SCHOKOLADENINDUSTRIE: «Schöki» definiert Fairness neu

Das Luzerner Start-Up Schöki bringt im Dezember seine eigene Schokolade auf den Schweizer Markt – eine faire und nachhaltig produzierte Tafel, die den ugandischen Kakaobauern ein existenzsicherndes Einkommen garantieren soll.

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Die Kakaobohnen werden nach einer ausgiebigen Qualitätskontrolle in die Schweiz verschifft. (Bild: PD/schöki.ch)

Die Kakaobohnen werden nach einer ausgiebigen Qualitätskontrolle in die Schweiz verschifft. (Bild: PD/schöki.ch)

Dank einem Crowdfunding hat das Luzerner Start-Up-Unternehmen Schöki das nötige Startkapital für ihre faire Schokolade gesichert. Damit könne Schöki den Kakaobauern aus Kasawo, einem Dorf in Uganda, einen deutlich besseren Preis für den Kakao bieten, als der Markt hergibt. Das schreiben die Initianten in einer Mitteilung. Produziert wird die Schöki-Tafel vom Schwyzer Traditionsunternehmen Felchlin. 

Die Verantwortlichen des Projekts, namentlich die beiden Luzerner Fabiola Müller und Florian Studer, sowie Martin Boyer aus Zürich, setzen auf eine partnerschaftliche Zusammenarbeit. Diese garantiere den Bauern ein existenzsicherndes Einkommen. Nebst dem Preis sollen Investitionen in nachhaltige Landwirtschaft dafür sorgen, dass sich die Kakaobauern langfristig einen höheren Lebensstandard erarbeiten und so der Armutsspirale entkommen können. Zudem würden die leeren Kakaoschoten zu Brennpellets verarbeitet und als umweltschonende Energielieferanten beim Kochen verwendet. 

«Fairtrade-Schokolade hält nicht, was sie verspricht»

Der grösste Teil des Kakaos wird heute von Kleinbauern in Afrika hergestellt, die aufgrund des tiefen Marktpreises in bitterer Armut leben. Auch fairtrade-zertifizierte Schokoladen würden den Konsumenten in der Regel etwas vorgaukeln: Zwar würden die Bauern durch den Mindestpreis und den Bonus etwas höhere Einnahmen erhalten. Diese seien aber für die Bauern noch immer zu tief, um über der Armutsgrenze zu leben. Schöki will zeigen, dass es anders geht und zahlt den Kakaobauern in Kasawo darum 4000 Franken pro Tonne Kakao — dies sei mehr als das Doppelte des Marktpreises. 

Faire Schokolade muss aber nicht teuer sein, davon ist Schöki überzeugt. Dank eines Verzichtes auf hohe Margen wollen die Verantwortlichen ihre Schokolade trotz kleiner Produktionsmenge für einen fairen Preis von 3.50 Franken verkaufen.

Dank über 300 Unterstützerinnen und Unterstützern konnte Schöki auf der Crowdfunding-Plattform wemakeit.com genügend Kapital für die Herstellung der ersten Tafeln sammeln. 33'000 Franken seien für die Realisierung des Projekts mindestens nötig. 

Im Hintergrund laufen die Arbeiten für die Produktion bereits auf Hochtouren. Die ersten Tafeln kommen im Dezember auf den Schweizer Markt, heisst es in der Mitteilung.

chb

Die Kleinbauern aus Kasawo machen zusammen mit dem Team Schöki die beste, fairste und nachhaltigste Schokolade. (Bild: PD/schöki.ch)

Die Kleinbauern aus Kasawo machen zusammen mit dem Team Schöki die beste, fairste und nachhaltigste Schokolade. (Bild: PD/schöki.ch)