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SCHLOSS HEIDEGG: Schlosswände erzählen die Geschichte neu

Die Geschichte eines der ältesten Häuser des Kantons wird neu inszeniert. Möglich macht’s ein Hörspiel. Wobei: Das eigentlich Faszinierende ist an den alten Schlosswänden zu sehen.
Niels Jost
Ralph Eichenberger (links) und Dieter Ruckstuhl stehen vor den Projektionen der Schlossgeschichte. (Bild: Nadia Schärli (Gelfingen, 5. April 2017))

Ralph Eichenberger (links) und Dieter Ruckstuhl stehen vor den Projektionen der Schlossgeschichte. (Bild: Nadia Schärli (Gelfingen, 5. April 2017))

Niels Jost

niels.jost@luzernerzeitung.ch

Es ist dunkel. Nur durch die drei schmalen Fenster in den meterdicken Steinwänden des Schlosses Heidegg dringt etwas Licht in den altehrwürdigen Keller. Die Schwärze wird jedoch schnell durch feine, aber doch klare weisse Striche erhellt, die sich auf dem Mauerwerk allmählich zu einem Bild formen. Gleichzeitig beginnt eine Stimme die Geschichte des Schlosses Heidegg zu erzählen – es scheint sogar, als käme das Gesprochene direkt aus den Wänden. Dieter Ruckstuhl, Kurator und Geschäftsführer der Vereinigung Pro Heidegg, erklärt: «Diese Wände wurden beim Bau der Burg um 1192 als Erstes erstellt. Sie haben also vieles miterlebt – und sind somit die optimale Plattform, um die Schlossgeschichte zu erzählen.»

15 Minuten dauert das illus­trierte Hörspiel über die 800-jährige Geschichte, das ab heute im Turmkeller läuft. Die Besucher erfahren etwa, dass das Schloss Kriege überstanden und mehrfach die Besitzerfamilie gewechselt hat, welche die Burg stets ausbauten – solange das Geld reichte. Der Fokus liegt auf den Menschen, die im Schloss ein und aus gingen. Die Fülle an Informationen ist entsprechend gross. Dank der lebhaften Illustrationen und der Nebengeschichten werden aber auch Kinder ihren Spass ­haben, ist sich Ruckstuhl sicher.

Reine Zentralschweizer Produktion

Dass die neue Rauminszenierung eine durchwegs aufwendige Produktion ist, zeigt deren Entstehung. So lag die Idee bereits vor über eineinhalb Jahren auf dem Tisch. Allein für die Recherche verbrachte Dieter Ruckstuhl unzählige Stunden in Staatsarchiven, so jenen in Luzern und in ­Aarau. Dabei kamen auch für den Kurator neue Informationen über das Schloss und seine Bewohner ans Licht. Aus diesen gesammelten Daten entwickelte schliesslich der Luzerner Szenograf und Produzent Ralph Eichenberger die Rahmenhandlung, schrieb die sechs nacheinander laufenden Kurzgeschichten und realisierte die Produktion mit seinem Team. Gesprochen wurde das Hörspiel von nicht weniger als 13 Personen, für die Musik wurden eigens die Lehrpersonen der Hitzkircher Musikschule und der dortige Männerchor engagiert. Erst danach erweckten Illustrator Jonas Raeber und Sounddesigner René Zingg, beide ebenso Luzerner, die Erzählung auch visuell und akustisch zum Leben. Um die Persönlichkeiten möglichst authentisch zu zeichnen, orientierte sich Raeber an historischen Gemälden. Und Zingg nutzte beispielsweise echtes Silbergeschirr – das die Herrschaften damals brauchten –, um die Tonspur zu gestalten. «Die Teamarbeit hat hervorragend funktioniert», bilanziert Ruckstuhl. Erfreut ist er zudem, dass es eine reine Zen­tralschweizer Produktion sei.

Für die neue Inszenierung wurde eigens ein Fundraising durchgeführt. Unter anderen ­haben sich die Kulturförderung des Kantons Luzern, die Albert-Koechlin-Stiftung und der Versicherungskonzern Mobiliar daran beteiligt. Mit dem Endprodukt sind die Beteiligten überaus zufrieden. Ralph Eichenberger sagt etwa: «Es ist immer schön zu ­sehen, wie sich eine Idee im Laufe der Produktion entwickelt und das fertige Produkt am Schluss das Publikum erfreut.»

Das animierte Hörspiel löst im Museum die bisherige Tonbildschau ab. Diese war seit 1998 ebenso im historischen Keller zu sehen und zu hören. «Mit der neuen Inszenierung wird die Geschichte des Schlosses viel direkter ­erlebbar», so Ruckstuhl. Gleich bleibt, dass auch das neue Hörspiel als Ausgangspunkt für den Museumsbesuch gedacht ist – und das möglichst lange. «Das neue Raum-Hörspiel ist für die nächsten zehn Jahre gemacht.»

Hinweis

Mehr Infos: www.heidegg.ch

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