SCHENKON: Enge Gasse regt Anwohner auf

Bei der Striegelgasse ist die Verkehrssituation unbefriedigend. Jetzt reagiert der Gemeinderat auf die Klagen der Anwohner und plant einen Ausbau der Strasse.

Ernesto Piazza
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Die Striegelgasse in Schenkon ist sehr schmal, weshalb es oft zu ­Verkehrsproblemen kommt, vor allem wenn Lastwagen die Strasse befahren. (Bild Boris Bürgisser)

Die Striegelgasse in Schenkon ist sehr schmal, weshalb es oft zu ­Verkehrsproblemen kommt, vor allem wenn Lastwagen die Strasse befahren. (Bild Boris Bürgisser)

Aktuell verfügt die Striegelgasse über eine Breite von 4,3 Metern. Dazu kommt ein einseitiges Trottoir. Die Strasse führt auch zu den östlich gelegenen Schenkoner Dorf­gebieten wie Isleren oder Fluh, und sie wird als Nahverbindung ins Gebiet Eichberg und Vogelsang benutzt. Mittlerweile erleben die Striegelgasse-Anwohner aber teilweise prekäre Verkehrssituationen. Sahen sich in der Vergangenheit bereits Personenwagenlenker mit heiklen Kreuzungsmanövern konfrontiert, bedienen momentan auch diverse Lastwagen die beiden Baustellen auf der Striegelhöhe und bei der Striegelgasse «Naef». Diese Situation führte dazu, dass Anwohner und Benutzer der Strasse ihren Unmut beim Gemeinderat deponierten.

Schon 2011 Verbesserung gesucht

Bauvorsteher Markus Strobel sagt: «Uns ist die unbefriedigende Verkehrssituation seit längerem bekannt.» Bereits 2011 habe der Gemeinderat einen Verkehrsingenieur beauftragt, Verbesserungen vorzuschlagen. In einem ersten Schritt wurden zum Schutz der Fussgänger einzelne Pfosten zwischen der Fahrbahn und dem Trottoir montiert. «Damit konnte bei Ausweichmanövern ein Längsfahren auf dem Trottoir verhindert werden», so der Bauvorsteher. In einem zweiten Schritt folgten Anfang 2014 in Absprache mit den Anwohnern drei Ausweichstellen. «Leider befinden sich diese nicht überall an optimaler Lage», weiss Strobel. «Und die beiden momentanen Baustellen verschärften die ungenügende Situation noch zusätzlich.»

Unterschiedliche Auffassungen

Gemeindeschreiber Fritz Hüsler sagt ebenfalls: «Das Problem besteht auch darin, dass die Anwohner teils unterschiedliche Auffassungen vertraten.» Die Bandbreite habe sich von: «den Zustand so belassen» bis hin zu: «die Strasse ausbauen» erstreckt. Deshalb stellte der Gemeinderat den Interessierten mit Oscar Merlo von einem Zuger Ingenieurbüro eine Fachperson als Mediator zur Verfügung. Ende Oktober kamen die Teilnehmer – zusammen mit dem Gemeinderat – zum Schluss, als Sofortmassnahme die hangseitige Böschung retour zu setzen und ein sogenanntes Bankett zu erstellen. Dadurch verbreitert sich der Strassenraum, und Ausweichmanöver sind künftig einfacher möglich.

Kosten von 700 000 Franken

Erste Grobschätzungen durch das Ingenieurbüro zeigen: Die Kosten der Sofortmassnahmen bewegen sich bei rund 700 000 Franken. Mit den geplanten Veränderungen steht dann zusätzlich zur heutigen Strassenbreite ein befahrbares Bankett von zirka 80 Zentimetern Breite für Kreuzungs­ma­növer zur Verfügung.

Die Schenkoner Exekutive plant, den nötigen Sonderkredit den Stimmbürgern an der Gemeindeversammlung vom nächsten Mai vorzulegen. Stimmt der Souverän im Mai 2015 dem Sonderkredit zu, kann mit den Bauarbeiten sofort begonnen werden.

