SCHAUBETRIEB: «Zum Käsen brauchts Herzblut»

Statt hoch auf der Alp käst Hanspeter von Rotz für einmal im Tal. Und verhilft den Schweinen an der Luga zu kulinarischen Freuden – mit Hilfe von Kühen aus Bern.

Dave Schläpfer
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Käser Hans-Peter Vonrotz bei der Arbeit. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Käser Hans-Peter Vonrotz bei der Arbeit. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

2000 Meter über Meer, kein Strom, kein Warmwasser aus dem Hahn, keine Autozufahrt, nur teilweise Handyempfang: Ganz vergleichbar ist Hanspeter von Rotz’ Arbeitsplatz an der Luga mit seiner eigentlichen Wirkungsstätte auf der Alp Heufrutt im hinteren Melchtal in Obwalden zugegebenermassen nicht. Doch auch hier auf der Luzerner Allmend sorgt der 60-Jährige aus dem 320-Seelen-Ort St. Niklausen oberhalb von Kerns dafür, dass tagtäglich hochwertiger Käse entsteht. Das Beste daran: Das Publikum kann von Rotz in der neu eingerichteten Schaukäserei bei der Herstellung über die Schulter schauen.

Töfflirennen an der LUGA mit frisierten und originell gestalteten Töfflis. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
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Optisch sehr aussergewöhnliche Gefährte. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
Auch die Fahrer haben sich optisch einen Spass erlaubt. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
Das Duo Corinne und Kerstin in Aktion auf der Eventbühne an der Luga. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Kraft, Beweglichkeit, Eleganz - so lässt sich die Show des Akrobatik-Duos Corinne und Kerstin zusammenfassen. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Der Zivildienst (Raphael Drago) begleitet ältere Menschen, im Bild Maggie Wunderin, durch die Luga. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Björn Hemmi besucht zusammen mit Sohn Marc und Tochter den Brain Bus an der Luga. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Pferdeshow mit Freiberger-Hengsten der IG Freiberger. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Pferdeshow mit Freiberger-Hengsten der IG Freiberger. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Die Luga-Bahnen erfreuen sich grosser Beliebtheit. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Keiner zu klein, ein Töfffahrer zu sein. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Marktschreiber Daniel Meier bringt sein Gemüsehobel unter die Leute. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Der Gastkanton Bern präsentiert sich. Die Power Dancers aus Emmenbrücke präsentieren ihr Können auf der Eventbühne im Hinblick auf das Eidgenössiche Turnfest in Biel. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
Für Staunen sorgten denn auch die Turnerinnen aus dem Junioren-Kader des Regionalzentrums Biel-Seeland mit ihrem gelungenen Auftritt. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
Die Turnerinnen sorgen für Staunen. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
Viel Action: Turnerinnen am Berner Tag. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
Kunstturner aus Berner präsentieren sich auf der Showbühne. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
Kunstturner aus Berner präsentieren sich auf der Showbühne. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
Zweispänner mit den Wallachen Aladin und Argon von Fritz Schmid und Pia Flückiger an der Pferdeshow. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
Barbara Müller auf dem Pferd Artho di Fosso an der Pferdeshow. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
Einspänner mit der Stute Ivana von Fränzi und Christof Hertig aus Oberfrittenbach an der Pferdeshow. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
Der Gastkanton Bern präsentiert sich Eisenbahnmusik BSL auf der Eventbühne. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
Jägertag an der Luga: Die Jagdhornbläser Birkhahn aus Marbach an der Sonderschau Jagd. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
Bild: Manuela Jans / Neue LZ
Bild: Manuela Jans / Neue LZ
Das alljährliche Säulirennen an der Luga. (Bild: Pius Amrein)
Das alljährliche Säulirennen an der Luga. (Bild: Pius Amrein)
Allseits beliebt: Tiere im Streichelzoo. (Bild: Pius Amrein)
Bild: Pius Amrein
Regierungspräsident Guido Graf, Ratsweibelin Anita Imfeld-Müller, Kantonsratspräsident Urs Dickerhof, die Berner Grossratspräsidentin Therese Rufer-Wüthrich und Christine Zimmermann, Ratsweibelin Bern (von links), am Stand des Gastkantons Bern an der Luga. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Bild: Pius Amrein
Bild: Pius Amrein
Sybille Buntschu aus Horw mit ihrer Tochter Johanna (4) im Streichelzoo. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Bild: Pius Amrein / Neue LZ
Allseits beliebt: Tiere im Streichelzoo. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Streichelzoo an der Luga. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Streichelzoo an der Luga. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Bild: Pius Amrein / Neue LZ
Bild: Pius Amrein / Neue LZ
Auch in diesem Jahr werden wiederum Kühe an der Luga präsentiert. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Streichelzoo an der Luga. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Streichelzoo an der Luga. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Tiere an der Luga. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Die letzten Vorbereitungen an der Luga laufen am Freitag, 25. April: Lucia Haegeli von Haegli-Magenbrot richtet ihren Verkaufswagen ein. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
Isabella Ambühl von Asia Design bereitet ihren Stand vor. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
MovingPoster klebt Plakate auf. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
Claudio Lötscher aus Hergiswil platziert die Plüschtiere an seinem Stand fürs Entenfischen. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

