SCHACHEN: «Ein guter Rutsch» in die Fasnachtszeit

Die WHO-Wurst-Befunde sind den Romooser Fasnächtlern nicht wurst: Sie verteidigen ihre Leibspeise mit biblischen Versen.

Hannes Bucher
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Machte in Schachen die Strassen unsicher: die Schwarzenberger Fasnachtsgruppe Baff. (Bild Roger Grütter)

Machte in Schachen die Strassen unsicher: die Schwarzenberger Fasnachtsgruppe Baff. (Bild Roger Grütter)

Hannes Bucher

Nicht nur die Temperaturen sind der Jahreszeit voraus, auch die Schacher Fasnächtler sind es – im Speziellen der Männersportverein MSV Schachen: Bisher besteht nämlich die neue Brücke über den Rümlig bloss auf Papier und in den Köpfen der Planer. Und doch wird sie an der Fasnacht bereits vorgeführt respektive ins Visier genommen. Die sportlichen Männer erweisen sich als kritische Zeitgenossen mit Verständnis fürs rechte Augenmass: «Die Römligbrogg zied kei Richi a, de Porsche und Ferraris stöhnd jo a.» Auch für die Fussgänger soll der geplante Holzsteg Mühsal bescheren. Aus Sicherheitsgründen sollen sich sogar Kinder im Kinderwagen anschnallen müssen, bevor die steile Brücke überquert wird. Logisch also die Schlussfolgerung: «D’Brogg öber de Römlig-Floss – en Denäbe-Schoss!»

Biblisches zu Gunsten der Wurst

Der Schacher Umzug lebt auch von den Sujets der befreundeten Zünfte und Fasnächtler von weiter herum. So war etwa die Romooser Gruppe «Alpetli – Nord-Romoos» gestern Nachmittag mit dabei und bereicherte mit seinem originellen Wagen das Umzugsgeschehen. Ihr Sujet: die schändliche WHO-Studie über unsere Würste. Die soll unser neuer Feind sein – auf gleicher Höhe mit Bier und Wein? Flugs machen die Romooser einen Reim darauf – und nehmen gar biblische Worte zu Hilfe. «Wurst, Bier und Wein sollen unsere Feinde sein. Doch in der Bibel steht geschrieben, du sollst deine Feinde lieben.» «Ja, das macht Plausch», lacht Celina Koch, die sich als Reporterin der ganzen Sache annimmt.

Plausch hat offensichtlich auch die Schwarzenbergerin Bettina Stadelmann. Sie gehört zur freien Schwarzenberger Fasnachtsgruppe Blaff. Diese lässt ihren Fasnachtsnachwuchs so zünftig austoben. Kids und Teens flitzen über eine Rampe und machen die Gegend unsicher. Nein, natürlich droht keine Gefahr für die rund 1000 Schaulustigen an der Dorfstrasse in Schachen. Und wo sind die Männer bei den Blaffs? «Die durften den Wagen machen», lacht Bettina Stadelmann.

Einige Impressionen vom Fasnachtsumzug in Schachen/Werthenstein. (Bild: Roger Gruetter)
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Einige Impressionen vom Fasnachtsumzug in Schachen/Werthenstein. (Bild: Roger Gruetter)
Einige Impressionen vom Fasnachtsumzug in Schachen/Werthenstein. (Bild: Roger Gruetter)
Einige Impressionen vom Fasnachtsumzug in Schachen/Werthenstein. (Bild: Roger Gruetter)
Einige Impressionen vom Fasnachtsumzug in Schachen/Werthenstein. (Bild: Roger Gruetter)
Einige Impressionen vom Fasnachtsumzug in Schachen/Werthenstein. (Bild: Roger Gruetter)
Einige Impressionen vom Fasnachtsumzug in Schachen/Werthenstein. (Bild: Roger Gruetter)
Einige Impressionen vom Fasnachtsumzug in Schachen/Werthenstein. (Bild: Roger Gruetter)
Einige Impressionen vom Fasnachtsumzug in Schachen/Werthenstein. (Bild: Roger Gruetter)
Einige Impressionen vom Fasnachtsumzug in Schachen/Werthenstein. (Bild: Roger Gruetter)
Einige Impressionen vom Fasnachtsumzug in Schachen/Werthenstein. (Bild: Roger Gruetter)
Einige Impressionen vom Fasnachtsumzug in Schachen/Werthenstein. (Bild: Roger Gruetter)

Einige Impressionen vom Fasnachtsumzug in Schachen/Werthenstein. (Bild: Roger Gruetter)

 

«Ein Bombenumzug»

In der Tat, es gibt viel zu schmunzeln und zu lachen bei dem knapp einstündigen Korso. Und auch die Guuggenmusigen fehlen nicht: «Sounds of Silence» guuggen die Beizzä Gümper Oberiberg – als wunderschönen «Sound of Fasnacht». Für Grusliges sorgen die Malteser Böllimängu: Sie geben wohl manch einer bösen Kinderalbtraumfigur ein Gesicht. Mehr als zufrieden blickt Schachnächtler-Zunftmeister Bernhard Burri auf das Umzugsgeschehen zurück: «Super. Es war ein Bombenumzug!», lautet sein Resümee.