SCHACHEN: Schuhputzer für den Jubiläumsglanz

Die Fasnächtler in Schachen kämpften gegen Piraten und die Cervelat-Krise. Das Zepter schwang aber eine Hexe.

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Die Greubiheuscher Schachen. (Bild Philipp Schmidli/Neue LZ)

Die Greubiheuscher Schachen. (Bild Philipp Schmidli/Neue LZ)

Schachen wird allen Fusionsgerüchten zum Trotz noch lange selbstständig bleiben – zumindest was die Fasnacht betrifft. Seit 25 Jahren regiert über die närrischen Tage die Schachnächtler Zunft, und dies soll auch in Zukunft so bleiben.

Aus Anlass des Jubiläums war der Umzug in diesem Jahr mit besonders vielen attraktiven Nummern gespickt, was die zahlreichen Zuschauer oft zu spontanem Applaus verleitete. Vor allem lokale Themen wurden glossiert, und die nationalen Ereignisse standen für einmal im Hintergrund.

Kampf gegen die Cervelatkrise
Eröffnet wurde der Umzug mit 700 Mitwirkenden von den einheimischen Greubiheuschern, die mit ihren prachtvollen Grenden und den gelb-roten Gewändern bereits einen markanten guuggenmusikalischen Auftakt setzten.

Die Kindergärtler aus Schachen präsentierten sich als Schuhputz-Zwergli und die Muki-Turner als kleine Gärtner. Ein Problem, das alle betrifft, glossierte der einheimische Jodlerklub Farnbüelglöggli, der die drohende Cervelat-Krise mit Wurstmüsterli zu beheben versuchte. Die Sechstklässler zeigten statt Top- eher Flopmodels, und auch der Jodlerklub Sportfreunde aus Luzern erwies der jubilierenden Zunft die gebührende Reverenz. Der Männersportverein engagierte sich für ein Tierheim als flinke Katzenfänger. Gratulationen gab es auch von der Chläuslizunft und den Muki-Turnern aus Werthenstein.

Natürlich war auch die Schachnächtler Zunft am Umzug würdig vertreten. Angeführt von der zunfteigenen Hexe präsentierten sich Zunftmeister Pius Dahinden und Weibel Charles Gosswiler dem fröhlichen Publikum. Die Bärgli-Zunft Schwarzenberg suchte dringend Investoren für das neue Gemeindehaus – kein einfaches Vorhaben in der heutigen Zeit.

Wohl den grössten Wagen präsentierte eine Familiengruppe aus Wolhusen, die auf einem mächtigen Schiff Piratenüberfälle abzuwehren hatte. Nach dem Umzug trafen sich Zuschauer und Mitwirkende in der Rümlighalle und auf den Vorplätzen, die alle hoffnungslos überfüllt waren. Restlos begeistert war auch Zunftmeister Pius Dahinden: «Heute hat alles gepasst, sogar das Wetter. Das Publikum machte mit, und die Einheimischen haben sich alle in ungezwungenem Rahmen noch besser kennen gelernt.»

Anton A. Oetterli