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Schneller lernen dank Zwillingsschwester

Natalie Ehrenzweig
Unzertrennlich, aber eigenständig: Sofia (dunkles Kleid) und Ann-Katrin Burgener. (Bild: Pius Amrein (Eschenbach 12. Juni 2017))

Unzertrennlich, aber eigenständig: Sofia (dunkles Kleid) und Ann-Katrin Burgener. (Bild: Pius Amrein (Eschenbach 12. Juni 2017))

Musegg Rivalität unter Geschwistern ist nichts Ungewöhnliches. Doch meistens bieten sich die direkten Vergleiche nicht an, etwa weil man nicht die gleichen Lehrer hat. Bei Sofia und Ann-Katrin Bur­gener aus Eschenbach ist das anders. Die Zwillinge haben jedes Schuljahr zusammen in einer Klasse verbracht und haben jetzt auch gemeinsam die Matura an der Kantonsschule Musegg absolviert.

«In der Primarschule war es mal ein Thema, getrennt zur Schule zu gehen. Aber wir hatten schon damals die gleichen Freunde, wer hätte also wechseln sollen?», erinnert sich Ann-Katrin Bur­gener. Schon damals fanden die Schwestern, dass es vor allem viele Vorteile habe, zusammen zur Schule zu gehen. Und dazu gehörte nicht, dass man Lehrer reinlegen kann, weil man sich so ähnlich sieht. «Wir sind eigentlich in den meisten Fächern etwa gleich gut. Somit hätte das nichts gebracht, wenn wir Rollen getauscht hätten», verrät Sofia Burgener. Sofia hat allerdings die bessere Ausdauer. «Beim Sport haben wir uns das mal überlegt. Aber die Lehrer haben uns schon zu gut gekannt. Das hätte nicht funktioniert», meint sie lachend.

In den USA getrennt unterwegs

Natürlich werden die beiden 21-Jährigen oft miteinander verglichen, doch das komme mehr von aussen als von ihnen selber. «Wir unterstützen einander. Gerade während der Vorbereitungen zur Matura haben wir schneller gelernt als andere, weil wir zusammen lernen konnten und den Stoff diskutierten», betont Ann-Katrin Burgener. Missgunst kennen die beiden nicht. «Wenn eine besser ist als die andere, dann gönnen wir das einander», sagt Sofia.

Klar, auch die Burgener-Zwillinge gehen sich mal auf die Nerven. «Als Kinder haben wir uns auch öfter gestritten. Und wenn wir Geburtstag hatten, hat man sich schon mal gewünscht, allein im Mittelpunkt stehen zu können und nicht immer alles teilen zu müssen. Aber wenn wir heute in so einer Phase sind, dann unternehmen wir einfach mehr für uns, ohne die andere», erklärt Ann-Katrin.

Die beiden können denn auch durchaus auf sich gestellt sein. Wie etwa im Austauschjahr, das beide in den USA verbracht haben. «Wir haben uns bewusst dafür entschieden, das Jahr getrennt zu sein. So lernten wir die Sprache besser, hatten mal ein Umfeld für uns und Erlebnisse, bei denen die andere nicht dabei war. Das war eine gute Erfahrung», erzählt Ann-Katrin. Es sei eine Umstellung gewesen, so allein. Doch sie hätten sich dann schon ab und zu gesehen und seien noch gemeinsam gereist.

Zwillinge können nicht ohne einander? So ein Klischee! Aber studieren die zwei auch zusammen? «Wir haben uns beide für den Numerus clausus angemeldet, um Medizin zu studieren», gibt Ann-Katrin mit einem Schmunzeln zu. «Ähnliche Interessen haben wir nicht nur, weil wir Zwillinge sind, sondern weil wir zusammen aufgewachsen sind. Das Umfeld ist genauso wichtig wie die Gene», ist Sofia überzeugt.

Zunächst geht es nun aber zusammen nach Portugal in die Ferien. Und danach zusammen ausziehen? «Das haben wir uns noch nicht mal überlegt», meint Ann-Katrin mit einem Lachen.

Natalie Ehrenzweig

region@luzernerzeitung.ch

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