SCHÖTZ: Er hat alle Höhen und Tiefen erlebt

Stefan Heller gehört seit 23 Jahren zum Organisationskomitee des 24-Stunden-Rennens – im dritten Jahr ist er deren Präsident. Der Anlass hat sich positioniert. Trotzdem lässt die Zukunft einige Fragen offen.

Ernesto Piazza
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Stefan Heller, OK-Präsident des 24-Stunden-Rennens, befährt mit seinem Bike die Rennstrecke in Schötz. (Bild: Philipp Schmidli (3. August 2017))

Stefan Heller, OK-Präsident des 24-Stunden-Rennens, befährt mit seinem Bike die Rennstrecke in Schötz. (Bild: Philipp Schmidli (3. August 2017))

Ernesto Piazza

ernesto.piazza@luzernerzeitung.ch

Immer wenn die Nacht hereinbricht, wird es für die Biker still auf dem Schötzer Rundkurs. Dann beginnt für die Fahrer auf der fünf Kilometer langen mit jeweils 70 Höhenmetern durchsetzten Strecke meist ein einsamer Kampf mit sich selber. Am Wochenende wird das 24-Stunden-Rennen zum 25. Mal ausgetragen. Wobei die Biker zum neunten Mal an den Start gehen.

Seit 2012 sind sie alleine unterwegs. Damals strichen die Organisatoren den zugleich stattfindenden Strassenevent aus dem Programm. Das Risiko für die Fahrer sei ständig gestiegen, man habe die Sicherheit nicht mehr gewährleisten können, sagt OK-Präsident Stefan Heller. «Im Nachhinein stellte sich der Entscheid als Glücksfall heraus. Obwohl man uns prophezeite, die 24 Stunden von Schötz würden ohne Strassenrennen sterben.»

Der 49-jährige verheiratete, zweifache Familienvater muss es wissen. Seit nunmehr 23 Jahren nimmt er im OK Einsitz. In den Anfängen war er mit seiner jetzigen Frau als Streckenposten unterwegs. Später betreute Heller das Personal, amtete zudem als Finanzchef. Das zehnköpfige OK präsidiert er im dritten Jahr.

90 Biker mehr im Vergleich zum Vorjahr

Die Teilnehmerzahlen des Breitensportanlasses verdeutlichen, dass sich das Rennen einer grossen Beliebtheit erfreut. «Die 140 Startplätze sind belegt», betont Heller. Die starke Rabattierung habe wohl dazu geführt, dass bereits zu Jahresbeginn viele Anmeldungen eintrafen. Im Vergleich zum Vorjahr sind 90 Biker mehr am Start. Mittlerweile zählt das Feld rund 540 Teilnehmer. Während die Zahl der Einzelfahrer rückläufig ist, legt der Veranstalter bei den 2er-, 4er-, 6er- und 8er-Teams nochmals zu.

Ob der Schötzer Anlass davon profitiert, dass das 24-Stunden-Mountainbike-Rennen von Davos das Handtuch aufgrund sinkender Teilnehmerzahlen werfen musste, ist schwierig abzuschätzen. Die Infrastruktur – dazu gehören auch genügend Zeltplätze – sei sicher mit ein Grund für die positive Entwicklung, sagt der OK-Präsident. «Das Gesamtpaket stimmt offensichtlich.» Das Budget des Anlasses beträgt rund 200 000 Franken. In dem Zusammenhang überlegt sich das Organisationskomitee, die Startgelder auf das nächste Jahr hin «etwas anzuheben», so Stefan Heller. Den Gewinn des zweitätigen Events beziffert er mit «einigen tausend Franken». Dieser Betrag fliesst in die Juniorenförderung des VC Schötz.

Um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, benötigen die Organisatoren rund 350 Helfereinsätze à 8 Stunden. Hier kann der Veranstalter auf die Unterstützung diverser Vereine zählen. Sie erhalten im Gegenzug pro Schicht 100 Franken in die Kasse. Speziell ist sicherlich auch, dass das OK am Freitagabend vor der Veranstaltung Helfer und Anwohner auf dem Festgelände zu einem gemeinsamen Risottoplausch einlädt. Zudem werden aus Anlass des 25-jährigen Bestehens alle Helfer-T-Shirts im Verlaufe dieses Vierteljahrhunderts an einer Wand präsentiert. «Wie sehr die Volunteers die Shirts schätzen, zeigt, dass es meine Tochter Paula zum Schlafen trägt», erklärt Heller.

Während vieler Jahre setzte sich das Schötzer OK aus denselben Personen zusammen. Die Verjüngung sei jedoch auf gutem Wege, sagt deren Chef. Weiterhin soll die Kontinuität ein wichtiger Faktor für den Erfolg bleiben.

Sponsoren: Verlängerung der Verträge auf gutem Weg

In diesem Jahr laufen die jeweils für drei Jahre abgeschlossenen Sponsoring-Verträge aus. «Bei den Verlängerungen sind wir auf gutem Weg», weiss Heller. «Das Schötzer 24-Stunden-Rennen wird weitergehen.» Er verhehlt aber nicht, «dass wir noch einen Hauptsponsor suchen». Wohin der Anlass für ihn persönlich geht, will Stefan Heller später entscheiden. Er sagt: «Das Rennen läuft erfolgreich. 2016 wurde dafür ein Trägerverein innerhalb des VC Schötz gegründet, und die Verjüngung des Organisationskomitees läuft. Die drei Ziele meines Masterplans wären eigentlich erreicht.»

Vorerst steht aber die Ausgabe 2017 an. Diesmal gehört neben dem Laufradrennen für die kleinen Biker zum zweiten Mal das Schötzer Oktoberfest zum Rahmenprogramm. Und absehbar ist: Schlaf in der Nacht von Samstag auf Sonntag wird für den OK-Chef eher Mangelware sein.

Hinweis

Weitere Infos zum Anlass unter: www.<i>24stundenrennench.</i>