Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Schötz: Mauritiusheim soll am Standort Biffig neu gebaut werden

Jetzt ist klar: Der Schötzer Gemeinderat will das Alters- und Pflegeheim am aktuellen Standort Biffig neu bauen – und nicht wie ursprünglich im Dorfzentrum. Das letzte Wort hat das Volk.
Niels Jost
Wollen eine schnelle Lösung: Gemeinderätin Ruth Bachmann-Schärli und Heimleiter Mathias Miltenberger. (Bild: Boris Bürgisser, Schötz, 29. September 2014)

Wollen eine schnelle Lösung: Gemeinderätin Ruth Bachmann-Schärli und Heimleiter Mathias Miltenberger. (Bild: Boris Bürgisser, Schötz, 29. September 2014)

Es ist unbestritten: Das Alters- und Pflegeheim Mauritiusheim ist in die Jahre gekommen. So sind etwa die sanitären Anlagen ungenügend und die Zimmertüren teilweise zu schmal. Ein Neubau und die Aufstockung von derzeit 53 auf 60 Plätze ist dringend nötig. Kostenpunkt: 22 Millionen Franken. Beim Bauprojekt zu reden geben für einmal aber nicht die Kosten, sondern der Standort.

Aktuell steht das Heim im Gebiet Biffig, rund 600 Meter vom Schötzer Dorfzentrum entfernt. Dort soll spätestens bis 2023 der Neubau entstehen. Nachdem sich bereits der Verwaltungsrat des ausgelagerten Mauritiusheims im September 2016 für diesen Standort entschieden hat, zieht nun auch der Gemeinderat nach, wie in der neuesten Ausgabe des Schötzer Infoblattes «Kiebitz» zu lesen ist. Gemeinsam empfehlen sie den Stimmbürgern, dem Standort Biffig am 24. September an der Urne zuzustimmen.

Das ist eine bemerkenswerte Kehrtwende, weil der Gemeinderat zunächst den anderen möglichen Standort im Dorfzentrum favorisiert hat. So sagte Sozialvorsteherin Ruth Bachmann-Schärli 2013: «Die Bewohner integrieren und bewegen sich so viel besser im sozialen Umfeld unserer Gemeinde, und die Besucher erreichen sie auch viel einfacher.»

Ziel: Neues Heim innert fünf Jahren

Den Hauptgrund für die jetzige Meinungsänderung liefert Ma­thias Miltenberger, Geschäftsführer des Mauritiusheims, im «Kiebitz»: «Einzig der Standort Biffig garantiert, dass ein Neubau in den nächsten fünf Jahren realisiert werden kann.» Für den anderen, eigentlich ebenso valablen Standort im Dorf müsste zunächst ein Gestaltungs- und Entwicklungsplan für das ganze Zentrum erarbeitet werden. Das braucht Zeit. «Das ganze Verfahren müsste wieder von vorne beginnen», sagt dazu Ruth Bachmann-Schärli auf Anfrage. «Ein Heimbau im Dorf könnte sich um Jahre verzögern. Die Notwendigkeit einer dringenden Sanierung darf nicht mehr länger hinausgeschoben werden.» Zudem könnte das Gebäude im Biffig kaum anderweitig genutzt werden, wenn das Pflegeheim neu ins Dorfzentrum zügeln würde, so die CVP-Sozialvorsteherin. Das habe die detaillierte Auseinandersetzung mit dem Projekt ergeben. Denn das Mauritiusheim befinde sich in der Zone für öffentliche Zwecke.

Deshalb favorisieren der Gemeinde- und der Verwaltungsrat den Neubau am aktuellen Standort Biffig. Damit die Heimbewohner auch dort eine «Aufwertung des Sozialraumes» erfahren, sollen die Spitex und die Kita im Biffig einziehen. Zudem sollen in einem separaten Gebäude neben dem Pflegeheim zehn Alterswohnungen mit Assistenz entstehen. Diese sollen zusätzlich rund 3 Millionen Franken kosten und parallel zum Neubau entstehen. «Der Verwaltungsrat wird dafür sorgen, dass das Mauritiusheim auch ohne eigenes Auto gut erreichbar wird», schreibt Bachmann-Schärli im «Kiebitz».

Nur eine Variante kommt zur Abstimmung

Der Gemeinde- und der Verwaltungsrat sind sich offenbar bewusst, dass der Neubau im aktuellen Standort nicht unumstritten ist. Deshalb informieren sie die Bevölkerung an einer Infoveranstaltung (siehe Hinweis) und an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung am 26. Juni.

Sollten die Schötzer den Standort Biffig ablehnen, würde das «jedoch nicht automatisch ein Ja zum Standort Dorf bedeuten», schreibt Bachmann-Schärli im «Kiebitz». Stimmen die Bürger dem Neubau jedoch zu, könnte im Herbst der Bau geplant werden, sagt Verwaltungsrats­präsident Christoph Tanner auf Anfrage. «2019 könnten wir mit den Abbrucharbeiten beginnen.» Was das für die Bewohner bedeutet, lässt sich noch nicht definitiv sagen. Man werde verschiedene Optionen prüfen. Geplant ist, dass der Bau in zwei Schritten realisiert wird. Die konkrete Umsetzung wird jedoch erst nach der Abstimmung im Rahmen eines Architekturwettbewerbes oder in Studieraufträgen konkretisiert. Tanner rechnet mit einer Bauzeit von rund zwei Jahren.

Hinweis: Öffentliche Infoveranstaltung im Gasthof Mauritz: 29. Mai, 20 Uhr.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.