SCHÖTZ: Dreifachturnhalle für 8 Millionen Franken

Vereine und Schulen weichen wegen Platzmangel in Turnhallen von Nachbargemeinden aus. Das wird sich bald ändern.

Susanne Balli
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So soll die neue Turnhalle in Schötz einst aussehen. (Bild: Visualisierung PD)

So soll die neue Turnhalle in Schötz einst aussehen. (Bild: Visualisierung PD)

Die Arbeiten für eine neue Turnhalle in Schötz sollen Ende April/Anfang Mai starten. Derzeit schreibt die Gemeinde die Bauarbeiten öffentlich aus. Geplant ist eine Dreifachturnhalle im Gebiet Chrützmatte/Morgenweg für rund 8 Millionen Franken. Die Bürger von Schötz haben den entsprechenden Sonderkrediten bereits zugestimmt. «Wir verfügen in Schötz derzeit über zwei einzelne Turnhallen. Dieser Platz reicht aber schon lange nicht mehr aus, sodass Schulen und Sportvereine teilweise in den Turnhallen der umliegenden Gemeinden turnen müssen», sagt Gemeindeammann Guido Iten, der auch Präsident der Baukommission für die Dreifachturnhalle ist.

Holzkonstruktion

Die Halle entworfen haben die Hertig Noetzli Architekten aus Aarau. Sie haben bei einem Architekturwettbewerb mit ihrem Projekt überzeugt und den Zuschlag erhalten. Und das ist geplant:

Das Erdgeschoss der neuen Turnhalle wird in Massivbauweise (Beton) erstellt. Im Erdgeschoss sind neben der Fläche für den Sport Geräteräume, Putzräume und ein Technikraum vorgesehen. Die eigentliche Dreifachturnhalle wird eine Holzbaukonstruktion. Im oberen Geschoss befinden sich Garderoben und Duschen, die über eine Galerie erschlossen sind. «Die Galerie bietet Zuschauern bei Wettkämpfen eine gute Sicht in die Turnhallen», sagt Iten. Die Hallengrössen seien so ausgelegt, dass in der neuen Turnhalle Wettkämpfe bis hin zu nationalem Niveau durchgeführt werden können.

Um die Dreifachturnhalle zu heizen, wollte der Gemeinderat ursprünglich einen Wärmeverbund erstellen. Dies lehnten die Stimmbürger vor gut einem Jahr aber ab. Laut Gemeindeammann Guido Iten erhält die Turnhalle nun eine eigene Holzpelletheizung.

Alte Turnhalle soll wegkommen

Iten rechnet mit einer Bauzeit von rund einem Jahr. «Spätestens aufs Schuljahr 2015/16 wollen wir die neue Turnhalle in Betrieb nehmen können.» Mittelfristig soll die ältere der bisherigen Turnhallen abgerissen werden. Sie stammt aus den Jahren 1955/56 und entspricht laut Iten schon lange nicht mehr den heutigen Anforderungen. Die zweite Turnhalle aus dem Jahr 1984 bleibt bestehen. «Somit verfügt Schötz künftig über vier Turnhallen, also doppelt so viel Platz wie heute», sagt der Gemeindeammann.

Das 8-Millionen-Bauvorhaben ist für die Gemeinde allerdings keine Selbstverständlichkeit, besonders vor dem Hintergrund der finanziell angespannten Lage von Schötz. Denn 8 Millionen Franken sind für die Gemeinde, die im Voranschlag 2014 bei einem Gesamtaufwand von 25,7 Millionen Franken ein Minus von 133 000 Franken budgetiert hat, eine happige Summe. Schötz hat an der Gemeindeversammlung im Dezember erneut den Steuerfuss um 0,1 auf 2,35 Einheiten angehoben. Im Jahr 2009 lag der Steuerfuss noch bei 1,9 Einheiten. «Der Bau der Dreifachturnhalle ist für uns sicherlich ein Kraftakt. Dies neben den grossen finanziellen Belastungen wie zum Beispiel der neuen Pflegefinanzierung und der Ausfälle durch die Steuergesetzrevisionen», sagt Guido Iten. Dennoch müsse der Bau der Turnhalle drinliegen. «Gemäss unserem Finanz- und Aufgabenplan 2014–2018 sollten wir die Steuern bereits ab 2015 wieder in kleinen Schritten senken können.»