Und was passiert, wenn das Volk an der Gemeindeversammlung von heute Abend (siehe Kasten) einen Kreditantrag für ein noch schnelleres Verfahren stellt? Markus Strobel sagt: «Die Realisierung der Massnahmen kann aus unserer Sicht damit auch nicht beschleunigt werden, müssen doch die erforderlichen Massnahmen zuerst noch im Detail geplant und ausgeschrieben werden.» Zudem bestehe die Gefahr, dass die vorliegende grobe Kostenschätzung zu ungenau sei. Strobel sagt aber auch: «Falls die Versammlung heute Abend einen Kreditantrag stellt, wird der Gemeinderat nicht dagegen opponieren.»

Kindergarten-Neubau geplant

Die Einwohner von Schenkon können heute Abend über einen Sonderkredit in der Höhe von 1,3 Millionen Franken für den Neubau eines Kindergartenabteils abstimmen. Raphael Wyss, als Gemeinderat zuständig für die Bildung, sagt: «Die dritte Kindergartenabteilung sollte auf das Schuljahr 2016/17 eröffnet werden – auf Ende der fünfjährigen Übergangsfrist zur Einführung des freiwilligen Kindergartenjahres.» Der Baustart wird laut Wyss 2015 erfolgen.

200 neue Wohnungen geplant

Der Grund, weshalb es einen Neubau braucht, liegt laut dem Gemeinderat bei der steigenden Zahl Kindergärtler. Schenkon rechnet in den nächsten Jahren mit einer starken Zunahme. Heute besuchen 37 Kinder den Kindergarten. Ab 2016 sollen es 53 sein, so die Prognosen der Gemeinde. Grund für die Zunahme sind die Einführung des zweiten Kindergartenjahres und die steigende Schülerzahl. Alle Luzerner Gemeinden sind ab dem Schuljahr 2016/17 verpflichtet, ein zweites freiwilliges Kindergartenjahr anzubieten. Die Schülerzahlen steigen laut der Gemeinde durch die Überbauungen Kirschgarten, Striegelhöhe, Dorf Süd und Burg. Die Gemeinde rechnet mit 200 neuen Wohneinheiten. «Unsere Schulraumprognose zeigt, dass die dritte Kindergartenabteilung bis zirka 2024 reichen könnte», erklärt Raphael Wyss, fügt aber an: «Da die Prognose von Kindergartenkindern bloss eine Vorlaufzeit von knapp fünf Jahren hat, sollte man realitätsnäher eher auf fünf Jahre als auf zehn Jahre planen.»
Der bereits bestehende Doppelkindergarten wurde 2003 gebaut. Bereits damals war als Option vorgesehen, den Kindergarten später um eine dritte Abteilung zu erweitern. An der Gemeindeversammlung können die Schenkoner zudem über die Option einer Unterkellerung des Kindergartens abstimmen. Die Kosten schätzt der Gemeinderat auf rund 230 000 Franken.

Weitere Erweiterungen nötig

Nicht nur beim Kindergarten ortet die Gemeinde einen Bedarf nach zusätzlichen Räumen. «Wenn wir wieder höhere Geburtenzahlen haben, werden wir mehr Kindergartenkinder einschulen, was unweigerlich zu mehr Primar- und Sekundarschülern führt.» In Sursee wird an der Grenze zu Schenkon zurzeit aktiv gebaut. Kommt es damit zu einer engeren Zusammenarbeit der Gemeinden bei den Schulen? Raphael Wyss sagt: «Gedanken über eine mögliche Zusammenarbeit hat man sich in letzter Zeit gemacht.» Zurzeit gebe es aber keinen Bedarf seitens der Stadt Sursee.

Hinweis
Gemeindeversammlung heute Abend um 19.30 Uhr im Zentrum Schenkon.