SCHLUSSVORBEREITUNGEN: Viele kaufen Kostüm auf den letzten Drücker

Nicht nur die Fasnachtsläden erleben dieser Tage einen riesigen Ansturm. Auch die Souvenir-Shops freuen sich – «JoDu-Fäscht» sei Dank.

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«Passt perfekt»: Sonja Meier bei der Anprobe im Fasnachts-Bazar. (Bild Remo Nägeli/Neue LZ)

«Passt perfekt»: Sonja Meier bei der Anprobe im Fasnachts-Bazar. (Bild Remo Nägeli/Neue LZ)

Sennenchäppi, Trachtenhemden, rote Pullover mit weissem Schweizer Kreuz: In den Souvenir-Shops, wo sich für gewöhnlich nur Touristen tummeln, sind dieser Tage auffällig viele Einheimische anzutreffen. Grund dafür sind – wie könnte es anders sein – die Fasnacht und ihr diesjähriges Motto «JoDu-Fäscht». «Seit das urchige Motto bekannt ist, kommen ungewöhnlich viele Luzerner Fasnächtler zu uns in den Laden», sagt Robert Casagrande, Inhaber der gleichnamigen Souvenirläden in der Altstadt. Gewisse Artikel wie etwa Trachtenhemden oder traditionelle Hüte musste er in den letzten Wochen mehrmals nachbestellen. Und die kleine Plüschmaus, die auf Knopfdruck jodelt und jutzt, ist bei den Fasnächtlern der Renner schlechthin. «Wir freuen uns über den aussergewöhnlichen Fasnachtsumsatz», so Casagrande. Zwar habe es immer schon Fasnächtler gegeben, die bei ihm eingekauft hätten, «aber so extrem wie in diesem Jahr war es noch nie». Und der Ansturm reisst nicht ab – im Gegenteil. Casagrande weiss: «Viele Fasnächtler rüsten sich erst kurz vor Fasnachtsbeginn aus.»

Schrill und individuell
Diese Erfahrung macht auch Peter Meyer, Inhaber des grössten Fasnachtsladens in der Stadt, dem Fasnachts-Bazar an der Bireggstrasse. «Im Moment ist der Ansturm riesig.» Doch Meyer hat vorgesorgt: «Wir haben im Vorfeld so viel Ware bestellt wie noch nie. Deshalb gibt es auch für diejenigen Fasnächtler noch was, die ihre Fasnachtssachen erst auf den letzten Drücker besorgen.» Die Fasnachtstrends in diesem Jahr: Tierkostüme und 60er/70er-Outfits. Und natürlich die alljährlichen «Klassiker»: Jimi-Hendrix-Perücken, Elvis-Presley-Brillen und die passenden Kostüme dazu - «Hauptsache schrill und individuell». Klassische Strassengewänder, wie sich Sonja Meier aus Horw im Fasnachts-Bazar eines ausgesucht hat, sind dieses Jahr weniger gefragt als auch schon. Die 38-Jährige ist aber zufrieden: «Genau so etwas hatte ich gesucht. Und die Grösse ist tipptopp.»

Cowboy und Prinzessin
Die Kinder vertrauen laut Peter Meyer auf Altbewährtes: Sie verwandeln sich am liebsten in Piraten, Polizisten, Cowboys oder in Prinzessinnen, Hexen oder Bienchen. Solche und viele weitere Kostüme findet man auch im Fasnachtsladen von Kurt Aeschlimann a der Hirschmattstrasse. Dort schaut sich Beat Felber (46) aus Grosswangen gerade die schaurig-schönen Latexmasken an. Er sei zwar kein sehr angefressener Fasnächtler, betont der 46-Jährige, «aber so eine werde ich mir wohl trotzdem kaufen».

Pascal Imbach