SCHONGAU: Um 18 Uhr kommen die Inder

Der Vergnügungspark Schongi-Land setzt neu auf indische Pauschalreisende. Erwartet wird vor allem eins: «Swissness».

Florian Weingartner
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Das Schongi-Land bekommt seit Anfang April regen Besuch aus Indien. (Bild Dominik Wunderli)

Das Schongi-Land bekommt seit Anfang April regen Besuch aus Indien. (Bild Dominik Wunderli)

Sie kommen abends, meist gegen 18 Uhr, wenn das «Schongi-Land» normalerweise seine Tore schliesst. An Spitzentagen werden bis zu drei Reisecars die indischen Pauschaltouristen zum Erlebnispark in Schongau an der Grenze zum Aargau gefahren. Seit Anfang April und noch bis Ende Mai besuchen so zwischen 2000 und 2500 indische Gäste das «Schongi-Land» auf den Ausläufern des Lindenberg.

Harte Verhandlungen

Die Kurzvisiten, die meisten Reisegruppen bleiben knapp zwei Stunden, sind Teil von Europarundreisen, die der Reiseanbieter Thomas Cook India organisiert. «Schongi-Land»-Besitzer Thomas Müller wurde im Oktober des vergangenen Jahres vom Veranstalter kontaktiert. Der indische Reiseanbieter brauchte einen Ersatz für das Wirzweli in Dallenwil, das derzeit wegen Revisionen geschlossen ist, und für Müller sind die Monate April und Mai nicht die stärksten des Jahres. Der indische Veranstalter hat klare Vorstellungen, was das «Schongi-Land» anzubieten hat: Alphornbläser und Fahnenschwinger bei der Ankunft, typisches Schweizer Begrüssungsgetränk (schwarzer Wodka mit Most), die 380 Meter lange Rodelbahn auf «Swissness» getrimmt und eine kleine Degustation mit Fondue, Rösti und Schokolade. Ein kleiner Souvenirshop ergänzt das Angebot.

Ende Mai wird Müller Kassensturz machen und sich Gedanken darüber machen, ob das Geschäft mit Reisegruppen zukunftsträchtig ist.