Schindler restrukturiert und baut Stellen ab

Der Lift- und Rolltreppenhersteller Schindler mit Sitz in Ebikon hat Restruktur­ierungsmassnahmen angekündigt. Weltweit sollen vier Prozent der Stellen abgebaut werden. Die Schweiz soll davon nur marginal betroffen sein.

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Der Liftbauer Schindler hat weniger Gewinn eingefahren als im vergangenen Jahr. (Bild: PD)

Der Liftbauer Schindler hat weniger Gewinn eingefahren als im vergangenen Jahr. (Bild: PD)

Konzernsprecherin Barbara Schmidhauser sagte auf Anfrage, dass etwa 4 Prozent des Personalbestandes reduziert werden dürfte. Besonders betroffen sein würden schwache Märkte wie Spanien, Portugal oder die USA.

Stellenabbau: Schweiz marginal betroffen

Schindler beschäftigte Ende September weltweit 44'300 Personen, 3 Prozent mehr als vor einem Jahr. Schmidhauser sagte, dass die Schweiz nur marginal vom Stellenabbau berührt werde. Schindler sehe bis Ende 2012 eine Reduktion von 1 Prozent vor. Es würden Abgänge nicht ersetzt und es komme zu internen Verschiebungen. Die Produktionsstandorte Ebikon und Locarno seien nicht betroffen.

528 Millionen Franken Gewinn

Schindler erwirtschaftete in den ersten neun Monaten 2011 einen Gewinn von 528 Mio. Franken, nur 2 Mio. Fr. weniger als in der Vorjahresperiode. Im dritten Quartal belief sich der Gewinn auf 175 (2010: 191) Mio. Franken.

Belastet wird der am Mittwoch publizierte Semesterabschluss vom starken Schweizer Franken. Die Währungseffekte drückten die Zahlen um rund 12 Prozent.

Grosse Nachfrage

Von Januar bis September gingen bei Schindler Aufträge von 6,2 Mrd. Fr. ein, 6,4 Prozent weniger als in der Vorjahresperiode. In lokalen Währungen resultierte aber ein Wachstum von 5,4 Prozent. Alle Regionen, am stärksten der asiatische und pazifische Raum, hätten zu dem Wachstum beigetragen, schreibt Schindler. Ähnlich sieht es beim Umsatz aus. Mit 5,7 Mrd. Fr. ist dieser 5,6 Prozent kleiner als in der Vorjahresperiode. In Lokalwährungen nahm der Umsatz aber um 6,3 Prozent zu. Das Betriebsergebnis EBIT sank um 7,7 Prozent auf 661 Mio. Franken. In Lokalwährungen wird ein Wachstum von 5,0 Prozent ausgewiesen. Die EBIT-Marge war mit 12,1 (2010: 12,2) Prozent stabil.

Schindler erwartet einen Jahresgewinn von 580 bis 610 Mio. Franken. Die Einschätzung der weltweiten Wirtschaftsentwicklung bleibe wegen der Schuldenkrise unsicher, schreibt der Konzern. Für Südeuropa und die USA seien die Konjunkturaussichten ungünstig.

Mehr in Asien - weniger in den USA

Um in diesem schwierigen Umfeld bestehen zu können, will Schindler in den nächsten Monaten Massnahmen umsetzen, die zu mehr Wachstum und Produktivität führen. Das Massnahmenpaket mit dem Namen LEAP soll bis Ende 2013 positive Effekte von 150 Mio. Fr. bewirken. Als mittelfristiges Ziel gesetzt ist eine EBIT-Marge von 14 Prozent.

Vorgesehen ist, in den strategischen Wachstumsmärkten China und Indien zu investieren und dort die Produktions- und Entwicklungskapazitäten auszubauen. Schindler beziffert das Investitionsvolumen auf 130 Mio. Franken.

In den schwächeren Märkten will Schindler dagegen zurückfahren, um die Profitablität zu sichern. Die Restrukturierungskosten dürften sich auf 100 bis 150 Mio. Fr. belaufen und vor allem im vierten Quartal 2011 anfallen.

sda