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SCHONGAU: Etwas anderes als die Posaune kam nie in Frage

Die Schonger Musig wird 150-jährig. Hubert Furrer hat sie entscheidend mitgeprägt. Dabei durchlebte der Ehrenpräsident auch schwierige Zeiten.
Hubert Furrer (54), Ehrenpräsident der Schonger Musig: «Es ‹fägt›, auf der Posaune zu spielen.» (Bild: Pius Amrein (Schongau, 28. März 2017))

Hubert Furrer (54), Ehrenpräsident der Schonger Musig: «Es ‹fägt›, auf der Posaune zu spielen.» (Bild: Pius Amrein (Schongau, 28. März 2017))

Entspannt sitzt er in der Gartenlaube vor seinem Haus. Auf dem Tisch liegen Flyer und Dokumente aus vergangenen Zeiten. Momentan dreht sich bei Hubert Furrer (54) viel um ein besonderes Ereignis: Am Wochenende steigt in Schongau der grosse Anlass zu «hondertföfzg Johr Schonger Musig».

«Ich habe mir zum heutigen Termin einige Notizen gemacht», sagt er und lächelt. Denn seine Aktivitäten bei der dorfeigenen Musikgesellschaft aus dem Stegreif aufzuzählen, wäre wohl eher schwierig: 16 Jahre Präsident, 5 Jahre Aktuar, 6 Jahre Mitglied der Musikkommission und 21 Jahre in der Nachwuchsförderung. Die Liste ist genauso lang wie beeindruckend. Und dieses Palmarès führte sicher mit dazu, dass ihn die Schonger Musig – so wird sie landläufig genannt – 2013 zum Ehrenpräsidenten machte.

Kameradschaft und Ausgleich zum Beruf

Mittlerweile gehört Hubert Furrer bereits 39 Jahre als aktiver Bläser dem Verein an. «Lange Zeit war ich Soloposaunist», erinnert er sich. Doch als die Zeit reif gewesen sei, hätte er auch keine Mühe gehabt, den Weg für den Nachwuchs frei zu machen. Doch der 54-jährige Familienvater ist seiner Posaune weiter treu, genauer gesagt der Bassposaune. Ganz besonders schätzt er ihren «tiefen, kernigen Klang. Es ‹fägt›, darauf zu spielen.» Zwei seiner drei Söhne sind ebenso im Verein so wie früher seine Schwester und sein Vater. Sogar Grossvater und Urgrossvater frönten diesem Hobby. Neben dem musikalischen Wirken schätzt Furrer besonders die Kameradschaft und den Ausgleich zu seinem beruf­lichen Engagement.

Momentan hat die Schonger Musig 38 Aktivmitglieder (30 Männer und 8 Frauen). Damit meldet Furrer «Vollbesetzung». Allerdings war dies längst nicht immer so gewesen. Nur ungern erinnert sich der Posaunist an 1992 zurück. Damals übernahm er das Präsidentenamt in einem Verein, welcher Mitte der 90er-Jahre nur noch 24 Aktivmitglieder zählte. Doch mit dem neuen Dirigenten, Thomas Balzli, kam auch neues musikalisches Leben in den Verein. In den 80er-Jahren habe der Erfolg viele geblendet, erklärt Furrer die damalige Situa­tion. Als Erstklassband habe man stets «fertige, auswärtige Musikanten» dazugeholt. Den Schongauern fehlte aber eine ganze Generation, und es dauerte «zehn Jahre, bis wir wirklich wieder Boden unter den Füssen spürten». Als wichtigen Faktor für die Gesundung ortet er die Gründung der Juniors Brass Seetal. In dieser Band sind Jugendliche aus Aesch-Mosen und Schongau. Während neun Jahren organisierte Furrer auch deren Lager mit. «Wir müssen um jedes junge Mitglied kämpfen.» Dass diese Arbeit bei der Schonger Musig erfolgreich ist, zeigt das Durchschnittsalter von 35 Jahren – bei einer Bandbreite von 17 bis 61 Jahren. «Wir versuchen attraktive, moderne Musik zu spielen, wobei eine Polka oder ein Marsch nicht fehlen darf», sagt der Ehrenpräsident. Mit regelmässigen Wettbewerben, beispielsweise der Teilnahme am diesjährigen Musiktag, lassen sich die Musikanten gerne fordern.

Die Schonger spielen aktuell in der zweiten Stärkeklasse und bestehen ausschliesslich aus Eigengewächsen. «Nur wenn wir ein Instrument nicht besetzen können, greifen wir auf Aushilfen», sagt Hubert Furrer. Auch sei das Engagement der Mitglieder – ob beim Probenbesuch oder bei anderen Vereinsarbeiten – vorbildlich.

Die Brassmusik zieht ihn bis nach Belgien

Einen Namen hat sich die Musikgesellschaft auch mit dem Stephanstanz gemacht. Zwar sei dieser 1989 eher aus der Not geboren worden, so der langjährige Organisator. Der Verein suchte damals nach Einnahmequellen. Bereits bei der ersten Austragung «hatten wir die Hütte voll». Heute ist die Veranstaltung jeweils am 26. Dezember «zu einer Megaveranstaltung geworden».

Furrer ist ein «leidenschaft­licher Brassbander», sagt er. Das zeigt sich etwa darin, dass er im April ins belgische Ostende zum europäischen Brassbandwettbewerb fährt. Darauf freut er sich. Ebenso auf das Jubiläumsfest am Wochenende – speziell auf den Gastverein, die deutsche Stadtkapelle Rottenburg. Er versuche das Fest zu geniessen. «Denn wir dürfen auf das Erreichte sicher auch etwas stolz sein.»

Ernesto Piazza

ernesto.piazza@luzernerzeitung.ch

Hinweis

Weitere Informationen finden Sie unter www.schongermusig.ch

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