SBB zum Bau des Luzerner Durchgangsbahnhofs: «Platz wird für Pendler sicher kleiner»

Die SBB erarbeiten derzeit das Vorprojekt für den Durchgangsbahnhof Luzern. Das Projekt wird nur genehmigt, wenn die Normen für Personenströme auch während der Bauzeit eingehalten werden.

Alexander von Däniken
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In den letzten Monaten ist es still geworden um die Planung des Durchgangsbahnhofs Luzern. Auf Nachfrage bestätigen die SBB, dass sie nach wie vor im Zeitplan sind. Heisst: Derzeit erarbeiten die Bundesbahnen im Auftrag des Bundesamts für Verkehr das Vorprojekt. Dieses soll bis Ende 2022 vorliegen. Die nächste Hürde, das gesamte Bau- und Auflagenprojekt, soll bis 2026 fertig sein. 2040 soll der 2,4 Milliarden Franken teure Durchgangsbahnhof in Betrieb gehen.

Der Durchgangsbahnhof Luzern besteht aus einer Durchmesserlinie unter dem Seebecken und neuen Perrons.

Der Durchgangsbahnhof Luzern besteht aus einer Durchmesserlinie unter dem Seebecken und neuen Perrons.

PD

Ein Blick nach Bern zeigt aktuell, was den Luzerner Pendlern bevorstehen wird: Der zweitgrösste Bahnhof der Schweiz wird derzeit ausgebaut. Bezogen auf das Luzerner Projekt sagt SBB-Mediensprecher Raffael Hirt: «Während der Baustelle wird der Platz für die Pendler sicherlich kleiner.»

Neue S-Bahn wird zusätzliche Herausforderung

Der Durchgangsbahnhof sei nur genehmigungsfähig, wenn die Normen bezüglich Personenströme auch während der Bauzeit eingehalten werden. Die Normen würden das Funktionieren des öffentlichen Verkehrs und die Sicherheit von Reisenden, Passanten und Bauarbeitern gewährleisten. Das dürfte beim sowieso schon engen Bahnhof eine Herausforderung werden. Zumal ab Dezember 2021 mit der S41 eine neue S-Bahn der Zentralbahn den Bahnhof frequentiert. Sie entlastet die Strecke zwischen Luzern und Horw halbstündlich in der Hauptverkehrszeit.

Nicht nur die äusseren Umstände ändern sich, auch das Projekt selbst erfährt immer wieder kleine Änderungen, wie Hirt ausführt. Eine Information der Öffentlichkeit ist nach Abschluss des Vorprojekts vorgesehen, also 2023. Auf die Frage, wie der Luzerner Bahnhof aussehen würde, wenn er von Grund auf neu geplant werden könnte, sagt der SBB-Mediensprecher: «Ein derartiges Szenario wurde nie studiert. Wir schauen nach vorne und setzen uns dafür ein, dass die SBB im Jahr 2026 ein genehmigungsfähiges Projekt präsentieren kann.»

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