SCHÖTZ: Er ist der Luzerner Blaskapellen-Meister

Lublaska ist die beste Blaskapelle der Schweiz. Was ihr und dem Dirigenten Urs Bucher nun noch fehlt, ist der Europameistertitel.

Christian Hodel
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Urs Bucher (33, links) dirigiert seit drei Jahren die Luzerner Blaskapelle (Lublaska). (Bild: PD)

Urs Bucher (33, links) dirigiert seit drei Jahren die Luzerner Blaskapelle (Lublaska). (Bild: PD)

Sie johlen und schaukeln. Die Frauen tragen Dirndl, die Männer Lederhosen. Vorne an der Bühne steht der gebürtige Schötzer Urs Bucher (33) und dirigiert die Luzerner Blaskapelle (Lublaska) von Polka zu Polka. «Woodstock der Blasmusik» nennt sich das grösste europäische Open-Air-Festival in der Blasmusikszene. 20 000 Besucher in vier Tagen. Wer hier im oberösterreichischen Dorf «Ort im Innkreis» spielt, gehört zum «Who is Who» der Blaskapellenszene. Mittendrin waren im vergangenen Jahr die 16 Musiker von Lublaska. Fortissimo im Refrain. Das Publikum tobt.

Doch Bucher und seine Musikanten können auch anderes – abseits von johlendem Publikum und Festbänken. Vor rund einer Woche erspielten sie sich in Naters am 20. Schweizerischen Blaskapellentreffen den Schweizer-Meister-Titel in der höchsten Stärkeklasse. Dies bereits zum vierten Mal, zum dritten Mal in Folge und vor vier weiteren Zentralschweizer Formationen (Ausgabe vom Dienstag).

Erfolgsrezept: «Freude an Musik»

«Der Erfolg liegt in der Kontinuität der Kapelle und der Klasse jedes einzelnen Musikers», sagt Bucher, der Lublaska seit drei Jahren dirigiert und zuvor als Tubist mitspielte. Seit 15 Jahren gibt es die Luzerner Blaskapelle Lublaska, viele der Musikanten sind seit den Gründungsjahren mit dabei. Ein Drittel von ihnen sind Berufsmusiker. Bucher sagt: «Uns alle verbindet die Freude an dieser Musik.» Auch darin liege der Erfolg. Denn anders als Blechblasmusikformationen, die in den Luzerner Dörfern vielfach bereits Ende des 19. Jahrhunderts gegründet worden sind, haben Blaskapellen weniger Tradition in der Schweiz. «Unsere Volksmusik ist der Ländler. In Teilen Tschechiens, Österreichs und Deutschlands ist es die Blaskapellenmusik», sagt Bucher. Seine Formation habe ein paar Jahre gebraucht, bis sie den Stil und die Eigenheiten der böhmischen und mährischen Blasmusik – benannt nach den Ursprungsgebieten dieser Stilrichtungen – verstand. «Eine Polka originalgetreu zu spielen, das ist nicht einfach. Aber wenn es gelingt, geht diese Art von Musik direkt ins Herz.»

Von Luzerner Beizen ins KKL

Bis zu acht Auftritte haben die Musiker mit Lublaska jährlich. Fünf Tonträger sind seit der Gründung 1999 entstanden. Damals nannte sich die Formation «Echo vom Bierzelt» und zog durch die Luzerner Beizen. «Seit 2001 haben wir einen seriöser klingenden Namen.» Heute spielen die Musiker von Lublaska etwa im KKL am World Band Festival oder füllen Festzelte für 2000 Personen im nahen Ausland. 40 Stücke sind im Repertoire. Neben eigenen Kompositionen und modernen Pop-Arrangements vor allem Polkas. «Wir wollen diese Nische in der Schweiz bekannter machen.» Auch darum besuche die Formation immer wieder internationale Festivals und Wettbewerbe.

Schon vier Mal Vize-Europameister

Bereits vier Mal durfte sich die Kapelle Vize-Europameister der böhmischen und mährischen Blasmusik nennen, letztmals 2012. «Wenn es unseren Musikern terminlich passt, nehmen wir auch in Zukunft wieder an den Europameisterschaften teil.» Mit dem Ziel, erstmals den Titel zu holen? «Das entscheidet letztlich die Jury», sagt Bucher. «Wir wollen vor allem eins: den Leuten mit unserer Musik Freude bereiten.»

Und was wünscht sich der Kapellmeister der aktuell erfolgreichsten Schweizer Blaskapelle für die Zukunft? «Eine Art ‹Woodstock der Blasmusik› in der Schweiz wäre toll.» Ein erster Schritt dahin hat Lublaska bereits unternommen. «Wir wollen künftig vermehrt unsere Musik abseits der Konzertsäle präsentieren», sagt Bucher. Das Publikum solle nicht steif in den Stühlen sitzen, sondern «in lockerer Atmosphäre bei Speis und Trank den Klängen zuhören». Zum ersten Mal veranstalte Lublaska darum am 18. Oktober im «Ochsen»-Saal in Grosswangen die «Blas Parade». Neben Lublaska spielt mit Söre Bläch»eine zweite Band auf.

Hinweis

«Blas Parade», Samstag, 18. Oktober, 19 Uhr, «Ochsen»-Saal in Grosswangen. Söre Bläch und Lublaska sorgen für Unterhaltung. Eintritt: 15 Franken. Infos unter: www.lublaska.ch