Bauvorhaben
In Schenkon ist auf dem Areal Burg eine Grossüberbauung für 60 Millionen Franken geplant

Die Gemeinde hat das Areal Burg an die Firma Burg Park Schenkon AG verkauft. Dort entstehen zirka 45 Wohnungen im oberen Preissegment.

Susanne Balli
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Die Verkaufsabsichten bestanden schon länger: Nun hat die Gemeinde Schenkon das Areal Burg an die Firma Burg Park Schenkon AG veräussert. Verwaltungsratspräsident ist Alois Egger aus Luzern, der ehemalige Inhaber von Möbel Egger in Eschenbach. Weitere Ratsmitglieder sind André Hunkeler sowie Peter Kaufmann aus Schenkon. Als Investoren der Aktiengesellschaft treten die einheimische Familie Meier, A. Hunkeler, A. Egger und R. Riedweg auf.

Der Gemeinderat wird den Verkaufserlös an der Budgetgemeindeversammlung im nächsten Dezember offenlegen, «wenn alle relevanten Zahlen, die das Finanzvermögen der Gemeinde betreffen, bekannt sind», sagt Gemeindepräsident Patrick Ineichen (CVP) auf Anfrage.

Eine Visualisierung aus der Testplanung von 2013 zum Areal Burg in Schenkon.

Eine Visualisierung aus der Testplanung von 2013 zum Areal Burg in Schenkon.

Visualisierung: PD

Die Firma Burg Park Schenkon AG hat ihren Sitz vor Ort. Der Gemeinderat hatte vorgängig gegen zwanzig potenzielle Investoren aus der Region mit dem Ausschreibungsdossier bedient. «Davon haben sich dann aber einige zurückgezogen, denn die Auflagen waren hoch, besonders in Bezug auf die Energiebilanz und auf die Planungsvorlagen», sagt Ineichen. Das heisst konkret: Für die Überbauung Burg ist eine 2000-Watt-Areal-Zertifizierung für den ländlichen Raum vorgeschrieben; diese ist unter anderem ein wichtiger Bestandteil des Vertrags. Nach intensiven Gesprächen hätten sich die Erst- und Zweitplatzierten zur Firma Burg Park Schenkon AG zusammengetan. Ineichen erklärt: «Sie haben das interessanteste Angebot abgegeben, und wir konnten alle matchentscheidenden Bedingungen aushandeln.»

Strenge Voraussetzungen

Das Areal «Burg» befindet sich an der Striegelgasse, am südöstlichen Dorfrand der Gemeinde. Nördlich des Perimeters verläuft der Dorfbach, östlich davon liegt die Ruine der Burg Schenkon. Die Gemeinde Schenkon konnte das Areal 2013 erwerben. Im Rahmen der Teilrevision der Ortsplanung wurde es dem Übrigen Gebiet B zugewiesen. Als eine Voraussetzung für die Einzonung setzte der Regierungsrat damals voraus, dass sich das Projekt für eine Einzonung durch herausragende Eigenschaften, unter anderem hinsichtlich der Energieeffizienz und Verwendung erneuerbarer Energien, auszeichnen müsse.

Der Bebauungsplan, der von der Schenkoner Bevölkerung im letzten Jahr abgesegnet wurde, sieht fünf Baukörper – zu hundert Prozent in Holzbauweise – mit zirka 45 Wohnungen vor. Die Investitionskosten belaufen sich auf zirka 60 Millionen Franken. Auf Ende 2024/Anfang 2025 ist der erste Bezug der Wohnungen im eher hochpreisigen Segment vorgesehen.

Jährliches Wachstum von einem Prozent

Nebst der Überbauung Burg sind in Schenkon weitere grössere Bauprojekte in Planung. Ab diesem Herbst ist laut Ineichen der Start der zweiten Etappe der Überbauung Kirschgarten vorgesehen. Ende 2023 sollen die Wohnungen der zweiten Etappe Kirschgarten bezugsbereit sein. Eine dritte Etappe des Kirschgartens soll ab 2026/27 gebaut werden und zwei Jahre später fertiggestellt sein. Die erste Etappe des Kirschgartens wurde 2019 abgeschlossen.

Eine weitere grosse Überbauung ist im Zellfeld beim Tenniscenter geplant. Diese hat der Gemeinderat in der Planung aber nach hinten geschoben. Die Wohnungen Zellfeld sollen erst ab 2030 im Detail geplant und gebaut werden. «Damit kann Schenkon das in der Ortsplanung festgelegte Wachstum von jährlich einem Prozent einhalten», sagt Ineichen. Schenkon hat derzeit zirka 3000 Einwohnerinnen und Einwohner.