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SCHÖTZ: Rat stoppt 10-Millionen-Projekt

Die Sanierung eines 1,1 Kilometer langen Strassenstücks stösst in der Bevölkerung auf massiven Widerstand. Die Regierung geht nun über die Bücher. Das könnte einem alten Plan neuen Schub verleihen.
Evelyne Fischer

11 000 Fahrzeuge rollen heute auf der Kantonsstrasse täglich durch Schötz. Die Fahrspuren sind holprig, es gibt weder Velostreifen noch Radweg. Daher wollte der Kanton die Strasse auf einem 1,1 Kilometer langen Abschnitt ausbauen. Kostenpunkt: 10,3 Millionen Franken. Aufgrund beidseitiger Radstreifen und Trottoirs hätte teils eine Strassenbreite von 13 Metern resultiert – heute sind es deren 10. Anwohner liefen Sturm, 25 Einsprachen gingen ein. Eine Petition, die 801 Personen – darunter 500 Stimmberechtigte – unterzeichneten, wurde dem Gemeinderat übergeben (Ausgabe vom 2. Juni).

Auch der Schötzer SVP-Kantonsrat Toni Graber wehrte sich mit einem Postulat gegen das Projekt mit einer «überdimensionierten und kostentreibenden Radverkehrsanlage». Er forderte die Regierung auf, nochmals über die Bücher zu gehen. Sein Anliegen teilte am Montag im Kantonsrat nicht nur die SVP-Fraktion: Abgelehnt wurde zwar die Überweisung des Postulats. Mit 75 Ja- zu 25-Nein-Stimmen wurde der Vorstoss aber teilweise erheblich erklärt. Von SP, Grünen und GLP unterstützte dies einzig Sara Agner (SP, Dagmersellen).

Kommt Umfahrung früher als gedacht?

Toni Graber ist erleichtert, dass der der Rat dem Ansinnen der Regierung folgte, die ebenfalls die teilweise Erheblicherklärung beantragt hatte. «Jetzt ist dieses Projekt fürs Erste gestorben.» Auch die Gemeindebehörde sei nicht unglücklich, dass das Vorhaben ausgebremst wurde, sagt Gemeindeammann Guido Iten. Er wolle die Gefährdung der Velofahrer nicht kleinreden. «Punkto Verkehrssicherheit wäre das vorliegende Projekt mit Abstand das Beste gewesen. Aber dafür fehlt schlicht der Platz. Der Ausbau hätte gewisse Gewerbebetriebe existenziell getroffen.» Vorerst werden die Velofahrer daher weiterhin aufs Trottoir ausweichen und die Polizisten ein Auge zudrücken. «Der Gemeinderat erwartet aber, dass der Kanton nun trotzdem die Belags­sanierung angeht. Das sind keine Zustände mehr.»

Das Strassenprojekt gehört zum kantonalen Bauprogramm 2015 bis 2018 und befindet sich im Topf A – es besitzt daher höchste Priorität. Robert Küng (FDP), Vorsteher des Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartements, machte in der Debatte klar: «Eine reine Redimensionierung des Projekts kommt für die Regierung nicht in Frage.» Die Verhältnisse in Schötz seien «sehr ernst». Es brauche mehr Sicherheit für Velofahrer und Fussgänger. «Daher müssen nebst der Sanierung noch weitere Massnahmen geprüft werden.» Keine Option sei es, nur die Strassenbreite zu reduzieren, um Platz für einen Radstreifen zu machen, führt Regierungsrat Küng auf Anfrage aus. Eine Variante hingegen wäre, Alternativrouten für Velofahrer zu prüfen – etwa entlang der Wigger. Das Problem: Damit würde der Kanton gegen das Radroutenkonzept verstossen, das einem Radweg – direkt entlang der Kantonsstrasse – bereits 1994 höchste Priorität einräumte. Eine andere Variante wäre, auf die Umfahrungsstrasse Schötz–Alberswil zu setzen. «Dies würde die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer verbessern.» Der Knackpunkt: Die Umfahrung befindet sich derzeit im Topf C – Baustart unbekannt. Küng: «Im Bauprogramm 2019 bis 2022 wird der Kantonsrat die Zuordnung der Umfahrung neu beurteilen.» Für die Strasse werde nun ein Sanierungsprojekt erarbeitet. «Liegt dieses vor, wird entschieden, welche Variante weiterverfolgt wird – ein Projekt mit Radstreifen oder die Sanierung mit einer späteren Umfahrung.» Bis zum Baubeginn werde der Strassenzustand über den ordentlichen Unterhalt sichergestellt.

Linke fürchtet, dass Radweg-Projekt versandet

Dass letztlich auf Massnahmen für Velofahrer verzichtet wird, war die Befürchtung der Ratslinke während der Debatte: «Mit der teilweisen Erheblicherklärung wird es weder eine Verbesserung für Schulkinder und Fussgänger noch Massnahmen für Velofahrer geben», sagte Monique Frey (Grüne, Emmen). Sie kritisierte die Umfahrungsvariante. Es sei unverständlich, dass die Bauern hier Land für eine Umfahrung opfern würden, beim Hochwasserschutzprojekt bei der Reuss aber Zeter und Mordio schrien.

Toni Graber sagt hierzu: «Es liegt in der Natur der Sache, dass sich die Linken für einen Veloweg einsetzen. Aber das ist einfach eine teure Sache.» Auch er sei kein Freund grosser Umfahrungen, für die «viel Land verlocht wird». Seiner Meinung nach müsste der Schwerverkehr auf die bestehende Route Willisau–Gettnau–Nebikon verlagert werden. «Dies würde den Dorfkern entlasten und die Sicherheit für Velofahrer automatisch erhöhen.»

Evelyne Fischerevelyne.fischer@luzernerzeitung.chEvelyne Fischerevelyne.fischer@luzernerzeitung.ch

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