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SCHÖTZ: Post soll in neuen Dorfladen ziehen

Die Poststelle Schötz wird geschlossen. Dieser Entscheid wird von der Gemeinde bedauert. Umso mehr, wenn man das Angebot des Gelben Riesen im Nachbardorf betrachtet.
Ernesto Piazza
Die Poststelle in Sachseln an der Brünigstrasse 101. (Bild: Christoph Riebli (Sachseln, 30. März 2017))

Die Poststelle in Sachseln an der Brünigstrasse 101. (Bild: Christoph Riebli (Sachseln, 30. März 2017))

Ernesto Piazza

ernesto.piazza@luzernerzeitung.ch

Mit Schötz soll eine weitere Poststelle im Kanton bald Geschichte sein. Am Mittwochabend hat der Gelbe Riese vor Ort über seine Pläne informiert. Diese sehen vor, dass die Schötzer ihre Postgeschäfte künftig im neuen Dorfladen «Wechsler-Treff» abwickeln. «Noch ist der Deal nicht 100-prozentig unter Dach», sagte Bernhard Büchler, Leiter Verkaufsgebiet Region Mittelland bei der Post. Markus Wechsler – er zieht mit der Metzgerei ein – bestätigte jedoch die Pläne ebenfalls: «Wir befinden uns auf Kurs und möchten den Laden am 1. Oktober eröffnen.» Im sich momentan noch im Bau befindenden Gebäude sollen auch der Spar sowie ein Café Platz finden.

«Wir entwickeln uns zu einer 24-Stunden-Gesellschaft. Diesen Prozess bekommt auch die Post zu spüren. Deshalb müssen wir den unterschiedlichen Bedürfnissen unserer Kunden Rechnung tragen und diverse Varianten bieten», versuchte Büchler den für die rund 4300 Einwohner zählende Gemeinde einschneidenden Schritt zu rechtfertigen. Zudem erwähnte er das sich vergrössernde Defizit beim Schaltergeschäft. Ende 2016 habe dieses 190 Millionen Franken betragen. In den vorhergehenden Perioden belief sich das Minus auf jeweils «nur» rund 100 Millionen.

Mitverantwortlich für diese massive Erhöhung sei neben dem Rückgang der Schaltergeschäfte und einer Neuorganisation ebenfalls eine neue Rechnungslegung, hiess es kürzlich. Der letzte angeführte Grund machte auch die Präsidentin der zuständigen Fernmeldekommission, SP-Nationalrätin Edith Graf-Litscher, hellhörig. «Wir werden am 19. März die neue Rechnungslegung mit der Post diskutieren», erklärte sie gegenüber SRF. Es könne nicht sein, dass Poststellen nur geschlossen werden, weil sie durch eine neue Rechnungslegung einen schlechteren Kostendeckungsgrad hätten. Die Post rechne schon heute mit einem kleineren, effizienteren Netz, hielt Post-Sprecherin Léa Wertheimer dagegen. Auch deshalb habe sich das Defizit bei den Poststellen vergrössert.

Schötz soll ein «spezielles Modell» bekommen

«Im Jahr 2020 wollen wir noch rund 800 eigene Poststellen betreiben», bestätigte Büchler gestern die Vorgaben des Gelben Riesen. Dabei sprach er von einem «Zielwert». 756 Poststellen hat die Post bereits definiert, die nicht überprüft werden. Er betonte aber auch, dass in den letzten Jahren nicht nur welche geschlossen wurden, sondern im selben Zuge eine Verlagerung hin zu Partnerlösungen stattgefunden habe.

In unmittelbarer Nähe zu Schötz betreibt der Gelbe Riese noch in Willisau und Nebikon eigene Poststellen. Diese sind bis 2020 gesichert. Speziell zu Nebikon ist zu sagen: Dort wurde 2016 in der Kollermatte ein Neubau bezogen. Die Zustellung für die Gemeinden Altishofen, Dagmersellen, Egolzwil, Ebersecken, Schötz und Wauwil passiert von Nebikon aus. Diesbezüglich seien keine Änderungen geplant, betonte Urs Krattiger, Netzentwickler bei der Post. Bei der künftigen Agentur Schötz sprach er von einem «speziellen Modell». So soll das Postmodul im Kassabereich aufgestellt und alle Posttätigkeiten – beispielsweise auch das Frankieren von Briefen – vom dortigen Personal gemacht werden. Die Schliessung der Post Schötz habe nichts mit der Arbeit der fünf Angestellten zu tun, versicherte Büchler. «Im Gegenteil.» Man sei dabei, hier Lösungen zu erarbeiten.

Gemeindepräsident Andreas Bühler (CVP) sagte: «Ich bedaure die Schliessung der Post nach wie vor. Doch wir haben diesen Entscheid wohl oder übel zur Kenntnis zu nehmen.» Bei der anschliessenden Fragerunde gab beispielsweise das Abholen von Betreibungsurkunden oder die Handhabung von Einzahlungen bei einer Agentur zu reden. «Schötz ist das Zentrum des oberen Wiggertals», betonte ein Votant und konnte der Tatsache, dass die Post auf Nebikon setze, wenig abgewinnen. Er sei erwartungsfroh gekommen, was er aber gehört habe, sei eine Katastrophe, so eine weitere Wortmeldung. Büchler seinerseits erklärte: «Wir unternehmen sehr viel für eine zukunftsorientierte Schötzer Lösung.»

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