SCHILDKRÖTENSTATION BÜRON: Jede Menge Löwenzahn für Panzertiere

Schildkröten überforderter Besitzer landen in Büron, der einzigen Auffangstation der Deutschschweiz.

Drucken
Teilen
Roger Limacher mit Göttibueb Silvan Prieur im Garten der Schildkrötenstation. (Bild Chris Iseli/Neue LZ)

Roger Limacher mit Göttibueb Silvan Prieur im Garten der Schildkrötenstation. (Bild Chris Iseli/Neue LZ)

Samantha ist flink. Aber nicht so flink wie Sämi. Der würde davonrennen, also lässt ihn Roger Limacher gar nicht erst zu Boden. Nach dem Foto gehts zurück ins Gehege, wo Ruhe und Löwenzahn warten.

Samantha und Sämi sind Breitrandschildkröten, die in der Schildkröten-Auffangstation in Büron leben. Die Station ist (neben einer kleineren in Emmen) die einzige für tropische Land- und Wasserschildkröten in der Deutschschweiz. Betrieben wird sie von der Schildkröten-Interessengemeinschaft Schweiz (SIGS), Sektion Zentralschweiz.

300 Schildkröten landen jährlich in der Auffangstation
Roger Limacher (39), der in Büron lebt, ist seit fünf Jahren Präsident. Er hat die Station praktisch in Eigenregie aufgebaut. Mit seinen Helfern schaut er jeden Tag rein, füttert die Tiere. Jetzt gerade leben hier 29 Schildkröten, auf drei Räume und den Garten verteilt, in Wasserbecken oder Terrarien.

Pro Jahr landen 300 Schildkröten in der Auffangstation Büron – sie werden am Zoll abgefangen, von Spaziergängern gefunden oder von überforderten Besitzern abgegeben. Limacher sagt: «Besser die Tiere werden bei uns abgegeben, als dass sie irgendwo in der freien Natur landen.»

Für artgerechte Haltung muss garantiert werden
In der Station kommen die Schildkröten in Quarantäne. Dann sucht die SIGS neue Besitzer. Limacher: «Wir verkaufen keine Tiere, wir vermitteln sie nur weiter.» Dafür müsse jeder Besitzer einen Vertrag unterschreiben, in dem er für die artgerechte Haltung garantiert. Und Limacher verlangt ein Foto der Aussenanlage.

Früher war die Station eine Arbeiterwohnung, die dann lange nur als Grümpelkammer diente. Die Besitzer haben sie Roger Limacher vor vier Jahren zur Verfügung gestellt. «Ohne ihre Hilfe könnten wir eine solche Station nie führen», sagt er. Die SIGS hat vor kurzem ein zusätzliches Stück Garten bekommen, das sie gleich zu einer neuen Aussenanlage umfunktioniert hat. «Jetzt ist es auch kein Problem mehr, wenn 50 Schildkröten auf einmal zu uns kommen.»

Stefan Roschi

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Luzerner Zeitung.