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SCHLUND: Kriens verhindert Tempo 60

Ist der Schlund ein Wohngebiet oder ein Autobahnzubringer? Darüber sind sich die Gemeinde Kriens und der Kanton nicht einig. Nun hat Kriens einen Etappensieg erzielt.
Die Ringstrasse in Kriens. Hier herrscht vorderhand weiterhin Tempo 50. (Bild Pius Amrein)

Die Ringstrasse in Kriens. Hier herrscht vorderhand weiterhin Tempo 50. (Bild Pius Amrein)

Robert Knobel

Das Gebiet Schlund zwischen Kriens und Horw boomt: Im Schweighof und im Mattenhof entstehen neue Grossüberbauungen mit Hunderten von Wohnungen und Büros. Gleichzeitig ist der Schlund aber noch immer stark gewerblich geprägt. Da stellt sich die Frage, ob es sich nun um ein Wohngebiet oder doch eher um eine Industriezone handelt. Bei dieser Frage sind sich die Gemeinde Kriens und der Kanton Luzern uneinig. Für die Gemeinde ist klar: Der Schlund liegt im Zentrum des Krienser Siedlungsgebiets, entsprechend gilt dort auch das innerorts übliche Tempolimit von 50 km/h.

Wichtiger Zubringer zur A 2

Der Kanton sieht das anders. Deshalb wollte er auf einem Teilstück der Ringstrasse, zwischen Pilatusmarkt und Grabenhof, die erlaubte Geschwindigkeit auf 60 km/h erhöhen. «Bei der Kantonsstrasse K 19 handelt es sich um einen der wichtigsten Autobahnzubringer in der Region Luzern», schreibt die Luzerner Regierung in der Antwort auf einen Vorstoss der Grünen im Kantonsrat. Die Achse Ringstrasse–Schlundkreisel ist der Zubringer aus dem Gebiet Luzern Süd zum A-2-Anschluss Luzern-Horw.

Die Grünen im Kantonsrat hatten für die Tempoerhöhung eine Begründung gefordert. Der ebenfalls grüne Krienser Gemeinderat Cyrill Wiget kann die Argumentation der Regierung nicht nachvollziehen. «In ein paar Jahren wird das Gebiet eine klare urbane Prägung haben», sagt Wiget mit Verweis auf die rege Bautätigkeit. Angesichts der starken Ausdehnung der Wohngebiete im Schlund wäre eine Tempoerhöhung ein falsches Signal, findet Wiget. Die Luzerner Regierung betont jedoch, dass das nächstgelegene Wohngebiet 175 Meter von der betroffenen Strasse entfernt sei, während direkt angrenzend an die Strasse lediglich eine noch unbebaute Arbeitszone liege.

Die meisten fahren schneller als 50

Innerorts oder doch eher periphere Industriezone? Die Antwort auf diese Frage geben laut Regierung auch die Autofahrer selber. Messungen des Kantons zeigten nämlich, dass auf der Ringstrasse bereits heute deutlich schneller als 50 gefahren wird. 85 Prozent der Autofahrer fuhren den Messungen zufolge maximal 58 km/h. Das sei aufgrund des grosszügigen Erscheinungsbildes der Strasse auch nicht verwunderlich, so die Regierung. Tatsächlich verweisen kantonale Verkehrsplaner bei Tempodiskussionen gerne darauf, dass die Autofahrer ihr Tempo auch dem Charakter der Strasse anpassen und nicht nur der signalisierten Geschwindigkeit.

Kriens reichte Beschwerde ein

Zwischen Tempo 50 und 60 mag kein grosser Unterschied bestehen. Doch auch andernorts bewegt die Tempofrage die Gemüter. Auf der Hauptstrasse in Ebikon darf 60 km/h gefahren werden. Die Gemeinde kämpft schon seit Jahren für eine Reduktion auf 50 km/h – die Bemühungen scheiterten bisher aber am Veto des Kantons, der die Strasse als wichtige Durchgangsachse betrachtet. Was Kriens betrifft, hat die Gemeinde in Sachen Tempo 60 zumindest einen Etappensieg davongetragen. Sie reichte nämlich zusammen mit dem Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) Verwaltungsbeschwerde beim Kantonsgericht ein. Auf einen langwierigen Rechtsstreit hat man beim Kanton aber offenbar keine Lust. Die Tempoerhöhung wurde vorläufig zurückgenommen. Man behalte sich aber eine «Neubeurteilung zu einem späteren Zeitpunkt» vor, schreibt die Regierung. So soll zuerst abgewartet werden, wie sich das Gebiet Schlund in den nächsten Jahren konkret entwickelt.

Cyrill Wiget betont, dass der ganze Krienser Gemeinderat den Tempo-60-Plänen kritisch gegenübergestanden habe. So sei der kantonale Rückzieher denn auch positiv für Kriens. «Es ist allerdings schade, dass es dafür zuerst eine Beschwerde brauchte, die viele interne Ressourcen benötigte», bedauert Wiget. «Wir hätten es vorgezogen, bilateral zu einer Lösung zu kommen.»

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