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SBB: Luzern verliert eine Direktverbindung zum Flughafen

Die SBB wollen einen Direktzug von Luzern nach Zürich Flughafen streichen. Dafür ernten die Staatsbahnen heftige Kritik. Ihr Gegenargument: Das Angebot werde für die Zentralschweiz dank der Streichung sogar besser.
Kilian Küttel
Ab Fahrplanwechsel im Dezember sollen Passagiere nicht mehr direkt von Luzern zum Flughafen reisen können. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern 27. März 2017)

Ab Fahrplanwechsel im Dezember sollen Passagiere nicht mehr direkt von Luzern zum Flughafen reisen können. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern 27. März 2017)

Die Verbindung sei attraktiv, sehr gut nachgefragt, und vor allem: von der Fahrzeit her unschlagbar. «Deshalb können wir nicht verstehen, wieso die SBB darauf verzichten wollen», sagt Frank Zimmermann von der Interessengemeinschaft öffentlicher Verkehr Zentralschweiz. Grund für sein Unverständnis sind die neusten Pläne der Bundesbahnen: Ab dem Fahrplanwechsel im kommenden Dezember fährt der heutige Direktzug um XX.10 Uhr von Luzern nach Zürich Flughafen nur noch bis zum Hauptbahnhof. Wer den Flughafen ohne Umsteigen erreichen will, muss den Zug um XX.35 Uhr nehmen. Allerdings verlängert sich die Reisezeit von heute 62 auf 72 Minuten. Das zumindest rechnet die IG öffentlicher Verkehr in einer Medienmitteilung vor.

Weshalb wollen die SBB die Verbindung streichen? Den Ausschlag dafür gibt laut SBB-Angaben eine Änderung im Raum Zürich. SBB-Sprecher Reto Schärli erklärt auf Anfrage unserer Zeitung: «Mit der vierten Teilergänzung der Zürcher S-Bahn ändern sich auch für den Fernverkehr die verfügbaren Trassen und möglichen sogenannten Durchbindungen. Die Züge von Luzern können nicht mehr im Flughafen Zürich enden und müssen in die Ostschweiz durchgebunden werden.»

Zug fährt weiter bis nach Konstanz

Schärli gibt zwar zu, dass sich die Reisezeit an den Zürcher Flughafen damit für einige Zentralschweizer verlängert. Unter dem Strich sei die neue Verbindung in Richtung Winterthur, Frauenfeld und Konstanz aber eine Bereicherung. Dazu sagt Zimmermann von der IG öffentlicher Verkehr: «Diese Möglichkeit ist sicher attraktiv, aber ein schwacher Trost.» Anders sieht das Karin Blättler, Präsidentin von Pro Bahn Zentralschweiz: «Das Reiseziel Konstanz wird von Zentralschweizern kaum genutzt.» Pro Bahn findet klare Worte für das Ansinnen der SBB: «Die Verschiebung des Flughafenzugs bedeutet für den Knoten Luzern und die Reisezeiten eine klare Verschlechterung. Die wichtigste Verbindung von Luzern wird so fahrlässig geschwächt.» Und auch die IG öffentlicher Verkehr wehrt sich «vehement gegen den Leistungsabbau», wie sie in ihrer Mitteilung schreibt. Der Abbau habe noch weitere Auswirkungen als die wegfallende schnelle Direktverbindung zum Flughafen. Zimmermann ist sich sicher, dass sich die Anschlüsse für Reisende aus Nid- und Obwalden sowie aus Richtung Wolhusen und Sursee «drastisch verschlechtern» würden, wenn der Flughafen-Zug in Luzern um XX.35 und nicht mehr um XX.10 Uhr abfährt.

Mit dem Fahrplanwechsel wird nicht nur die Verbindung zum Flughafen schlechter: Die Züge halten auch nicht mehr in Zürich Oerlikon. Für die SBB eine verschmerzbare Einschränkung: «Für Reisende nach Zürich Oerlikon stehen genügend Umsteigeverbindungen zur Verfügung. Ab 2021 werden die Interregio-Züge aus Luzern auch wieder in Oerlikon halten», so Reto Schärli. Denn der Flughafen-Zug soll gemäss SBB nur für die Jahre 2019 und 2020 entfallen, danach aber wieder eingeführt werden. Ein Versprechen, dem Frank Zimmermann nicht ganz glauben mag: «Wieso sollte man etwas einführen, nur um es zwei Jahre später wieder rückgängig zu machen?» Habe sich der Passagier erst einmal an etwas gewöhnt, sei es unwahrscheinlich, eine Änderung zurückzunehmen.

Für Zimmermann ist klar, dass er die Streichung des Flughafenzugs nicht einfach so hinnehmen will. Im Gegenteil: «Angesichts der touristischen Bedeutung Luzerns und als Kompensation für die jahrelange Vernachlässigung wäre sogar eine zweite, stündliche Direktverbindung angebracht.»

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