SCHLACHTFEIER: Rechtsextreme: Juso plant eine Gegendemo

Der Aufmarsch der Rechtsextremen an der jährlichen Schlachtfeier in Sempach ist der Juso ein Dorn im Auge. Auch die Regierung wird scharf kritisiert.

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Der Aufmarsch von Rechtsextremen ist der Juso ein Dorn im Auge. (Bild Adrian Stähli/Neue LZ)

Der Aufmarsch von Rechtsextremen ist der Juso ein Dorn im Auge. (Bild Adrian Stähli/Neue LZ)

Die Jungsozialisten organisieren am 27. Juni 2009, dem Tag der Schlachtfeier, eine Kundgebung und fordern die Luzerner Regierung und das OK der Schlachtfeier auf, sich «endlich» von Rechtsextremen zu distanzieren und ihnen keinen Platz bei ihrem Umzug zu gewähren, wie die Gratiszeitung «20 Minuten» berichtet. «Wir finden es bedenklich, dass die Luzerner Regierung weiterhin vor demokratie- und fremdenfeindlichen Ideologien kuscht und Rechtsextreme mit Samthandschuhen anfasst», heisst es in einer Medienmitteilung der Partei.

Keine Probleme bei der letzten Feier
Die Rechtsextremen hätten sich vor einem Jahr friedlich und nicht anders als in den Vorjahren verhalten, sagte Daniel Bussmann, Pikettoffizier der Luzerner Kantonspolizei. Sie marschierten schweigsam und mehrheitlich in schwarzen Kleidern am Schluss des Festzugs und hielten sich während der dortigen Feier im Hintergrund. Im Anschluss an die offizielle Feier legten sie zwei Kränze am Fusse des Winkelried-Denkmals nieder und sangen im Halbkreis die alte Schweizer Nationalhymne («Heil dir Helvetia»). Danach zogen sie wieder ab.

«Die Demo ist kontraproduktiv»
Der Stadtpräsident von Sempach hält gar nichts vom Gebaren der Jungsozialisten: «Die Demo der Juso ist kontraproduktiv, denn so bekommen die Rechtsradikalen, was sie wollen: Aufmerksamkeit», erklärt Franz Schwegler auf Anfrage gegenüber «20 Minuten». Er befürchte, dass die Schlachtfeier politisch missbraucht und für ideologische Grabenkämpfe benutzt wird. Schwegler hält es durchaus für möglich, dass die Rechtsextremen wieder in gleichem Rahmen auftreten dürfen wie im vergangenen Jahr. «Wie der Anlass gestaltet wird, entscheiden wir zusammen mit der Luzerner Kantonsregierung.» Sowieso werde die Brisanz dieses Anlasses überschätzt.

Derweil zeigt sich die Pnos unbeeindruckt über den Aufmarsch der Linken: «Die stören uns nicht, es herrscht schliesslich Meinungsfreiheit», so Pnos-Mediensprecher Markus Martig.

rem