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SCHENKON: «OX’n» mischt die regionale Gastroszene auf

Der alte Dorfkern hat wieder sein eigenes Restaurant. Ein Spitzenkoch will für viel Charme und Gastlichkeit sorgen – und blickt dazu auch über den eigenen Tellerrand hinweg.
Ernesto Piazza
Sebastian Rensing und Katharina Käser freuen sich auf die neue Herausforderung im «Schenkoner OX’n». (Bild: Roger Grütter (20. September 2017))

Sebastian Rensing und Katharina Käser freuen sich auf die neue Herausforderung im «Schenkoner OX’n». (Bild: Roger Grütter (20. September 2017))

«Nein, wir haben noch nicht geöffnet», sagt Sebastian Rensing und lächelt freundlich. Mit diesen Worten musste er in den vergangenen Tagen öfters reinspazierende Gäste abweisen. Denn noch wurde im «OX’n» an den letzten Details gefeilt, bevor es heute offiziell los geht.

Der neue «Ochsen» im alten Dorfkern von Schenkon bietet auf zwei Geschossen rund 130 Plätze an; 40 weitere kommen auf der Terrasse dazu. Sie kann – je nach Gegebenheit – auf den Dorfplatz ausgedehnt werden. Dieser wurde ebenfalls neu konzipiert.

Im Erdgeschoss des «OX’n» – das alte Gasthaus Ochsen hatte Mitte 2013 nach 103 Jahren seine Türen geschlossen und wurde später abgerissen – findet man eine Bar, Restauranttische mit Blick in die Küche und die auf den Dorfplatz gerichtete Terrasse. Auf der Galerie ist ein Gastroraum entstanden, welcher beispielsweise auch für Firmenanlässe oder Familienfeste gebucht werden kann. Im Untergeschoss rundet ein Weinkeller «für besondere Stunden», wie es Sebastian Rensing formuliert, das Angebot ab.

Rensing will sich der «Kunst des Gastgebens» stellen

Kulinarisch verwöhnt der 27-Jährige die Gäste. Er ist in der Region Sursee aufgewachsen und war zuletzt Chefkoch im Fünfsternehaus Cervo in Zermatt. Mit zum Kernteam gehören seine Lebenspartnerin Katharina Käser (28) und Sebastians Bruder Samuel. Sie ist für den Frontbereich verantwortlich, er kümmert sich extern um die administrativen und finanziellen Belange. Die drei Teilhaber sind in einer Betriebs-AG organisiert und Pächter des «OX’n».

Wohl jeder Koch habe den Gedanken im Hinterkopf, irgendwann etwas Eigenes auf die Beine zu stellen, sagt Rensing zum gemachten Schritt. Doch er betont auch: «Ich habe sehr, sehr viel Glück gehabt, dass ich jetzt diesen Traum verwirklichen kann.»

Dass Schenkon künftig über dieses neue Restaurant verfügt, ist vor allem sieben ortsverbundenen Unternehmern zu verdanken. Als Teilhaber gründeten sie die OX’n AG. Die Baukosten belaufen sich auf rund 3,5 Millionen Franken. Für die Fassade und die Bedachung wurde beispielsweise Cortenstahl verwendet. Kupfer, Chrom und Nickel geben ihm seine korrosionsbeständigen Eigenschaften. «Durch die einheitliche Materialisierung erhält das neue Gebäude eine monolithische und homogene Struktur», sagt Architekt und Initiator André Hunkeler. Obwohl modern, passe die Baute gut in «den mittlerweile erneuerten und wiederbelebten alten Dorfkern von Schenkon».

Als der Schenkoner Hunkeler – er führt nur einen Steinwurf vom neuen «Ochsen» entfernt sein eigenes Architekturbüro – vor rund einem Jahr an Rensing gelangte, reagierte dieser schnell. «Meine Philosophie und das im ‹OX’n› angedachte Konzept stimmen überein. Es soll ein Restaurant sein, das lebt.»

Und trotzdem: Der 27-Jährige begegnet der neuen Herausforderung mit «grossem Respekt», aber auch mit «viel Neugier». Rensing will sich jedoch der «Kunst des Gastgebens» stellen. Und er möchte das «Cervo»-Flair nach Schenkon bringen. «Der Gast ist König, dies aber in unserem Schloss.» Rensing sieht sich und seine Lebenspartnerin «als die nächste, neue Gastro­generation am Sempachersee». Und er ist auch überzeugt, «dass so ein Betrieb in die Region passt, obwohl es in unmittelbarer Nähe diverse gute Restaurants gibt».

Im fünf Tage pro Woche über Mittag und am Abend geöffneten Restaurant werden die Gäste zwar eine gehobene Gastronomie erleben. «Einen Gourmettempel soll es aber nicht geben», sagt Rensing. So stehen auch Mittagsmenüs um die 20 Franken mit im Angebot. Weiter erhalten die Gäste unter dem Titel «carrying and sharing» die Möglichkeit, diverse Gerichte auf den Tisch serviert zu bekommen und diese untereinander zu teilen.

Ein Weinkennerpass und eine Liebhaberaktie

Innovativ sein, dieses Credo wollen Sebastian Rensing und Katharina Käser im «OX’n» manifestieren. Dafür spricht auch die moderne Grillküche. Auf einem gros­sen Holzkohlegrill, welcher vom Restaurant aus gut einsehbar ist, bereitet der Chefkoch unter anderem auch «fast in Vergessenheit geratene Fleischstücke wie das ‹Flat Iron› oder die ‹Old Cow› nach meiner eigenen Interpretation einer modernen Schweizer Küche» zu.

Innovativ ist ebenfalls der sogenannte Weinkennerpass. Damit konnten ausgewählte Per­sonen bei der Gestaltung der Weinkarte mithelfen und ihren Lieblingswein in den Keller einbringen. Rensing seinerseits sorgte dafür, dass dieser mit dem Namen des Gastes auf der Karte erscheint. Zudem hat er eine Liebhaberaktie ins Leben gerufen. «Die Idee ist auf sehr grosse Resonanz gestossen und ermöglicht so vielen Gästen wieder einen Bezug zum neuen ‹OX’n›», betont Sebastian Rensing.

Ernesto Piazza

ernesto.piazza@luzernerzeitung.ch

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