Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

SCHENKON: Lehner Versand will weiterwachsen

Das Unternehmen stösst an seine Kapazitätsgrenze – möchte aber in Schenkon bleiben. Auch die Gemeinde will die Firma behalten. Nur: Ob sie die Expansionswünsche erfüllen kann, ist unklar.
Ernesto Piazza
Thomas Meier, Geschäftsführer der Lehner Versand AG, auf der Fläche, die er gerne bebauen würde. (Bild: Roger Grütter (Schenkon, 8. Mai 2018))

Thomas Meier, Geschäftsführer der Lehner Versand AG, auf der Fläche, die er gerne bebauen würde. (Bild: Roger Grütter (Schenkon, 8. Mai 2018))

Ernesto Piazza

ernesto.piazza@luzernerzeitung.ch

«Wir platzen aus allen Nähten», sagt Thomas Meier, Geschäftsführer der Lehner Versand AG in Schenkon. «Wir brauchen eigentlich sofort 6000 zusätzliche Quadratmeter.» Und das, nachdem der Hauptsitz der Firma erst 2014 um die gleiche Fläche erweitert worden war. Um den Engpass zu meistern, arbeitet das Unternehmen aktuell mit zwei Aussenlagern. Im aargauischen Uerkheim und im luzernischen Kottwil mietet die Lehner Versand AG fehlende Palettenplätze zu. Das soll aber nur eine Lösung auf Zeit sein. Einen Ausweg aus dem Dilemma zu finden, erweist sich allerdings momentan als grosse Knacknuss.

Rund 200 Mitarbeiter zählt das Unternehmen aktuell, 80 davon arbeiten in einer der sieben Filialen. Nächstens kommt mit Landquart eine neue Aussenstelle dazu. Allein in den vergangenen fünf Jahren habe man über 100 zusätzliche Stellen geschaffen, weiss Meier, der zusammen mit seinem Bruder Philipp die Firma leitet. Die Lehner Versand AG hatten Gerold und Käthi Meier vor 35 Jahren gegründet und aufgebaut. Aktuell erstreckt sich das Sortiment über 5000 Artikel mit insgesamt 50'000 Positionen.

Firma will Land in Schutzzone

Rund 65 Prozent des Gesamtumsatzes kommt aus dem Online-Geschäft. «Wir sind im richtigen Moment auf diese Welle aufgesprungen», sagt Thomas Meier. Weitere 15 Prozent resultieren aus den rund 23 Millionen jährlich verschickten Katalogen. «Wobei wir wiederum ungefähr 40 Prozent des Online-Verkaufs dank dieser Kataloge machen», so der Geschäftsführer. Der Rest wird in den Filialen erwirtschaftet.

Stark intensiviert hat das Versandhaus in den vergangenen Jahren die Zusammenarbeit mit Lieferanten aus dem Fernen Osten. Regelmässig treffen Containerladungen im Zellgut in Schenkon ein. Zudem verlassen täglich rund 3000 Pakete das Unternehmen. Bei diesen Verhältnissen sind möglichst kurze Wege nicht nur eine logistische Herausforderung, sie sparen der Firma auch Zeit. Und somit Geld. Deshalb betont Meier: «Wir müssen weiter optimieren.» Eine Aufstockung um eine Etage beim Hauptsitz wäre zwar möglich, doch «nur schon die Abklärungen – beispielsweise betreffend Statik – sind zu kostenintensiv.»

Daher hat für ihn eine andere Variante Priorität: Ein weiterer Anbau mit einem Hochregallager. Dafür müsste jedoch die Gebäudehöhe von bisher 16,5 Meter auf rund 30 Meter erweitert werden. In diesem Zusammenhang hat der Geschäftsführer den Erwerb eines Landstreifens im Fokus. Dieser schliesst an die jetzigen Gebäulichkeiten am Hauptsitz an. «Entsprechende Gespräche sind schon geführt worden», so der Lehner-Mitinhaber.

Das Problem dabei ist: Die erwähnte Fläche befindet sich in einer Landschafts- und Wasserschutzzone. «Über eine entsprechende Umzonung müsste die Gemeindeversammlung entscheiden», erklärt Patrick Ineichen (CVP). Der Schenkoner Gemeindepräsident bestätigt ebenfalls «diverse Gespräche, die auch Alternativvorschläge beinhalteten». Weiter habe man sich in der Angelegenheit verschiedentlich mit der Wirtschaftsförderung Luzern getroffen. Unter anderem war mit dem Oberkircher Ivan Buck deren neuer Präsident dabei, welcher die Region kennt. Zudem redete der Schenkoner Gemeinderat mit dem Kanton – hier ist ein weiteres Gespräch terminiert. «Wir möchten die Lehner Versand AG selbstverständlich in der Gemeinde behalten», erklärt Ineichen.

Gemeinde kann Wunsch nach Wachstum verstehen

Das Unternehmen trägt einige Steuerfranken dazu bei, dass sich Schenkon mit seinen 1,3 Einheiten bei den kantonalen Spitzen-Steuerwerten etabliert hat. Zum fiskalen Aspekt will sich Ineichen zwar nicht äussern, sagt aber: «Wir können die Wünsche der Lehner AG nachvollziehen.» Beim ganzen Thema ist ihm der Erhalt der Arbeitsplätze in Schenkon aber ein besonders wichtiges Anliegen. Und weiter betont er: «Thomas und Philipp Meier sind junge, innovative Typen, welche die Firma sukzessive weiterentwickeln. Zudem hat die Familie den Generationenwechsel sehr gut vollzogen.» Der Gemeinderat garantiere im Rahmen der Ortsplanungsrevision die Bedürfnisse einfliessen zu lassen.

Dieser im vergangenen Jahr gestartete Prozess dürfte aber aus Sicht der Lehner Versand AG erst 2020 abgeschlossen werden. Meier erklärt zwar: «Wir möchten in Schenkon bleiben.» Demnächst bezieht der Inhaber, der bereits in der Gemeinde wohnt, dort auch ein neues Eigenheim. Dass die Firma mit dem Ausbau hingegen noch drei Jahre warten kann, bis nur die Planung abgeschlossen ist, geschweige denn die Baumaschinen auffahren können, ist für den Geschäftsführer «eher unwahrscheinlich». Denn er plädiert weiter für Wachstum. «Das sollte der Antrieb für jeden Unternehmer sein.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.