäres Publikum ein Programm bietet, wie es beim Luzerner Theater heute leider der Fall ist.» Die Salle Modulable solle für publikumsintensive und kommerzielle Anlässe wie moderne Musicals zur Verfügung stehen: «Wieso soll sie dereinst nicht den Musicalstädten Zürich und Basel Konkurrenz bieten?» Andererseits müsse das neue Theaterhaus aber auch «für einheimische Kulturanbieter als Veranstaltungsort erschwinglich sein».

Grüne: «Für alle erschwinglich»

Bei den Grünen und den Jungen Grünen tönt es überraschend ähnlich. Auch für sie ist die Verkehrserschliessung «ein Argument unter vielen, die für den Standort angeschaut und bewertet werden müssen, und somit kein Killerkriterium», sagt Grünen-Fraktionschefin Korintha Bärtsch. Alle drei Standorte hätten noch immer die gleiche Ausgangslage. Bärtsch: «Wir haben uns in der Fraktion noch nicht für einen Standort ausgesprochen.» In der weiteren Planung müssten sich die verantwortlichen Player bewusst sein, «dass die Bevölkerung den Prozess und das neue Haus mitträgt – ebenso darf das neue Haus kein High-Society-Projekt sein, sondern muss für alle erschwinglich sein. Sonst wird die Umsetzung nicht gelingen, und das wäre schade.»

CVP: Euphorisch

Geradezu euphorisch äussert sich Grossstadtrat Michael Zeier-Rast als Sprecher der CVP-Fraktion zum Projekt. «Es handelt sich um einen aussergewöhnlichen Glücksfall für Stadt und Kanton Luzern, dass Stiftung und Trust wieder zusammengefunden haben und sich nun gemeinsam mit Kanton und Stadt für diese einmalige Chance der neuen Theaterinfrastruktur einsetzen.» Es handle sich um «eine Vision wie auch eine Chance, die es nun zu nutzen gelte, um mit diesem ganz speziellen, noch nicht vorhandenen Gebäude für die kulturelle wie auch die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt und des Kantons Luzern neue Impulse mit grosser Ausstrahlung zu geben». Für eine Beurteilung der drei Standortvarianten sei es aber noch zu früh, betont Michael Zeier-Rast.

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