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SCHIFFFAHRT: «Saphir» fährt neu zu fixen Zeiten

Der vergangene Sommer war gut für die Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees (SGV). Um die asiatischen Gäste will sie sich in Zukunft noch besser kümmern – und sie nimmt Kurs in Richtung Bürgenstock.
Urs-Ueli Schorno
Das Panoramaschiff «Saphir» am Schwanenplatz. Bild: Nadia Schärli (Luzern, 18. Juli 2013)

Das Panoramaschiff «Saphir» am Schwanenplatz. Bild: Nadia Schärli (Luzern, 18. Juli 2013)

Martin Wicki, Geschäftsbereichsleiter Schifffahrt bei der SGV, reist bald nach China. Dort will er sich mit Pauschalreiseanbietern treffen und den Gästen aus dem Reich der Mitte eine Schifffahrt auf dem «Lake Lucerne» schmackhaft machen. Im Gepäck wird er dann auch attraktive Angebote haben. Zum Beispiel: «Eine Fahrt mit unserem Panoramaschiff ‹Saphir› soll noch einfacher planbar werden», verrät er. Den sich oft nur zu einem Kurzaufenthalt in Luzern einfindenden Gruppen sei nämlich die Konsultation des Fahrplanes des Schiffes mit unregelmässigen Abfahrtzeiten oft zu aufwendig. «Wir fahren neu das ganze Jahr und werden auch im Winter neu mindestens drei fixe tägliche Termine für Rundfahrten mit dem beliebten Schiff anbieten», so Wicki.

Der Rückgang asiatischer Touristen, die Luzern als Destination anpeilen, beschäftigt Wicki. «Besorgt sind wir deshalb aber nicht.» Rund drei Viertel der Passagiere auf dem Vierwaldstättersee kämen aus der Schweiz. «Die Gäste aus China machen bei uns 4 bis 5 Prozent aus», führt er aus. Bei fast 2,5 Millionen transportierten Gästen im vergangenen Jahr werden aus dieser scheinbar kleinen Zahl aber schnell über 110 000 Kunden. Auch deshalb freute man sich im Rekordsommer 2015 über die «massive Zunahme von Gästen aus Asien, insbesondere Indien und China». Die asiatischen Touristen, die sehr sensibel auf Unsicherheitsfaktoren wie Terrorgefahr reagierten, bleiben eine gefragte Zielgruppe auch für die SGV.

Grund zum Klagen hat man bei der SGV aber nicht. Das zeigt auch ein Blick zurück auf die Sommersaison. Diese sei zwar etwas verhaltener gestartet, da sich im Mai und Juni doch einige Regentage in den Kalender streuten, sagt Wicki. «Ende August lagen wir dann nur noch 5 bis 7 Prozent hinter dem ausgezeichneten Vorjahr.» Im Spitzenmonat ­August wurden 461000 Passagiere befördert gegenüber 478000 im August 2015. Da im vergangenen Jahr ein «Traumsommer» den rekordverdächtigen Umsatz von 35 Millionen Franken bescherte, spricht Wicki auch heuer von einem «guten bis sehr guten Sommer». Spitzentage – bei den Schifffahrern sind das Tage mit über 30000 Besuchern – gab es in diesem Jahr jedoch keine. Der 17. Juli mit 25000 und der 7. August mit 24000 beförderten Passagieren waren die beliebtesten. «Es ist uns aber lieber, wenn sich die Passagiere auf viele schöne Tage verteilen, als wenn alle am einzig sonnigen Tag in der Woche auf das Schiff wollen.»

Im 10-Jahres-Vergleich rechnet Martin Wicki für 2016 denn auch mit einem überdurchschnittlichen Umsatz. Dazu beitragen wird auch der Herbst. «Wir hatten einen super Herbst mit 25 Prozent mehr Gästen im September als im Vorjahr», freut er sich. Wicki wagt die Prognose, dass man mit den rund 2,4 Millionen Passagieren im Jahr 2016, mit denen man derzeit rechnet, nur ­einen marginalen Rückgang von 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr in Kauf nehmen müsse.

Ab Sommer 2017 ganzjährig per Schiff nach Kehrsiten

Seit dem 24. Oktober gilt auch bei der SGV wieder der Winterfahrplan. «Wir haben das Angebot in den vergangenen Wintern stetig ausgebaut», so Wicki. «Wenn es etwa unten Nebel und auf der Rigi Sonne hat, ist die Fahrt nach Vitznau beliebt.» Zudem sei das Angebot an Bergbahnen, das durch das Generalabonnement abgedeckt werde, stetig ausgebaut worden. «So ist etwa nach der Rigi dieses Jahr die Klewenalp dazugekommen.» Dass jetzt die Skifahrer statt mit Zug und Auto im Schiff nach Beckenried reisen, erwartet er nicht, «auch wenn die Gewerbeschule mit rund 4000 Schülern ihren Skitag alle vier Jahre traditionell mit einer Schifffahrt begeht».

Gespannt blickt Wicki auch auf das kommende Jahr, wenn im Sommer am Fusse des Bürgenstocks mit der Eröffnung des Resorts und der renovierten Bürgenstockbahn die Station Kehrsiten für die Touristen wieder attraktiv wird. Laut Raphael Amrein, Medienverantwortlicher des Resorts, soll die Station künftig ganzjährig per Schiff erreichbar sein. «Der Weg mit dem öffentlichen Verkehr ins Resort ist für uns der Königsweg», betont er. Dabei werde der Schifffahrt eine wichtige Rolle zukommen: «Sobald die Bürgenstock-Bahn wie geplant im Sommer wieder fährt, ist der Zugang per Schiff am einfachsten.» Über zu erwartende Frequenzen und das weitere gemeinsame Vorgehen mit der Schifffahrtsgesellschaft und den Kantonen will Amrein noch im Laufe des Monats informieren.

Urs-Ueli Schorno

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