SCHÜPFHEIM: Jetzt haben die Jodler das Sagen

Tradition und Geselligkeit sind die Trümpfe des 61. Zentralschweizerischen Jodlerfestes. Davon lassen sich sogar «Neulinge» begeistern.

Manuela Liem
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Nun erobern Jodler und ihre Entourage das Entlebuch: Augenschein an der gestrigen Eröffnung des Zentralschweizerischen Jodlerfests in Schüpfheim. (Bild Pius Amrein)

Nun erobern Jodler und ihre Entourage das Entlebuch: Augenschein an der gestrigen Eröffnung des Zentralschweizerischen Jodlerfests in Schüpfheim. (Bild Pius Amrein)

Manuela Liem

Nicht die Fahnenschwinger standen zuvorderst beim Einzug. Auch nicht die Alphornbläser oder die Jodler. Nein, ausgerechnet eine Blasmusik machte gestern den Auftakt zum 61. Zentralschweizerischen Jodlerfest in Schüpfheim. Die Fahnenschwinger hatten allerdings einen guten Grund, abwesend zu sein: Ihre Wettvorträge hatten zeitgleich um 16 Uhr begonnen. Die Alphorn- und Büchelbläser präsentierten sich sogar bereits um 13 Uhr den Experten.

«Die drei wichtigsten Tage»

Auf den Einzug folgte eine Eröffnungsfeier im Pfarreiheim. «Für die Region sind dies heuer die drei wichtigsten Tage», sagte Christine Bouvard Marty, Gemeindepräsidentin aus Schüpfheim, in ihrer Ansprache. In diesen Tagen sollen «Musik, Geselligkeit und Tradition regieren». Die Talschaft sei sehr mit der Musik verbunden, speziell mit dem Jodel.

Auch von Bruno Stalder, Gemeindeammann und Präsident des Organisationskomitees, wurde die Festgemeinde begrüsst. Unter den Gästen war ferner das OK des letztjährigen Jodlerfestes in Sarnen. Dieses darf sich heuer zurücklehnen. Einen Einsatz gibts für die Sarner Delegation erst am Sonntag – bei der feierlichen Fahnenübergabe.

OK-Präsident Stalder sprach von einem Fest, das eine Wohltat sei für alle Sinne, insbesondere für Augen und Ohren. Für ungestörten Genuss hofft Richard Huwiler, Präsident des Zentralschweizerischen Jodlerverbands, auf Wetterglück an diesem «Brauchtums­höhepunkt der Zentralschweiz».

Atmosphäre begeistert

Während die Organisatoren von Genuss und Brauchtum schwärmten, erfreuten sich die Besucher am Ambiente. Von diesem liessen sich auch Jodlerfest-Neulinge wie Claudia Graber aus Hasli­berg anstecken. Die Musik entspreche zwar nicht ganz ihrem Geschmack, trotzdem erfreue sie sich am Fest: «Mir gefallen die gemütliche Atmosphäre und das schön hergerichtete Dorf.» Gleicher Meinung war Paul Kaufmann aus Rothenburg, der regelmässig an Jodlerfesten zu sehen ist. «Hier trifft man Jung und Alt, es wird friedlich gefeiert.»

Es gibt Besucher, die punkto Konzerte eine ganz bestimmte Vorliebe haben. Zu ihnen gehört Ruth Villiger. «Ich bin wegen des Jodelns hier. Am liebsten mag ich den Naturjodel – bestenfalls in der Kirche, wo die Akustik sehr schön ist», erklärte die Hochdorferin.

Gross war die Vorfreude auch bei Peter Künzler aus Steinhausen, der mit dem Jodlerklub Bärgblueme gleich selbst auf die Bühne tritt. Seine Leidenschaft beschreibt er wie folgt: «Jodeln ist für das Herz, kommt vom Herz, und es ist auch für die Seele.»