SCHMOLZ+BICKENBACH: Reingewinn 2008 um zwei Drittel eingebrochen

Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat auch beim Stahlkonzern Schmolz+Bickenbach tiefe Spuren hinterlassen. Der Reingewinn des weltgrössten Werkzeugstahlherstellers brach 2008 um zwei Drittel ein.

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Arbeiter im Stahlwerk Schmolz + Bickenbach in Emmenbrücke. (Bild: Boris Bürgisser/Neue LZ)

Arbeiter im Stahlwerk Schmolz + Bickenbach in Emmenbrücke. (Bild: Boris Bürgisser/Neue LZ)

Geprägt durch massive Abschreibungen auf Lagerbeständen brach der Reingewinn von Schmolz+Bickenbach letztes Jahr um 66,7 Prozent auf 62,8 Millionen Euro ein, wie das Unternehmen am Donnerstag bekannt gab. Das ist deutlich weniger als die Finanzanalysten nach der im Dezember erlassenen Gewinnwarnung erwartet hatten. Der Umsatz ging um 3,7 Prozent auf 4,092 Milliarden Euro zurück. Die Aktionäre sollen eine von 1,25 Franken auf 50 Rappen je Aktie reduzierte Dividende erhalten.

Metallpreise drastisch gesunken
Das zweite Halbjahr 2008 wurde von einem dramatischen Einbruch bei den Kunden der Auto- und Autozulieferindustrie geprägt. Die Kunden reagierten mit einem Abbau von Lagerbeständen sowie mit Reduktion, Stornierung und Verschiebung von Aufträgen. Hinzu kam die volatile Entwicklung der Rohstoff- und Legierungspreise. Die Schrottpreise halbierten sich bis Ende 2008 von ihren Höchstwerten im Juni 2008. Auch die Preise für Legierungsmittel wie Nickel sanken markant. Diese Entwicklung hatte für Schmolz+Bickenbach einen substanziellen Wertberichtigungsbedarf von insgesamt 134,5 Millionen Franken zur Folge. Das betriebliche Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) schmolz deshalb um 43,9 Prozent auf 233,9 Millionen Euro zusammen. Der EBIT brach um 57,6 Prozent auf 138,4 Millionen Euro ein.

Der Stahlproduzent hat im vierten Quartal 2008 auf Personalseite mit Kapazitätsreduktionen in den Werken reagiert, so etwa mit dem Abbau von Überzeit oder der Reduktion von Temporärmitarbeitern. Seit Januar 2009 gilt in verschiedenen Werken Kurzarbeit.

Tieferen Umsatz und Ertrag erwartet
Im Ausblick rechnet Schmolz+Bickenbach frühestens im zweiten Halbjahr 2009 mit einer gewissen Verbesserung der Auftragslage und der Auslastung. Allerdings werde diese sich dann auf einem tieferen Niveau als in den vergangenen Jahren bewegen. Für das ganze Jahr 2009 rechnet Schmolz+Bickenbach deshalb mit tieferen Umsatzerlösen und deutlich kleineren Ertragswerten.

Analysten reagierten ernüchtert. Das Marktumfeld für Schmolz+Bickenbach dürfte auf absehbare Zeit schwierig bleiben, so dass der Druck auf die Margen weiterhin anhalten werde, hiess es. An der Börse gaben die Schmolz+Bickenbach-Aktien im frühen Handel um bis zu 4,6 Prozent auf 15,45 Franken ein. Später notierten sie bei 15,50 Franken und damit 4,3 Prozent tiefer als am Vortag.

ap