SCHENKON: «Schauspieler zu finden, ist teils mühsam»

25 Jahre hat die Theatergruppe Schenkon auf dem Buckel. Nach einjähriger Pause wegen Spielermangel ist die Gruppe mit neuer Energie in die Saison gestartet.

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Die Theatergruppe Schenkon spielt das Stück «Nome Zoff met em Stoff». Im Bild diskutiert Biobauer Klaus Beerli (Peter Vonlaufen) mit seiner Frau Maja Beerli (Karin Wüthrich). (Bild Corinne Glanzmann)

Die Theatergruppe Schenkon spielt das Stück «Nome Zoff met em Stoff». Im Bild diskutiert Biobauer Klaus Beerli (Peter Vonlaufen) mit seiner Frau Maja Beerli (Karin Wüthrich). (Bild Corinne Glanzmann)

Die Theatergruppe Schenkon steckt mitten in den Aufführungen. Die Premiere ist gut überstanden, weitere zwei Aufführungen des Stücks «Nome Zoff met em Stoff» folgen am kommenden Wochenende. Im Stück geht es um einen Gemüsehof. Die Bauern haben das Gefühl, alles zu geben, während die anderen die Lorbeeren ernten. Während sie mit viel Fleiss Gemüse anbauen, setzen die Nachbarn auf Biogemüse und Hokuspokus.

Bauernstücke ziehen weniger

Bereits seit 25 Jahren ist die Theatergruppe fester Bestandteil der Vereinsszene von Schenkon. Rund 35 Mitglieder zählt die Gruppe – einige sind seit der Gründung vor einem Vierteljahrhundert dabei. Prisca Arnold ist seit 15 Jahren Mitglied im Verein – seit 2010 präsidiert sie diesen. Sie erzählt: «Die Zuschauer haben sich in den letzten 25 Jahren verändert. Statt nur einheimische Gäste, begrüssen wir vermehrt Auswärtige an den Aufführungen.» Weiter sagt Arnold: «Die Zuschauer wollen andere Stücke sehen. Bauernstücke mit einer Bauernfamilie, einem Knecht und einer Magd ziehen weniger. So führten wir in den letzten Jahren auch mal einen Krimi oder sonst was Neuzeitlicheres auf.»

Auch Auswärtige spielen mit

Nicht nur die Gäste kommen vermehrt aus den Nachbarsgemeinden. Diese Entwicklung spiegelt sich bei den Schauspielern und Mitgliedern. «Rund die Hälfte wohnt nicht in Schenkon. Die meisten davon sind Weggezogene oder solche, welche sonst einen Bezug zur Gemeinde haben.» Wie für die meisten Laientheater, ist es auch für die Theatergruppe Schenkon nicht immer einfach, genügend Mitglieder zu finden. «Es ist immer ein Gehen und ein Kommen. Spieler zu finden, ist teils mühsam. Deshalb haben wir auch Aushilfe-Schauspieler.» Arnold betont: «Nicht alle Vereinsmitglieder eignen sich zum Theaterspielen.» Dies sei auch gut so, denn auch neben der Bühne brauche es viele Helfer.

Ist die Konkurrenz auf der Landschaft von anderen Theatergruppen zu gross? Arnold verneint. «Die Aufführungstermine der Theater in der Region sind gut verteilt. Wir nehmen einander die Spieler und Zuschauer nicht weg.»

Pause führte zu Rückmeldungen

Spielermangel bei der Theatergruppe war ein Grund, weshalb die Bühne in Schenkon im vergangenen Herbst leer geblieben ist. «Viele Spieler haben Weiterbildungen absolviert. Deshalb haben wir entschieden, eine Pause einzulegen.» Dies blieb in der Bevölkerung nicht unbemerkt. «Es hat schon ein paar Rückmeldungen gegeben von Leuten, welche eine Aufführung vermisst haben. Auch mir hat etwas gefehlt.»

Im Juni ist die Theatergruppe mit neuer Energie in die Saison und das Jubiläumsjahr gestartet. In rund vierzig Proben haben sich die zehn Laienspieler auf das Stück von Bernd Gombold vorbereitet. Erstmals führt Susanne Vonlaufen in Schenkon Regie. In anderen Gemeinden war sie schon als Regisseurin tätig. Weiter führt sie jährlich mit ihrer Schulklasse ein Weihnachtsmusical auf. Die Theatergruppe Schenkon bezeichnet sie als «fröhliche, motivierte Truppe». Sie sagt zum diesjährigen Stück, einem Schwank in drei Akten: «Es lässt den Alltag vergessen.» Und was die Regisseurin ganz besonders mag: «Der Schluss hat mich überzeugt, weil er so nicht erwartet wird.» Das Stück haben laut Prisca Arnold mehrere Vorstandsmitglieder unabhängig voneinander anvisiert.

Die Theatergruppe steht noch am Freitag und Samstag in Schenkon auf der Bühne. «Die Aufführungen sind schon gut reserviert», sagt Arnold.

Roseline Troxler

Hinweis

Die weiteren Aufführungen finden am Freitag, 16. Oktober, sowie am Samstag, 17. Oktober, jeweils um 20 Uhr im Begegnungszentrum Schenkon statt. Platzreservationen sind heute Donnerstag und morgen Freitag von 19 bis 21 Uhr bei Bernadette Faden, Telefon 041 921 99 77, möglich. Der Eintritt kostet für Erwachsene 15 Franken, für Kinder 5 Franken.