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Schlafkliniken boomen
in der Stadt Luzern

Inzwischen gibt es drei Institutionen, die auf Schlafstörungen spezialisiert sind.
Sandra Monika Ziegler
Die leitende Ärztin Lorena Gonzales in der Hofklinik. (Bild: Nadia Schärli, Luzern, 12. Juni 2019)

Die leitende Ärztin Lorena Gonzales in der Hofklinik. (Bild: Nadia Schärli, Luzern, 12. Juni 2019)

Gut ein Drittel unseres Lebens verschlafen wir. Fällt der Schlaf aber aus oder wird immer wieder unterbrochen, kann ein langer Leidensweg beginnen. In der Schweiz leidet laut dem Bundesamt für Statistik rund ein Viertel der Bevölkerung unter Schlafstörungen, acht von 100 Personen müssten Medikamente einnehmen, um schlafen zu können.

Dass Schlafstörungen behandelbar sind, wissen jedoch viele nicht, wie Karin Blättler, Geschäftsführerin der neu eröffneten Hofklinik Luzern sagt: «Viele gehen auch trotz ordentlichen Schlafstörungen nicht zum Arzt, weil sie nicht wissen, dass man so was behandeln kann. Daher ist die Dunkelziffer sicher hoch.»

Nachfrage nehme zu

Die neue Klinik an der Löwenstrasse ist auf Wach- und Schlafmedizin spezialisiert. Und die Nachfrage sei vorhanden, so Blättler. Die Relevanz von Schlafstörungen werde immer mehr von Ärzten und Patienten erkannt, wodurch dieser medizinische Fachbereich eine immer grössere Nachfrage erfahre.

Die Hofklinik wurde diesen Februar eröffnet und hat seither 120 Patienten behandelt, so Blättler. Zudem hätten sich die wöchentlichen Zuweisungen beziehungsweise Neuanmeldungen seit Beginn verdoppelt. Dabei sei die jüngste Patientin 17 und der älteste Patient ist 73 Jahre alt. Eine Faustregel, wer in welchem Alter wie lange schlafen sollte, gebe es nicht. Unterschieden werde aber zwischen Lang- und Kurzschläfern. Man sollte natürlich nicht kürzer schlafen, als man es nötig hat, da dies ein Schlafmanko verursachen könne. Umgekehrt sollte man aber auch nicht länger schlafen, als man von der Veranlagung her braucht.

Als kleiner Tipp bemerkt Blättler: «Als Hinweis kann gelten, wenn man am Wochenende oder in den Ferien mehr als eineinhalb Stunden länger schläft als unter der Arbeitswoche. Dann lebt man unter der Woche mit ungesundem Schlafmangel.» Die Hofklinik bietet nebst Spezialsprechstunden und Tagestests auch ein Schlaflabor an. Dazu arbeitet sie mit dem benachbarten Ibis-Hotel zusammen. Dank dieser Hotellösung können die Kapazitäten an Schlaflaborplätzen angepasst werden.

Kantonsspital und St. Anna mischen mit

Die Hofklinik ist mit ihrem Angebot aber nicht die einzige, die sich auf dem Platz Luzern um die nächtliche Ruhe sorgt. Auch das Luzerner Kantonsspital (LUKS) führt ein Schlaflabor und bietet zudem ambulante Untersuchungen zu Hause an. Ein weiterer Player ist die Klinik für Schlafmedizin (KSM) an der Lützelmattstrasse, ein Tochterunternehmen der RehaClinic-Gruppe, an der auch die Hirslanden Klinik St. Anna beteiligt ist.

Die KSM attestiert, dass Schlafstörungen «zunehmende Aufmerksamkeit erfahren». Dies zeige sich auch an der steigenden Zahl populärer Literatur wie etwa «Die unausgeschlafene Gesellschaft» von Stanley Coren oder «Wake Up!» von Peter Spork. Auf die Frage, ob es besonders betroffene Gesellschaftsgruppen gibt, die unter der Schlafstörung chronische Isomnie leiden, meint Remo Sigrist, Leiter Psychologie: «Häufiger betroffen davon sind unter anderem Frauen, ältere Menschen, Menschen mit medizinischen Erkrankungen, psychischen Störungen oder mit Substanz-Abhängigkeit.»

Die KSM bietet auch ein Online-Angebot für chronische Isomnie. Das habe den Vorteil, dass die Behandlung ort- und zeitungebunden durchgeführt werden kann. Eine Analyse habe gezeigt, dass diese Therapie gleich wirksam sei wie die Behandlung vor Ort.

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