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SCHENKON: Bauer kämpft für Hühnerfarm

Im Gebiet des Hofstetterfelds soll eine Farm für 16 000 Hühner entstehen. Die Gemeinde wehrt sich dagegen. Jetzt muss der Bürger darüber entscheiden.
Ernesto Piazza
«Die vorgesehene Baute gliedert sich ungenügend ins Landschaftsbild ein.» Patrick Ineichen, Gemeindepräsident (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

«Die vorgesehene Baute gliedert sich ungenügend ins Landschaftsbild ein.» Patrick Ineichen, Gemeindepräsident (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

Ernesto Piazza

Die Schenkoner Gemeindeversammlung vom 18. Mai dürfte länger dauern als üblich. Normalerweise umfasse sein Skript rund 15 Seiten, sagt Gemeindepräsident Patrick Ineichen. «Bereits jetzt sind es gegen 25.» Nicht weniger als 13 Geschäfte sind traktandiert.

So befinden die Bürger etwa über die Jahresrechnung 2015 mit einem Gewinn von rund 785 000 Franken. Dass der Abschluss gegenüber dem budgetierten Plus von knapp 15 000 Franken deutlich besser ausfällt, ist fast ausschliesslich auf höhere ordent­liche Steuereinnahmen zurückzuführen.

Ungenügende Eingliederung

Während dieses Traktandum kaum für Diskussionen Spielraum bietet, dürfte die Beschlussfassung des Teilzonenplans im Siedlungstrenngebiet Hofstetterfeld – verbunden mit der Ergänzung des Bau- und Zonenreglements – mehr zu reden geben. Bereits rund sechs Jahre kämpft der Surseer Urs Beck für eine neue Hühnerfarm in der Hofstetterfeld­ebene auf Schenkoner Gebiet (wir berichteten). Er beabsichtigt, diese für 16 000 Legehennen zu bauen. Sie soll mithelfen, die Existenz seines Beckenhofs weiter zu sichern.

Doch der Schenkoner Gemeinderat will dieses Projekt verhindern. «Die vorgesehene Baute gliedert sich ungenügend ins Landschaftsbild ein. Denn neue Gebäude müssten in Hofnähe realisiert werden. Das ist bei der geplanten Hühnerfarm nicht der Fall», begründet Gemeindepräsident Patrick Ineichen die ablehnende Haltung des Rats. Und weiter sagt er: «Wir sehen mit dem Betrieb des Legehennenstalls die in der Nähe gelegene Grundwasserschutzzone gefährdet, und die zu erwartenden Immissionen tangieren Wohngebiete.»

Kampf «David gegen Goliath»

Diese Ansicht kann Landwirt Urs Beck nicht teilen. Vielmehr fühlt er sich beim mittlerweile jahrelangen Streit um das Bauprojekt in einen Kampf «David gegen Goliath» verwickelt – in ein Hin und Her mit Behörden und Gerichten, bei dem er allerdings auch Erfolge verzeichnen konnte. Beispielsweise blitzte der Gemeinderat Schenkon beim Regierungsrat wie auch beim Kantonsgericht mit dem Passus ab, die Länge des geplanten Hühnerstalls von 105 auf 70 Meter zu beschränken. Beck sagt dazu: «Der Bau ist nicht überdimensioniert. Der Markt verlangt heute diese Grösse.»

Festhalten am Siedlungstrenngürtel

Auf diesen negativen Entscheid erliess die Schenkoner Exekutive jedoch am 9. September 2013 eine Planungszone über das Hofstetterfeld. Die beiden dagegen eingereichten Verwaltungsgerichtsbeschwerden wurden aber vom Kantonsgericht abgewiesen. Ein Jahr später lud der Gemeinderat Schenkon zu einer Infoveranstaltung über die Planungszone ein mit dem Ergebnis: Bei den Landwirten der Gemeinde Schenkon und den Grundeigentümern des Gebiets Hofstetterfeld ergab sich kein einheitliches Meinungsbild. Trotzdem hält der Gemeinderat an der Freihaltung des Siedlungstrenngürtels und des Erholungsgebiets zwischen den Siedlungsgebieten von Sursee und Schenkon fest.

