Schlägereien via Handy melden

Wie viele Gewalttaten bleiben der Polizei verborgen? Ein Gewaltbarometer soll darauf Antwort geben. Die Ordnungshüter sind allerdings skeptisch.

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Wem Gewalt angetan wird, kann dies seit diesem Sommer via Handy melden (gestellte Szene). (Bild: Manuela Jans/Neue LZ)

Wem Gewalt angetan wird, kann dies seit diesem Sommer via Handy melden (gestellte Szene). (Bild: Manuela Jans/Neue LZ)

Mit dem «Gewaltbarometer» lanciert der Luzerner Verein «Gewaltlos» ein System, bei der jeder Missstände melden kann. Wer unterwegs auf eine Schlägerei, Littering oder Trunkenbolde stösst, soll dies unkompliziert via Smartphone angeben können. Allerdings wird «die Applikation für Smartphones», wie der Gewaltbarometer auf der Webseite beschrieben ist, dem Namen nicht ganz gerecht. So können die Nutzer vorläufig keine App auf ihr Smartphone herunterladen, sondern müssen die Beobachtungen auf der Webseite www.gewaltlos.ch mittels Formular angeben.  «Wir wollten den Gewaltbarometer unbedingt auf den Sommer lancieren, da in diesen Tagen am meisten los ist», so Verena Zellweger, Präsidentin des Vereins Gewaltlos und CVP-Grossstadträtin.

Dunkelziffer erfassen

Der Gewaltbarometer beschränkt sich vorläufig auf das Gebiet der Stadt Luzern. Aber auch hier könne das Formular auf andere Gemeinden ausgeweitet werden, wie Zellweger sagt. Mit dem Gewaltbarometer solle vor allem die Dunkelziffer erhellt werden.

Luzerner Polizei ist skeptisch

Dass mit dem Gewaltbarometer Unfug getrieben wird, glaubt Verena Zellweger nicht: «Es ist schon eine Hemmschwelle da, den Barometer zu nutzen.» Gerade wegen der Anonymität jedoch schliesst Urs Wigger, Mediensprecher der Luzerner Polizei, Missbräuche nicht aus. «Für die Ermittlungsarbeit der Polizei bringt der Gewaltbarometer nur bedingt etwas. Da wir Hinweise verifizieren müssen, sind wir auf die Namen der Melder angewiesen.»

Sandro Portmann

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