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SCHENKON: Er stemmt pro Jahr 40 Tonnen Kugeln

Roman Hauri (67)gehört zu den besten Keglern in der Schweiz. Seine Erfolge erklären sich auch damit, dass er Spickzettel einsetzt.
Ernesto Piazza
Der 67-jährige Roman Hauri auf der Kegelbahn des Hotels Löwen in Dagmersellen. (Bild Dominik Wunderli)

Der 67-jährige Roman Hauri auf der Kegelbahn des Hotels Löwen in Dagmersellen. (Bild Dominik Wunderli)

Die Vorbereitung ist fast die halbe Miete: Roman Hauri schlüpft in seine gelben Squashschuhe und markiert auf dem braunen Holzladen mit weisser Kreide die Abgabestelle. Gekleidet ist er mit einer schwarzen Hose und einem gleichfarbigen Kurzarmshirt. Dieses wiederum ist durchsetzt mit gelben Lettern: «KK Hartholz – Roman». «Weisst du, wenn ich schon so viel Zeit investiere, muss möglichst viel zusammenpassen», sagt er. Um sofort nachzuschieben: «Beim Kegeln sind wir übrigens alle per Du.» Womit er meinen fragenden Blick zum «Du» gleich selbst beantwortete.

Seit 45 Jahren im gleichen Klub

Zum Kegeln führte den ehemaligen Aussendienstmitarbeiter ein Zufall. Roman Hauri erinnert sich: «Als mein Vater mit einer Keglermedaille nach Hause kam, wollte ich ihm nacheifern.» Und mit ihm auch seine vier Brüder. So gründeten sie 1969 – zusammen mit dem Vater und mit einem Nachbarn – den eigenen, noch immer bestehenden (Familien)klub KK Hartholz. Heute sind noch immer vier Gründungsmitglieder mit dabei. In der idealen Grösse zu siebt – so verfügen sie an Wettkämpfen bei jeweils fünf zählenden Ergebnissen über zwei Streichresultate – kegeln sie vor allem als Mannschaft.

Dass es immer schwieriger ist, neue – vor allem junge – Mitglieder zu gewinnen, erfuhr der KK Hartholz selber. «Wir sind froh, dass ein junger C-Kegler unser Team wieder komplettiert», so der Schenkoner. «Vielleicht müsste jeder Kegler bei der Werbung um Nachwuchsleute noch aktiver sein», sinniert er.

Roman Hauri hat es in seiner 45-jährigen Karriere geschafft, sich über das C- und B-Niveau mittlerweile als A-Kegler zu etablieren. Mehr noch: An den letzten Schweizer Meisterschaften in Luzern belegte er den 3. Rang. Er sei zwar als Favorit gehandelt worden, sagt er. Am Ende reichte es aber nicht ganz. Auf vier Bahnen hochkonzentriert jeweils 25 Schuss abzugeben, stelle hohe Anforderungen. «Vor allem bei einer Meisterschaft, wenn viele Leute für eine geniale Atmosphäre sorgen.»

Täglich Gleichgewichtsübungen

Bei diesen Begebenheiten sei es speziell wichtig, mit den ersten beiden Schüssen jeweils eine «8» oder eine «9» zu erzielen. «Um sofort im Wettkampf drinzustehen», weiss Roman Hauri. Das Ganze sei aber keine Frage der Kraft. Neben der Technik misst er vor allem der Aufrechterhaltung einer hohen Konzentration einen entscheidenden Aspekt bei. Mentales Training nimmt daher auch beim 67-Jährigen einen grossen Stellenwert ein. Während er rund sieben Stunden pro Woche für das aktive Kegeln investiert, macht er täglich auch eine Viertelstunde Gleichgewichtsübungen. Diese Arbeit hilft ihm, bei der Abgabe der Kugel die Balance zu halten.

Früher, noch im Aussendienst arbeitend, habe das Kegeln viel zu seinem Ausgleich beigetragen, sagt der Schenkoner. Weil er sich seine Zeit relativ frei einteilen konnte, sei dann und wann auch ein kleiner Abstecher auf eine Kegelbahn möglich gewesen. Heute ist er pensioniert und kann über seine Zeit noch grosszügiger verfügen. Er weiss jedoch: «Ohne die Unterstützung meiner Frau wäre dieser Aufwand nicht möglich. Und passt das Umfeld nicht, lassen sich auch keine guten Leistungen erbringen.»

Jede Bahn hat ihre Eigenheiten. Dessen ist sich auch Roman Hauri bewusst. Wobei er sagt: «Oft genügt ein Blick darauf, um festzustellen, wo die Kugel abgegeben werden muss.» Und wenn dies nicht reicht? Dann hat er noch seinen «Spickzettel». Darauf markiert er minutiös Abgabestelle, Fusshaltung und die zurückzulegende Schrittstrecke auf dem Abgabebalken der jeweiligen Wettkampforte.

Pro Jahr kegelt der dem Unterverband Willisau/Sursee angehörende Roman Hauri über 30 Meisterschaften. Norma­lerweise sind dies zweimal 50 Schuss pro Wettkampf. Dreimal jährlich stellt er sich aber einer ganz besonderen Herausforderung: einem Wettkampf mit jeweils 200 Schuss. Zudem ist er Mitglied der aktuellen Luzerner Kantonemannschaft.

Lieblingsbahnen in Bern und Luzern

Zu seinen Lieblingsbahnen zählt Roman Hauri neben dem «Rössli», Heimberg BE – dort stiess er im letzten Jahr im Einzel-Cup in den Final vor – die Allmend, Luzern. «Und die ‹Linde› im aargauischen Küngoldingen», betont er schmunzelnd. Sie liegt ihm also. Die Bahn, wo die nächsten Schweizer Meisterschaften stattfinden. Trotzdem überlässt er nichts dem Zufall. «Bevor es losgeht, werde ich sicher noch einige Male dort kegeln.»

Jährlich absolviert er 3800 Schuss, läuft bei der Abgabe 15 000 Meter und hebt 40 Tonnen Kugelgewicht: Roman Hauri erzählt diese Zahlen fast beiläufig. Bereits wartet nämlich an diesem Nachmittag bei der «Linde» in Mühlethal AG der nächste Kegeltermin.

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