SCHIESSEREI: Nationalität hat in Kriens keine Rolle gespielt

Bei beiden tödlichen Auseinander­setzungen in Kriens waren Kosovaren involviert. Ein Experte erklärt, warum die Taten dennoch keinen kulturellen Hintergrund haben.

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Christian Giordano. (Bild pd)

Christian Giordano. (Bild pd)

Die Krienser SVP spricht bereits von einem «Albaner-Problem», denn in beiden tödlichen Auseinandersetzungen in Kriens in diesem Jahr waren die Opfer Kosovaren. Und beide Male scheint auch die Gewalt von Kosovaren oder Serben ausgegangen zu sein.

Südosteuropa-Experte Christian Giordano kann in diesen beiden Fällen aber kein nationenspezifisches Problem erkennen. Sondern: «In beiden Fällen handelt es sich um Jugendgewalt.» Dies sein ein Phänomen, das europaweit zugenommen habe und nicht kulturell bedingt sei. Blutrache oder Ehrenmord seien keine Motive für die Taten gewesen.

Die Waffe sei zwar in südosteuropäischen Ländern ein Statussymbol, allerdings sei sie auch Ausdruck des Misstrauens gegenüber des Staates. Girodano stellt «auch in Westeuropa immer mehr eine Entwicklung in diese Richtung» fest. Und warnt eindringlich davor, diese Fälle zu ethnisieren.

Barbara Inglin

Das ausführliche Interview lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Luzerner Zeitung.