Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Sammeltaxis sollen Pendler von Tür zu Tür bringen – allenfalls bald auch in Nidwalden

Mit den «Kollibri»-Minibussen testet Postauto derzeit einen neuen Fahrdienst. Das System wurde am Mittwoch in Emmenbrücke vorgestellt – und könnte demnächst in Nidwalden lanciert werden.
Stefan Dähler
Martina Müggler von Postauto präsentiert einen «Kollibri». Bild: Stefan Dähler (Emmenbrücke, 30. Januar 2019)

Martina Müggler von Postauto präsentiert einen «Kollibri». Bild: Stefan Dähler (Emmenbrücke, 30. Januar 2019)

Er ist klein und wendig – der Vogel Kolibri, der vor allem in den Tropen beheimatet ist. Nicht in den Tropen, sondern in der Region Brugg wird derzeit das Transportsystem «Kollibri» getestet. Der Name ist durch die Zusammenführung des Begriffs «Kollektiv» und der erwähnten Vogelart entstanden. Hinter dem Pilotversuch, der im Oktober 2018 begonnen hat und ein Jahr dauert, stehen die Postauto AG und verschiedene Partner wie die SBB, Amag, lokale Taxifirmen, die Stadt Brugg und der Kanton Aargau.

Das System wurde am Mittwoch am Mobilitätskongress des Kantons Luzern in der Viscosistadt Emmenbrücke vorgestellt: Kunden können via App ihren Abfahrts- und Zielort sowie die gewünschte Zeit angeben. Danach sammelt ein Minibus die Passagiere ein, die Route wird automatisch berechnet. «Das Ziel ist, dass die Fahrzeuge gut ausgelastet sind, daher fährt man nicht immer den direkten Weg», sagt Martina Müggler, Leiterin Strategie und Innovation bei Postauto. «Dafür bringt der Bus die Kunden von Tür zu Tür.»

Preis höher als im ÖV und tiefer als im Taxi

Bezahlt wird via Kreditkarte. Bargeld ist derzeit noch nicht möglich, könnte später aber zum Thema werden. Die Kosten variieren je nach Auslastung. «Am Abend und am Wochenende bezahlt man in der Regel etwas mehr», sagt Müggler. Grundsätzlich sei der Preis höher als im ÖV und günstiger als im Taxi. Kollibri ist nicht selbsttragend, sondern wird von den erwähnten Organisationen finanziell unterstützt.

Der Testbetrieb in Brugg läuft noch bis Oktober. «Wie es danach weitergeht und ob wir Kollibri in den lokalen ÖV integrieren können, werden wir zu gegebenem Zeitpunkt mit den Projektpartnern, dem Kanton Aargau und dem Bund besprechen», sagt Müggler. General-Abonnement und Halbtax sind derzeit in den Minibussen nicht gültig. Weiter laufen Abklärungen mit anderen Kantonen oder Städten, die an Kollibri interessiert seien. In der Zentralschweiz treffe das auf Nidwalden zu. «Hier sind wir mit dem Kanton, der Zentralbahn und den SBB in Kontakt.» Zum Zeitplan sagt Müggler:

«Im besten Fall
können wir noch
dieses Jahr starten.»

Die bisherigen Erfahrungen in Brugg seien positiv. «Wir haben rund 500 Nutzer, Tendenz steigend», sagt Müggler. Sechs Fahrzeuge mit jeweils sieben Plätzen gebe es, bei den Chauffeuren handle es sich um lokale Taxifahrer. Unterwegs sind die Kollibris normalerweise von 6 bis 24 Uhr, freitags und samstags bis 2 Uhr.

Der Test zeige, dass das Angebot nicht nur in ländlichen Gebieten genutzt werde. «Die meisten Fahrten gehen zum Bahnhof Brugg.» Als Konkurrenz zum bestehenden ÖV oder zu Taxis sei Kollibri aber nicht gedacht. «Wir sehen es mehr als Ergänzung für Leute, die ein Tür-von-Tür-Angebot schätzen oder benötigen, bisher mit dem Auto unterwegs gewesen und zeitlich flexibel sind», sagt Müggler. Denn im Gegensatz zum klassischen ÖV gebe es weder Fahrpläne noch Linien.

Bestellen kann man den Minibus weit im voraus, aber auch sehr spontan. Zuerst wird eine ungefähre Abfahrtszeit mitgeteilt, den genauen Zeitpunkt erfährt man spätestens 15 Minuten vor der Fahrt. Daher wird der «Kollibri» bisher vor allem am Abend genutzt und weniger am Morgen, wenn die Leute pünktlich einen Zug erwischen oder im Büro ankommen müssen.

Diese Ergänzungen zum ÖV gibt es bereits heute

Im Kanton Luzern existieren bereits Angebote, die den ÖV ergänzen. So fährt in Kriens der «Telebus». Er ersetzt ab 20 Uhr den Quartierbus und bringt die Leute von der Busschleife Kriens nach Hause oder umgekehrt. Es handelt sich um eine Art Sammeltaxi, das telefonisch bestellt werden kann. Getragen wird das Angebot von Freiwilligen, die Stadt Kriens leistet einen kleinen Beitrag. Eine Fahrt kostet je nach Distanz zwischen 6 und 11 Franken, für Mitglieder des Vereins Telebus, Jugendliche, Schüler und Studenten gibt es Ermässigungen.

Weiter gibt es in ländlichen Gebieten «Taxito». An fixen Haltestellen können Passagiere via SMS ihren Zielort melden, dieser erscheint auf einer Anzeige. So können vorbeifahrende Autofahrer die wartenden Passagiere mitnehmen. Lanciert hat das Angebot der Verkehrsverbund Luzern. Eine Fahrt kostet 2 Franken.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.