Postulat

Luzerner Regierung unternimmt erste Schritte gegen Logopäden-Mangel

Die Luzerner Regierung hat vier Massnahmen geprüft, welche den Engpass bei den Logopäden entschärfen sollen.

Roseline Troxler
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Helfen bei sprachlichen Beeinträchtigungen: Eine Logopädin bei einer Therapiesitzung.

Helfen bei sprachlichen Beeinträchtigungen: Eine Logopädin bei einer Therapiesitzung.

Symbolbild: Hans Lucas/imago

Logopädinnen und Logopäden fördern die sprachliche Entwicklung. Sie kommen etwa dann zum Zug, wenn Kinder sprachliche Beeinträchtigungen aufweisen. Doch im Kanton Luzern mangelt es an Logopäden. Die Folge: Gar bereits gesprochene Lektionen wurden wegen Personalmangel teils gestrichen, für betroffene Familien eine schwierige Situation (Ausgabe vom 24. August).

SP-Kantonsrat Urban Sager (Luzern) hat den Regierungsrat in einem Postulat aufgefordert, Massnahmen zu ergreifen, um den Fachkräftemangel zu beheben – ­ohne dabei die Qualität der Therapiemassnamen zu beeinträchtigen. Laut Sager fehlt eine Ausbildungsmöglichkeit in der Zentralschweiz und anderswo gäbe es zu wenig freie Plätze. «Aus diesen Gründen soll geprüft werden, ob auch in Luzern eine entsprechende Ausbildung angeboten werden kann.» Alternativ könne Luzern den Ausbau an einer bestehenden Ausbildungsstätte mitfinanzieren.

Mehr Kinder mit Sprachbehinderung

Der Regierungsrat beantragt dem Parlament das Postulat teilweise erheblich zu erklären. Er räumt in der Stellungnahme einen Engpass ein. «In den letzten Jahren mussten vermehrt Pensen in der Logopädie ausgeschrieben werden. Dies, weil viele Logopädinnen pensioniert wurden, aber auch weil zusätzliche Pensen geschaffen werden mussten», heisst es in der Antwort. Denn die Zahl der Schülerinnen und Schüler im Kanton Luzern steigt. Ausserdem wächst auch die Zahl der Lektionen von Kindern mit einer Sprachbehinderung in der Integrativen Sonderschulung. In der Folge konnten einzelne Pensen für eine gewisse Zeit nicht besetzt werden. Die Regierung hat daher vier Massnahmen geprüft, die das Problem entschärfen sollten. Es sind dies:

- Um gegenüber anderen Deutschschweizer Kantonen, die ähnliche Engpässe hätten, an Attraktivität zu gewinnen, hat der Kanton eine höhere Einreihung der Logopädinnen geprüft. Dies bedeutet eine bessere Entlöhnung. «Ein solcher Schritt könnte aber im kantonalen Quervergleich mit anderen Funktionen aktuell kaum begründet werden.» Eine einseitige Besoldungserhöhung bei den Logopädinnen sei nicht gerechtfertigt und würde laut Regierung das ganze Besoldungssystem aus dem Gleichgewicht bringen.

- Als zweite Massnahme prüfte er die Anstellungs- und Pensensituation. Die Mehrheit arbeite Teilzeit. «Deshalb sollen die Logopädinnen ermutigt werden, ihr Pensum um einige Stellenprozente zu erhöhen, was rasch eine Entschärfung des Fachkräftemangels bewirken könnte», so die Regierung.

- Der Kanton Luzern soll bei vorhandener Nachfrage künftig mehr Studenten an die Hochschule für Heilpädagogik Zürich schicken können. Derzeit gibt es pro Jahr nur zwei Plätze.

- Weiter hat die Dienststelle Volksschulbildung die Schaffung eines Ausbildungsgangs für Logopädie in Luzern geprüft. Eine solche Ausbildung könnte als Studiengang einer Hochschule in Luzern oder teilweise als Kooperation zwischen der Pädagogischen Hochschule Luzern und einer bestehenden Ausbildungsstätte für Logopädie erfolgen. «Erste Gespräche mit ausserkantonalen Hochschulen haben stattgefunden und werden weitergeführt.» Auf eine eigenständige Ausbildung will die Regierung hingegen verzichten ­­– «aufgrund der doch eher geringen Zahl der Studierenden».

Um die Engpässe zu überbrücken, hat die Dienststelle Volksschulbildung nun Vorgaben für den Einsatz der Ressourcen bei einer Stellenvakanz ausgearbeitet, so die Regierung weiter.