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SCHÜPFHEIM: Ein Stück Schweizer Industriegeschichte im Entlebuch

In Arbon werden die Saurer-Lastwagen seit vielen Jahren nicht mehr gebaut. Von der Strasse verschwunden sind diese Fahrzeuge aber längst nicht.
Die Begeisterung für Saurer-Lastwagen war bei den Mitorganisatoren Andreas Graf (links) und Matthias Eicher gestern in Schüpfheim deutlich spürbar. (Bild Corinne Glanzmann)

Die Begeisterung für Saurer-Lastwagen war bei den Mitorganisatoren Andreas Graf (links) und Matthias Eicher gestern in Schüpfheim deutlich spürbar. (Bild Corinne Glanzmann)

Als Matthias Eicher 1993 die Rekrutenschule absolvierte, lernte er nicht nur militärisch korrekt zu grüssen oder mit dem Sturmgewehr zu hantieren. Nein, während der 17 Wochen profitierte er auch für sein späteres Leben als Zivilist, indem ihn die Armee zum Lastwagenfahrer ausbildete. Eicher tat dies nicht auf irgendwelchen importierten Fahrzeugen aus dem Ausland, sondern auf Schweizer Produkten der Marke Saurer, Typenbezeichnung 2 DM. Gebaut wurden diese Lastwagen in den Jahren 1964 bis 1976. Angetrieben von einem 8,1-Liter-Dieselmotor, leistete dieser Saurer 135 PS. Die 2 DM stehen noch heute für Industriekompetenz auf höchstem Niveau, vielseitig einsetzbar, wie kaum ein anderes Gerät, das dem Militär zu jener Zeit zur Verfügung stand.

Heute als Camper unterwegs

Die Faszination für die Lastwagen aus der Ostschweiz hat beim Schüpfheimer Transportunternehmer Eicher bis heute nicht nachgelassen. Aus diesem Grund organisierte er für den gestrigen Tag unter anderem zusammen mit Andreas Graf in seinem Wohnort ein 2-DM-Treffen. Etwa 35 Saurer-Begeisterte aus fast allen Landesregionen haben der Einladung ins Entlebuch Folge geleistet. So auch die St. Galler Christian Brühwiler und Maria Schönenberger, die kürzlich einen Saurer 2 DM kauften. Das fast unzerstörbare Allrad-Fahrzeug ist zum komfortablen Camper umgebaut und eignet sich für Abenteuerreisen auf den anspruchsvollsten Pisten dieser Welt.

Beim Rundgang übers Parkplatzgelände bleibt Matthias Eicher vor einem ganz speziellen Lastwagen stehen. Eicher sagt: «Dieser hier wurde als Putzfahrzeug auf dem Flughafen eingesetzt.» Es gab aber auch 2 DM, die mit Zusatzbrücke versehen, für Langholztransporte verwendet wurden. Aber auch zum Schneepflug oder zum Tankwagen konnten die Saurer-Produkte umgerüstet werden.

Für den Kauf eines gut erhaltenen 2 DM müssen heute etwa 8000 Franken aufgewendet werden. Mehr Geld wird unter Umständen nötig, wenn es um die Instandhaltung geht. «10 000 Franken kann das schnell einmal kosten», sagt Andreas Graf. Teuer sind nicht nur die Ersatzteile, sondern ebenso die vielen Arbeitsstunden, die für die technisch anspruchsvolle Reparatur aufgewendet werden müssen.

Zum Saurer-Treffen erschien auch der Entlebucher Autopionier Eugen Enzmann, der als Sportwagenbauer – Enzmann 506 – weit über die Landesgrenzen hinaus zu Ruhm und Ehre kam. Der heute 91-Jährige leistete in den Jahren 1944 und 1945 noch Aktivdienst. Und er tat dies wenig überraschend bei der Artillerie als Lastwagenfahrer. Sein Gerät entstammte ebenfalls aus dem Hause Saurer. Die Bezeichnung lautete M 6. Ein Exemplar konnte gestern in Schüpfheim ebenfalls besichtigt werden. Diese Lastwagen waren nichts für Weicheier. Servo-Lenkung gabs damals noch nicht. Und Enzmann erinnert sich: «Viele Reparaturen führten wir selber aus. Kupplungen oder Zylinderkopfdichtungen auswechseln, das musste ich als Fahrer selber an die Hand nehmen.»

Thomas Heer

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