Töfflirennen an der LUGA mit frisierten und originell gestalteten Töfflis. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

Tagwacht um halb fünf

Wer interessiert an Hintergrundinformationen ist, stösst im Kernser auf einen auskunftsfreudigen Gesprächspartner. Wenn Hanspeter von Rotz vom Alpleben erzählt, wird klar, dass das Käsen kein Zuckerschlecken ist. Während rund sieben Wochen im Juli und August herrscht für ihn und seinen Onkel Ueli (70) ein klarer Zeitplan: «Aufgestanden wird spätestens um halb fünf Uhr, dann feuere ich an und hole die Kühe zum Melken.» Um 7.15 Uhr stehe dann das Zmorge an: «Diese halbe Stunde gönne ich mir.» Neben Brot, Anke und einem Milchkaffee dürfe dazu schon auch mal eine Käseschnitte auf den Tisch kommen. «Das braucht der Körper schon, damit man bis zum Mittag bei Kräften bleibt.»

Mit dem Käsen beginnt von Rotz um 8 Uhr – auf dem offenen Feuer mit einem 150 Liter fassenden Hänge-Kupferkessel. Damit ist er, mit Unterbrüchen für andere anstehende Arbeiten, bis 21 Uhr beschäftigt. «Dann noch der Betruf und ab ins Bett. Es ist nur zu schnell wieder Morgen.» Der Ertrag aus einer Saison: rund 1 Tonne Obwaldner Alpkäse, der per Materialbähnli zu Uelis Sohn, der den väterlichen Bauernhof inzwischen übernommen hat, transportiert wird. Je nach gewünschtem Reifegrad ruhen die Käselaibe bis zu drei Jahren.

Naturnah nach modernem Standard

Ursprünglich kommt Hanspeter von Rotz aus der Baubranche – als Alpkäser betätigt sich der Familienvater seit fünf Jahren. «Nach einem Alpsennkurs, den ich zusammen mit Ueli besucht habe, hat es mich gepackt.» Er schätze das einfache Leben mit den Tieren in der Natur und die Herausforderungen, die dieses mit sich bringe. Eines ist für ihn klar: «Zum Käsen brauchts Herzblut, das muss man mit Leidenschaft machen, sonst wird daraus nichts.» Die jahrhundertealte Tradition des Käsens auf der Heufrutt auf ursprüngliche Art weiterzuführen, sei sehr bereichernd. «Gleichzeitig ist mir ein moderner hygienischer Standard sehr wichtig.» Entsprechend sei die Alpkäserei ProCert-zertifiziert.

An der Luga stammt die Milch für den Käse natürlich nicht vom «Veh» von der Alp. Vielmehr handelt es sich um Kühe aus dem Gastkanton Bern, die diese liefern. «Eine wirklich gute Qualität», sagt von Rotz anerkennend nach einem Geschmackstest der rahmigen Rohmilch vom Vorabend. Nachhaltigkeit ist ihm wichtig: Beim Käsen entsteht als nicht verwertbares Nebenprodukt die so genannte Schotte (Molke). Von Rotz: «Nach Absprache mit dem Luga-Stallmeister habe ich erreicht, dass diese hier an die Schweine verfüttert werden kann. So schliesst sich der Kreislauf.»

HINWEIS

Die Luga-Schaukäserei befindet sich in der Halle 12. Mit dem Käsen wird jeweils um etwa 10.30 Uhr begonnen. Mehr Infos: www.heufrutt.ch

Die Neue LZ an der Luga

Eleonora (links) und Gina Burri am Stand der Neuen LZ. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Eleonora (links) und Gina Burri am Stand der Neuen LZ. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

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