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Schötz: Gruppe setzt sich für Heim im Zentrum ein

Das Alters- und Pflegeheim soll saniert und erweitert werden. Gegen das geplante Projekt setzt sich die Gruppe «Daheim im Dorfkern» jetzt zur Wehr – und kritisiert die Verantwortlichen wegen einer Kehrtwende.
Ernesto Piazza
Das Mauritiusheim am heutigen Standort Biffig ausserhalb des Dorfzentrums. (Bild: Roger Grütter, Schötz, 26. Mai 2017)

Das Mauritiusheim am heutigen Standort Biffig ausserhalb des Dorfzentrums. (Bild: Roger Grütter, Schötz, 26. Mai 2017)

Das Mauritiusheim – das Schötzer Alters- und Pflegeheim – ist in die Jahre gekommen. Dringende Sanierungsarbeiten stehen an. Zudem sind weitere Plätze nötig. Deshalb gab der Verwaltungsrat der Mauritiusheim AG jüngst bekannt, er plane einen Neubau am bisherigen Standort Biffig, etwa 600 Meter ausserhalb des Dorfes (Ausgabe vom 4. Mai). Dadurch sollen den Betagten 60 anstelle der bisherigen 53 Betten sowie 12 neue Wohnungen mit Assistenz zur Verfügung stehen. Zudem will man den Altbau künftig für die Spitex und eine Kindertagesstätte nützen. Die Kosten sind mit 25 Millionen Franken veranschlagt.

Jetzt regt sich allerdings Widerstand aus der Bevölkerung. Für die Gruppe «Daheim im Dorfkern» bedeutet die Favorisierung des Standortes Biffig eine «Diskriminierung und Ausgrenzung der älteren Generation». Daher sei es nur sinnvoll, dass der Neubau an zentraler Lage sowie unter Miteinbezug der nahen Alterswohnungen zu stehen komme, schreibt sie in der Medieninfo «Schötz braucht ein Alters- und Pflegeheim mitten im Zentrum». Die bereits gegen 60 Mitglieder umfassende Gruppe ist partei- und generationenübergreifend organisiert. Unterstützung erfährt sie auch vom Seniorenrat. Dieser habe sich einstimmig für den Standort im Dorfkern ausgesprochen und in diesem Zusammenhang Ende April auch einen Brief an den Gemeinderat geschrieben, so die Gruppe.

Mit der Befürwortung der Variante Biffig vollzieht der Verwaltungsrat der Mauritiusheim AG eine 100-prozentige Kehrtwende. Denn anfänglich machten sich der Gemeinderat und die Heimkommission stark für einen Neubau auf dem Areal der alten Käserei und ehemaligen Liegenschaft Stutz im Dorfzentrum. Mathias Miltenberger, Geschäftsführer des Mauritiusheims, erklärte im Schötzer Infoblatt «Kiebitz» dazu: «Einzig der Standort Biffig garantiert, dass ein Neubau in den nächsten fünf Jahren realisiert werden kann. Für den andern, eigentlich ebenso valablen Standort im Dorf müsste zunächst ein Gestaltungs- und Entwicklungsplan für das ganze Zentrum erarbeitet werden.» Das brauche Zeit. Und Gemeinderätin Ruth Bachmann-Schärli erklärte unter anderem auf Anfrage: «Die notwendige dringende Sanierung darf nicht mehr länger hinaus­geschoben werden.»

Bereits mehrheitlicher Zuspruch für Zentrumslage

Vreni Kunz-Galliker, Kontaktperson der Gruppe, sagt jedoch: «Die Bevölkerung sprach sich in der Umfrage ‹Wohnformen im Alter› und bei einem öffent­lichen Workshop bereits mehrheitlich für die Zentrumslage aus. Ein Heimbau auf dem Biffig ist alles andere als zukunftsgerichtet und trägt den heutigen Anforderungen und Bedürfnissen nicht mehr Rechnung.»

Der Standort im Dorf erlaube es Senioren hingegen, möglichst lange selbstständig zu bleiben, am Alltagsleben teilzunehmen und den kostspieligen Heimeintritt hinauszuzögern. Zudem könne die ältere Generation die Angebote des Heimes je nach Bedarf nutzen, und die Dienstleistungen im Dorf würden für sie gut erreichbar bleiben. Auch eine Kindertagesstätte samt Mittagstisch im Heim und ein Spitex-Stützpunkt machten wegen der Nähe zur Schule und der Verkehrs­sicherheit im Dorf weit mehr Sinn. Im Zentrum liesse sich zudem betreutes Wohnen in unmittelbarer Nähe des Pflegeheims verwirklichen. Die Variante Dorf sei auch günstiger, vor allem wenn das bestehende Angebot an Alterswohnungen miteinbezogen werde, sagt Vreni Kunz.

Gruppe will keinen «künstlichen Sozialraum»

Die Gruppe fordert nun die Mauritiusheim AG auf, die Planungsarbeiten im Biffig zu sistieren und mit dem Gemeinderat ein Neubauprojekt im Dorf auszuarbeiten. Am Montag findet zur Standortfrage eine öffentliche Infoveranstaltung statt. Die Gruppe «Daheim im Dorfkern» hat ein Zeitfenster von 10 Minuten Redezeit erhalten. Ihr Ziel ist, dass sich die Bevölkerung zur Thematik Gedanken macht und dazu Stellung bezieht. «Wir sind der Überzeugung, dass die Gesamtplanung im Dorf unter Miteinbezug der Altersfragen Priorität haben muss.» Das macht für die Gruppe mehr Sinn, «als einen ‹künstlichen Sozialraum› im Biffig zu erstellen».

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