SCHIFFFAHRT: Umbaupläne für Dampfschiff «Schiller» sind gestoppt

Die Dampferfreunde wollen das «Schiller»-Oberdeck verglasen. Die SGV hat die Option geprüft – und verworfen.

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Das 1906 erbaute Dampfschiff «Schiller» mit seinem Zeltaufbau auf dem hinteren Oberdeck. (Archivbild Pius Amrein)

Das 1906 erbaute Dampfschiff «Schiller» mit seinem Zeltaufbau auf dem hinteren Oberdeck. (Archivbild Pius Amrein)

Sarah Weissmann

Der Verein Dampferfreunde Vierwaldstättersee mit seinen 10 000 Mitgliedern hat einen Plan: das hintere Oberdeck des 1906 erbauten Dampfschiffs «Schiller» zu verglasen – analog dem Dampfschiff «Unterwalden». Denn die Dampferfreunde haben gemäss ihrem Präsidenten Beat Fuchs positive Erfahrungen damit gemacht. Eine solche Verglasung sei eine gute Lösung, «damit könnten der Komfort, die Einsatzflexibilität und die Wirtschaftlichkeit gesteigert werden», sagt Fuchs.

Umbau lohnt sich nicht

Der Verwaltungsratspräsident der Schifffahrtgesellschaft Vierwaldstättersee (SGV), Hans-Rudolf Schurter, liess das Anliegen der Dampferfreunde mittels Machbarkeitsstudie prüfen. Diese kam zwar zum Schluss, dass eine Verglasung des Oberdecks machbar wäre. «Trotzdem lohnt sich ein solcher Umbau für die SGV nicht», schreibt Schurter in der aktuellen Ausgabe der Dampferfreunde-Vereinszeitung.

Beim Dampfschiff «Schiller» handle es sich um ein Sommerschiff, das für 900 Personen zugelassen ist. «Der Umbau hätte bewirkt, dass die Zulassung aufgrund des grösseren Gewichtes und eines Umbaus des Gastronomiebereiches hätte reduziert werden müssen», so Schurter. Eine Kapazität von 900 Personen sei im Sommer aber zwingend.

Ein weiteres Schiff, dass in den kühleren Jahreszeiten eingesetzt werden könnte, sei zudem nicht nötig. Schurter: «Der Verwaltungsrat der SGV beschloss deshalb, die Idee einer Verglasung des Oberdecks für die ‹Schiller› nicht weiterzuverfolgen.»

Die Kosten für den «Schiller»-Umbau hätten sich auf rund 800 000 Franken belaufen. Die Dampferfreunde waren zwar bereit, einen Teil dieser Kosten zu übernehmen. Laut Martin Wicki, Leiter Schifffahrt, sind das aber hohe Kosten, und bei der Lancierung der Machbarkeitsstudie war nicht absehbar, wie hoch diese tatsächlich sein würden.

Den Entscheid der SGV akzeptieren die Dampferfreunde laut Fuchs. «Wir wollten das Dampfschiff ‹Schiller› auch nicht als Winterschiff definieren. Allerdings sind wir nach wie vor der Meinung, dass die Aussenplätze auf dem Oberdeck wettersicher sein sollten.» Denn die jetzt installierten Blachen empfinde man als unschöne Lösung.

Mit Generator Brennstoff sparen

Der Umbau wird an der am 16. Mai stattfindenden Generalversammlung (GV) des Vereins Dampferfreunde jedenfalls kein Thema mehr sein, sagt Fuchs. Denn gemäss der Traktandenliste der diesjährigen GV stehen vor allem Abstimmung und Neuwahl des neuen Präsidenten im Vordergrund (siehe Box).

Auch über Investitionen für die Schiffe wird debattiert. Denn das DS «Schiller» erhielt in diesem Jahr einen neuen Dieselgenerator für die Stromerzeugung. Damit wird der Brennstoffverbrauch des Dampferschiffes reduziert. Bei den bereits umgebauten Dampfschiffen «Unterwalden», «Uri» und «Stadt Luzern» konnte gemäss Vereinszeitung 30 bis 40 Prozent Treibstoff eingespart werden, wo­durch Betriebskosten gespart und CO2-Einsparungen realisiert würden. Die «Gallia» soll als letztes der fünf Schiffe im kommenden Winter umgebaut werden.

Wenn die Teilnehmer des Vereins Dampferfreunde den entsprechenden Beschluss fassen, leistet der Verein an die SGV dafür einen Unterstützungsbeitrag von 400 000 Franken.