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SCHACHEN: Hausbesitzer sitzen in der Falle

Anstatt ihr neues Haus geniessen zu können, müssen Immobilienbesitzer in einer Neubausiedlung in Schachen zittern. Denn auf ihren Grundstücken wurden provisorisch Bauhandwerker-Pfandrechte eingetragen. Das könnte schlimme Folgen haben.
Thomas Heer
Den Hausbesitzern an der Mätteliguetstrasse droht Ungemach wegen Unstimmigkeiten zwischen dem Generalunternehmer und der Baufirma. (Bild: Nadia Schärli (Schachen, 16.11.2017))

Den Hausbesitzern an der Mätteliguetstrasse droht Ungemach wegen Unstimmigkeiten zwischen dem Generalunternehmer und der Baufirma. (Bild: Nadia Schärli (Schachen, 16.11.2017))

Thomas Heer

thomas.heer@luzernerzeitung.ch

«Alle wieder gesund zurück, erinnern wir uns gerne an die grossartige Reise, und so manche Erinnerung zaubert uns ein Lächeln aufs Gesicht.» Diese Zeilen finden sich im Bericht über den letztjährigen Firmen-Jubiläumstrip der PK Bau AG. Rund 100 Angestellte durften damals eine fünftägige Kreuzfahrt auf dem Mittelmeer geniessen.

Weniger nach lächeln zumute ist heute vielen Bewohnern im Mätteliguetquartier im Wer­thensteiner Ortsteil Schachen. Denn kaum waren die Einfamilienhausbesitzer eingezogen, kam es zur bösen Überraschung.

Insgesamt wird für 85 Millionen Franken gebaut

Der Grund: Die in Giswil domizilierte PK Bau AG, welche für die Baumeister- und Tiefbauarbeiten der Neubausiedlung verantwortlich zeichnete, hat auf den Immobilien im Grundbuch provisorisch ein Handwerker-Pfandrecht eintragen lassen. Die Gesamtsumme bewegt sich im siebenstelligen Frankenbereich.

Den Hausbesitzern droht deshalb Ungemach. Sollten diese Pfandrechte von einem Richter für definitiv erklärt werden, hat die PK Bau AG die Möglichkeit, eine Versteigerung der Häuser zu veranlassen und aus dem Erlös jenes Geld einzustreichen, das dem Unternehmen für noch nicht bezahlte, aber bereits geleistete Arbeiten zusteht. Die Hausbesitzer befinden sich im schlimmsten Fall also in der Zwickmühle. Entweder bezahlen sie die Restforderung zusätzlich aus dem eigenen Sack, oder aber es droht ihnen der Verlust ihres Hauses. Viele Träume würden dadurch zerstört.

Dass es zu dieser vertrackten Situation gekommen ist, hat damit zu tun, dass die Siedlung von einem Generalunternehmer realisiert wurde. Aufgrund dieser Ausgangslage hatten die Hausbesitzer auch das Management ihres Geldes in die Hände des Generalunternehmers gelegt.

Ein Blick zurück: Anfang 2016 kam Betriebsamkeit auf im beschaulichen Schachen. Damals fuhren für das Projekt La Familia die ersten Bagger auf. La Familia, das heisst heute: zwölf Doppel-Einfamilienhäuser, zwei Einfamilienhäuser sowie drei Blocks mit je acht Wohnungen, die neu zum Ortsbild des Entlebucher Dorfes zählen.

Das Projekt La Familia ist nicht die einzige Grossüberbauung, die in Schachen realisiert wird. Nur wenige hundert Meter von La Familia entfernt entsteht die Überbauung Optimo. Voraussichtlich im Jahr 2020 werden sämtliche der dort geplanten 128 Wohnungen, verteilt auf 15 Gebäude, bezugsbereit sein. Bedeutsam ist, dass sowohl bei Optimo als auch bei La Familia die Luzerner Stalder Generalunternehmungen GmbH federführend ist. Besitzer und Geschäftsführer Daniel Stalder baut in Schachen – Optimo und La Familia zusammengerechnet – für rund 85 Millionen Franken.

Wie bereits eingangs erwähnt, spielt bei beiden Vorhaben die PK Bau AG eine tragende Rolle. Gemäss Daniel Stalder ist und war vorgesehen, dass diese Firma in Schachen Baumeister- und Tiefbauarbeiten im Umfang von 18 Millionen Franken ausführt. Das entspricht in etwa 20 Prozent des gesamten Volumens. Gemäss Stalder wurde zwischen seiner Firma und dem Giswiler Unternehmen vereinbart, dass die PK Bau AG Eigenleistungen im Wert von 5 Millionen Franken einbringt. Geld für diese Vorleistungen werde der PK Bau AG, so Stalder, zu dem Zeitpunkt ausbezahlt, in dem beide Projekte abgeschlossen seien. Parallel dazu hat Daniel Stalder einen Schuldbrief in der Höhe von 5 Millionen Franken zu Gunsten der PK Bau AG unterschrieben und, wie er mitteilt, «vom Notar aushändigen lassen». Dieses Dokument diene, so Stalder, der PK als Sicherheit, weil sie die Baustellen mitfinanzieren wollte. Die PK Bau AG habe, so Stalder, im Gegenzug in besagtem Dokument – das der Redaktion vorliegt – zugesichert, kein Handwerker-Pfandrecht eintragen zu lassen.

Trotz mehreren Versuchen, den Geschäftsinhaber der PK Bau AG, Hans Krummenacher, zu erreichen, war es für die «Zentralschweiz am Sonntag» nicht möglich, eine Stellungnahme zum Fall Schachen zu erhalten. Generalunternehmer Daniel Stalder ist indes überzeugt, dass sich die Probleme noch lösen lassen. Er sagt auch, dass die ausstehenden Arbeiten auf den Aussenanlagen der Siedlung, wie vertraglich vereinbart, ausgeführt werden. Stalder sagt: «Die Betroffenen hätten sieben Tage vor Bezug der Häuser die Schlusszahlung leisten müssen. Ich warte aber, bis die ganze Baustelle tadellos abgewickelt ist.»

Dass das Geld noch nicht jetzt eingetrieben wird, ist ganz im Sinne einer Hausbesitzerin, die sagt: «Das Ganze ist sehr schwierig für uns und stimmt uns traurig.» Von den Problemen in der La-Familia-Siedlung hat auch der Gemeinderat Wind bekommen. Gemeindepräsident Beat Bucheli sagt: «Ich werde in den kommenden Tagen das Gespräch mit den Betroffenen suchen.»

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