Funktioniert der Rechtsstaat?

Urs Beck, über dessen Einsprache die Gemeindeversammlung nun zu befinden hat, verlangt, auf die Änderung des Zonenplans «Teiländerung Siedlungstrenngebiet Hofstetterfeld» ersatzlos zu verzichten. Ebenso seien die Änderungen des Bau- und Zonenreglements aufzuheben. Und in einem Eventualantrag moniert er: Das Siedlungstrenngebiet zwischen Schenkon und Sursee solle einer Landschaftsschutzzone zugewiesen werden. Beck befremdet vor allem die Art und Weise des Vorgehens der Schenkoner Exekutive. Er sagt, der Gemeinderat versuche nicht nur mit allen Mitteln das Bauprojekt zu verhindern. «Für mich stellt sich mittlerweile auch die Frage, ob in diesem Fall der Rechtsstaat tatsächlich funktioniert.»

Dorfkern: Sonderkredit geplant

Gemeindeversammlung ep. Der Gemeinderat will beim Dorfkern Ochsen vorwärtsmachen, deshalb traktandiert er für die Versammlung vom 18. Mai einen Sonderkredit über 1,28 Millionen Franken. Mit dem Geld soll einerseits das Areal umgestaltet werden. Andererseits sind Anpassungen an der daran vorbeiführenden Kantonsstrasse geplant.

Wieder ein Restaurant
Bereits laufen erste bauliche Schritte bei der Neugestaltung des alten Schenkoner Dorfteils. In den vergangenen Monaten ist anstelle des ehemaligen Gasthauses Ochsen ein Mehrfamilienhaus mit sechs Wohneinheiten entstanden. In unmittelbarer Nähe dieses Gebäudes soll zudem das neue Restaurant entstehen. Im Zuge der Umgestaltung des Dorfplatzes beabsichtigt man ebenfalls, die historische Bausubstanz des alten Schulhauses – dort sind ein öffentlicher Gemeinschaftsraum sowie vier Gästezimmer geplant – zu integrieren. Die drei angrenzenden Wohnhäuser sollen ebenfalls ins Gesamtkonzept eingefügt werden.

Areale im Baurecht abgeben
Die Dorfkultur AG, Schenkon, zeigt sich bereit, das Restaurant als Dorf- oder Quartiertreff zu betreiben. Damit der Bau jedoch realisiert werden kann, stellt die Gemeinde als Eigentümerin des Areals dieses – genauso wie dasjenige des alten Schulhauses – der Bauherrschaft über 50 Jahre im Baurecht zur Verfügung. Schenkon löst dafür jährlich 5500 Franken an Zinsen. Aufgrund einer von der Gemeinde in Auftrag gegebenen Wirtschaftlichkeitsstudie ist jedoch davon auszugehen, dass die veranschlagten Neubaukosten von rund 3 Millionen Franken für die Dorfkultur AG zu einer grossen unternehmerischen Herausforderung werden. Es lasse sich damit kein grosses Geld verdienen, erklärt Gemeindepräsident Patrick Ineichen. Oder anders gesagt: Die Refinanzierung ist schmal.

«Investition für künftige Generation»
Stimmt die Gemeindeversammlung der Verwendung des Ertragsüberschusses der Rechnung 2015 zu – von dort sollen 465 000 Franken zur Bildung einer Vorfinanzierung Dorfkern-«Ochsen» verwendet werden –, wäre bereits rund 1 Million Franken des Sonderkredits von 1,28 Millionen finanziert. Ineichen ist sich zwar bewusst, dass es dabei um ein Nice-to-have-Projekt geht. Doch er sagt auch: «Es ist eine Investition für die künftige Generation in Schenkon.» Und es handle sich um Geld, das erwirtschaftet worden sei.

Momentan wird das Verhandlungsverfahren – gegen einzelne Punkte des Bauprojekts waren zwei Einsprachen eingegangen – durchgeführt. Ineichen sagt: «Das Ziel der Dorfkultur ist es, dass im Juni 2017 die alte Schenkoner Kilbi auf dem neuen Ochsen-Dorfplatz stattfindet.»

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