Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Schon wieder ein neues Radio für die Zentralschweiz: Central-Gruppe greift die SRG an

Zusammen mit «Radio Lozärn» sendet nun auch «Radio Luzern Pop» ein Musikprogramm für die Zentralschweiz. Die Station gehört zur Central-Sunshine-Gruppe. Und soll die SRG in Bedrängnis bringen.
Kilian Küttel

Sie heissen fast gleich, senden im selben Gebiet, und gingen am Freitag «on air»: Mit «Radio Lozärn» und «Radio Luzern Pop» beschallen ab sofort zwei neue Stationen das Gebiet zwischen Nidwalden, Luzern und Zug.

Eine weitere Gemeinsamkeit: Beide Stationen setzen auf Musik und verzichten auf Nachrichten, Wetter- oder Verkehrsmeldungen: «Wir wollen viel Sound und wenig Geschwafel», sagt Roger Givel, der Gründer von «Radio Lozärn». Zwar reifte der Plan nach einem eigenen Radio schon länger im 42-jährigen Luzerner, doch für die Vorbereitung hat er nur wenige Monate Zeit gebraucht.

Wunsch nach Musikprogramm besteht schon lange

Anders verhält es sich beim Quasi-Namensvetter «Radio Luzern Pop». Hinter der Station steht die NMZ Neue Medien Zentralschweiz AG, zu der die Stationen «Radio Central», «Sunshine Radio» sowie der Volksmusiksender «Radio Eviva» gehören.

Auf Anfrage sagt Geschäftsführer Roman Spirig: «Wir wollen unseren Hörern schon seit Jahren ein reines Musikprogramm anbieten.» Diesen Wunsch habe er häufig zu hören bekommen – von Hoteliers, Coiffeuren oder von Beizern: «Kurz: Von Leuten, die sich Musik wünschen, die im Hintergrund läuft. Ohne Unterbrüche, ohne Werbung.»

«Radio Lozärn» und «Radio Luzern Pop» senden sowohl online als auch über DAB+ – also auf Digitalradios, wie es sie spätestens ab 2024 überall geben wird. Dann soll das bestehende UKW-Netz abgestellt werden.

Spirig freut sich über Medienvielfalt

Zuständig für das Netz Nidwalden-Luzern-Zug ist eine Zürcher Firma namens Digris. Auf der Frequenz Luzern-Nidwalden-Zug können aktuell 17 Radios senden. «Radio Lozärn» hat den zweitletzten, «Radio Luzern Pop» den letzten Platz übernommen. Zeitgleich und mit dem fast identischen Namen.

Zufall? Oder handelt es sich um einen Schnellschuss der Central-Sunshine-Gruppe aus Angst vor Konkurrenz? «Nein, überhaupt nicht», sagt Spirig. Er sehe «Radio Lozärn» nicht als Nebenbuhler an, sondern freue sich über Medienvielfalt in der Region.

Dennoch will Spirig mit seinem neuen Projekt einen Rivalen in Bedrängnis bringen. Und zwar den grössten am Markt: Der Sender soll ein Gegenpol zu «Radio Swiss Pop» bilden, das zur Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) gehört. Spirig:

«Ein reines Musikprogramm ist nicht Sache der SRG.»

Aktuell wolle man beobachten, wie sich das Projekt entwickelt. Ist es erfolgreich und stimmen die Hörerzahlen, habe man ein Druckmittel gegen die SRG: «Musikprogramme soll die SRG den Privatradios überlassen. Mit den Gebührengeldern kann sie anderes anstellen.»

Laut eigenen Angaben hören täglich 600 000 Personen «Radio Swiss Pop». Der Marktanteil beläuft sich auf 3,6 Prozent. Zum Vergleich: Das Einzugsgebiet der beiden neuen Radios umfasst gemäss Digris-Angaben eine Wohnbevölkerung von knapp 350 000 Personen.

Luzerner Musik soll gefördert werden

Der Unterschied ist gross. Doch das Ziel sei weder kommerzieller Erfolg noch Hörerzahlen wie jene von «Swiss Pop». Das kleine Sendegebiet sieht Spirig als Plus: «Luzern hat im Musikmarkt enorm an Bedeutung gewonnen.» Damien Lynn oder Dada Ante Portas seien in der ganzen Deutschschweiz ein Begriff.

Zudem finden die «Swiss Music Awards» am 16. Februar in Luzern statt. «Aus diesem Grund wollen wir die Luzerner Musik fördern und ihr eine Plattform bieten.» Das scheint von Sekunde eins an zu passieren: In der Nacht vom Mittwoch auf Donnerstag ging der erste Song über den Sender, als er noch im Testbetrieb lief. Es war «Vierwaldstättersee» vom Mauenseer Sänger Kunz.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.