Schötzer Schüler brauchen mehr Platz: Ein neues Schulhaus soll die Not lindern

In Schötz stimmt die Bevölkerung über ein neues Schulhaus ab. Der Neubau kostet fast elf Millionen Franken. Behörden und Parteien stehen hinter dem Projekt.

Reto Bieri
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Bei der Schule Schötz herrscht Platzmangel. Abhilfe schaffen soll ein viergeschossiger Bau mit einer Holzfassade, der je 14 Klassen- und Gruppenzimmer enthält. Unmittelbar daneben ist ein neuer Singsaal vorgesehen. Dieser wird mit Lager- und Technikräumen unterkellert. Beim Schulhaus wird aus Kostengründen auf einen Keller verzichtet. Beim Schulgebäude wird laut Abstimmungsbotschaft auf eine nachhaltige Bauweise gesetzt.

So soll das neue Schötzer Schulhaus aussehen. Rechts am Bildrand der geplante Singsaal.

So soll das neue Schötzer Schulhaus aussehen. Rechts am Bildrand der geplante Singsaal.

Visualisierung: PD

Das neue Schulhaus ist unter anderem eine Folge der stetig steigenden Bevölkerungszahl. Schötz ist in den vergangenen 25 Jahren jeweils um durchschnittlich 1,7 Prozent pro Jahr gewachsen und zählt aktuell rund 4500 Personen. 2030 rechnet die Gemeinde mit rund 5000 Einwohnern. «Aufgrund der familienfreundlichen Lebensbedingungen in Schötz wird damit auch die Zahl der Schulkinder deutlich steigen», heisst es in der Botschaft. Aktuell zählt Schötz rund 590 Sekundar-, Primar- und Kindergartenschülerinnen und -schüler.

In den Schulhäusern gibt's zu wenig Gruppenräume

Ein weiterer Grund sind die veränderten Unterrichtsformen. «In den bestehenden drei Schulhäusern gibt es viel zu wenig Gruppenräume», sagt Guido Iten, CVP-Gemeinderat und Präsident der Baukommission für das neue Schulhaus. Als im Jahr 2000 das bislang jüngste Schulhaus – jenes mit der Nummer 3, denn die Schötzer Schulhäuser sind aufsteigend nach Alter nummeriert – gebaut wurde, sei das Thema Gruppenräume zwar aufgekommen. Realisiert hat man diese jedoch nicht.

Guido Iten, Gemeinderat Schötz

Guido Iten, Gemeinderat Schötz

Bild: PD/ Luzerner Zeitung

In der Zwischenzeit wurden bei den Schulhäusern 2 und 3 zwar Gruppenräume angebaut und das Problem für die Sekundarstufe gelöst, nicht jedoch für die Primarstufe. «Wir kamen zum Schluss, dass die beste Lösung ein neues Schulhaus ist», sagt Guido Iten. In diesem werden künftig Schülerinnen und Schüler von der ersten bis vierten Primarklasse unterrichtet. Schulhaus 1, das älteste, wird vom Primarschulhaus zum Schulverwaltungsgebäude umgenutzt und dient danach unter anderem der Schulleitung, dem Abwart und der Schulsozialarbeit.

Turnhalle und Singsaal sind abgerissen

Grundlage für den Neubau-Entscheid ist ein Schulraumplanungsbericht, der 2018 publiziert wurde. Eine Arbeitsgruppe hat darin Vorschläge zur Schaffung von zusätzlichem Schulraum erarbeitet und schlug vor, am Standort der Turnhalle aus dem Jahre 1956 und des Singsaals ein neues Schulhaus für die Primarstufe zu erstellen. Turnhalle und Singsaal sind mittlerweile abgerissen, der nötige freie Platz also geschaffen.

Der Entscheid ist laut Botschaft auf das heutige Schulareal gefallen, weil es Synergien ermögliche und von der Bevölkerung schon heute auch ausserhalb des Schulbetriebes als Freizeitareal genutzt werde.

Gemeindeversammlung hat bereits zwei Kredite bewilligt

Die Kosten für den Neubau belaufen sich auf rund 10,9 Millionen Franken. Am 29. November stimmt die Gemeinde an der Urne über den Baukredit in der Höhe von 9,65 Millionen Franken ab. Der Gemeinderat hat seine bisherigen Planungsschritte jeweils durch die Stimmbevölkerung abstützen lassen. Im Dezember 2018 bewilligte die Gemeindeversammlung 300'000 Franken für einen Projektwettbewerb, ein Jahr später einen Sonderkredit von 950'000 Franken für die Planungsarbeiten.

Das Bauvorhaben stösst auf breite Zustimmung. Neben dem Gemeinderat empfehlen auch die Bildungs- und die Controllingkommission, die Schulleitung sowie die Ortsparteien die Vorlage. Die Bauarbeiten sollen im Frühling starten. Läuft alles wie geplant, wird Schulhaus 4 im Sommer 2022 eröffnet.