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SCHÖTZ: Ohne Velo geht bei ihm nichts

Das 24-Stunden- Rennen hat sich als Mountainbike-Anlass etabliert. Das freut Initiant Franz Kunz. Dennoch denkt er ans Aufhören.
Ernesto Piazza
Der 59-jährige Franz Kunz ist der Vater des 24-Stunden-Rennens von Schötz. (Bild Dominik Wunderli)

Der 59-jährige Franz Kunz ist der Vater des 24-Stunden-Rennens von Schötz. (Bild Dominik Wunderli)

Ernesto Piazza

«Schötz stirbt, hat man uns gesagt», erinnert sich Franz Kunz an den Moment, als die Verantwortlichen das legendäre 24-Stunden-Strassenrennen vom Programm strichen. Streichen mussten. Es sei ein Vernunftsentscheid gewesen, betont der Initiant und ehemalige OK-Präsident. Sie hätten die Sicherheit schlichtweg nicht mehr sicherstellen können. Deshalb gehen am Wochenende bei der 24. Auflage bereits zum fünften Mal ausschliesslich Mountainbiker auf die Strecke.

Als sie damals den wegweisenden Entscheid fällten, war für die OK-Mitglieder vor allem ein Aspekt zentral: «Wir wollten, dass das Rennen weitergeht», sagt der 59-jährige Franz Kunz, den man getrost als «Vater der 24 Stunden von Schötz» bezeichnen darf.

Fortan ausschliesslich auf die Sparte Bike zu setzen, sollte sich als richtig erweisen. «Der Anlass ist erneut ausgebucht», vermeldet Kunz. Das heisst: Die 120 Startplätze sind mit rund 450 Teilnehmern belegt. Wobei sich vor allem die Kategorie Sechserteams – diesmal sind es 31 – einer zunehmenden Beliebtheit erfreut.

Rennen bis 2017 gesichert

Die Organisatoren rechnen auch in diesem Jahr mit rund 15 000 Zuschauern. Das Budget beläuft sich auf zirka 150 000 Franken. Es sind vor allem die Sponsoren, welche finanziell massgeblich zum Gelingen des Anlasses beitragen. Und sie sorgen dafür, dass es in Schötz weitergeht. Denn 2015 wurden alle Verträge um drei Jahre verlängert.

Um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, benötigen die Organisatoren 350 Einsätze à 8 Stunden. Diese Helfer zu rekrutieren, bereitet den Verantwortlichen jedoch nicht allzu grosse Sorgen. Hier baut das OK ebenfalls auf viel Kontinuität. «Es sind teilweise eingespielte Teams – wie beispielsweise die Männerriege Schötz, der FC Schötz oder die Seilzieher von Ebersecken», sagt Kunz. Der Gewinn, den er mit einigen tausend Franken beziffert, fliesst vollumfänglich in die Nachwuchsförderung des ortsansässigen Veloclubs.

1993 suchte Kunz zusammen mit den beiden Ex-Radprofis Pius Schwarzen­truber und Othmar Häfliger eine neue Herausforderung im Radsport. Daraus entstand die Idee eines 24-Stunden-Rennens. Und der Virus Schötz hat ihn bis heute nicht losgelassen. Die 24. Auflage des 24-Stunden-Rennens dürfte allerdings die letzte Veranstaltung von Kunz in führender Funktion sein – er will sich zurückziehen. Nächstes Jahr werde er seinem Nachfolger Alain Baumgartner «noch über die Schultern schauen.» Dann soll Schluss sein.

Beim erfahrenen OK ist der Ablösungsprozess im Gang oder bereits vollzogen. «Wir haben sehr gute Jungs gefunden, welche die Verantwortung weitertragen», sagt Kunz. Es seien Leute vom Fach, die sich mit dem Rennen identifizieren und mit Schötz verbunden sind.

Guesthouse in Südafrika gekauft

Kunz orientiert sich auch beruflich neu. Im November habe er für sein Sportgeschäft eine gute Nachfolgeregelung gefunden. «Ich sagte mir immer: Bevor ich 60 bin, will ich diese Situation gelöst haben.» Doch der sportliche Aspekt – speziell das Segment Velo – wird ihn künftig begleiten. In Somerset West (Vorort von Kapstadt) erwarb er im Mai ein Guesthouse. Zusammen mit der Lebenspartnerin «habe ich mir einen Traum erfüllt». Er will nicht nur die Lokalität betreiben, sondern auch Veloferien «in einer traumhaft schönen Gegend» anbieten.

Und zwischendurch – vor allem während des südafrikanischen Winters – zieht es ihn wieder zurück in die Schweiz. Dann wird er beim 24-Stunden-Rennen in Schötz sicherlich als Gast anzutreffen sein. Und bestimmt weiss Franz Kunz von fernab der Heimat Erlebtem zu erzählen. Doch vorderhand konzentriert er sich ausschliesslich auf das Wochenende. Und dazu sagt er: «Auch die Schötzer Veranstaltung schreibt ihre Geschichten. Beispielsweise nimmt mit dem Ettiswiler Philipp Steinger ein Einzelfahrer teil, der noch vor fünf Jahren kaum Sport trieb, rauchte und 20 Kilogramm zu schwer war.»

hinweis

Neu im Programm des 24-Stunden-Rennens ist das Kinder-Laufradrennen (Start: Samstag, 12.30 Uhr). Das Programm mit allen Highlights gibt es unter: www.24stundenrennen.ch

MEHR ZUM THEMA

Lesen Sie mehr zum 24-Stunden-Rennen in Schötz auf Seite 35.

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