Schüpfheim stellt die Weichen für die Zukunft

Der Dorfkern soll grüner und für Fussgänger freundlicher werden. Der Ball liegt nun beim Kanton.

Ismail Osman
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Soll fussgängerfreundlicher werden: der Dorfkern von Schüpfheim.

Soll fussgängerfreundlicher werden: der Dorfkern von Schüpfheim.

Bild: Roger Grütter, 6. Januar 2020

Der Kern Schüpfheims ist, auf den ersten Blick, ein sehr dicht bebautes Dorf entlang der Hauptstrasse – ein typisches «Strassendorf» also. Gerade in solchen Gemeinden fällt der Frage, wie sich das Zentrum in Zukunft entwickeln kann (und soll), besonderes Gewicht zu.

Der aktuelle Bebauungsplan für das Dorfzentrum Schüpfheim ist bald 20 Jahre alt und mit der aktuellen Gesetzgebung auf Bundes- und kantonaler Ebene nicht mehr kompatibel. Die Gemeinde hat den Bebauungsplan nun angepasst und darin mehrere Änderungen vorgenommen. Während die Unterlagen derzeit bei den kantonalen Dienststellen zur Vorprüfung liegen, ruft die Gemeinde die Bevölkerung zur Mitwirkung auf.

Der nun vorliegende Planungsbericht gibt Hinweise darauf, wie sich das Gesicht der Gemeinde – zumindest der Dorfkern – in den nächsten Jahren verändern könnte. Eine der prägnantesten Anpassungen: Der Dorfkern soll grüner und für den Langsamverkehr attraktiver werden.

Drei Plätze könnten aufgewertet werden

Zur Planung wird das Dorfzentrum Schüpfheims in vier sogenannte «Kernzonen» unterteilt. Jede davon soll mit unterschiedlichen Prioritäten weiterentwickelt werden. Bei der Kernzone A handelt es sich etwa um den historischen Kern. Viele der Gebäude hier sind im Bauinventar als «schützenswert» oder «erhaltenswert» eingestuft. Entsprechend hat hier der Schutz und Erhalt des Ortsbildes Priorität. Somit soll dieser Teil des Dorfzentrums sehr restriktiv weiterentwickelt werden.

Woran es dem eng bebauten historischen Dorfkern heute mangelt, sind öffentliche Plätze mit Begrünung. Drei Plätze werden im Bebauungsplan ausgewiesen, die das Potenzial zur «gestalterischen Aufwertung» haben. Es sind dies der Kreuzplatz, der Adlerplatz und der Jungbrunnenplatz. Weiter weist der Bebauungsplan mögliche Standorte für neue Einzelbäume aus – etwa entlang der Schulhausstrasse.

Neue und verbesserte Fuss- und Radwege

Im Dorfzentrum soll der Anteil des Langsamverkehrs an der Gesamtmobilität erhöht werden. Eine wichtige Bedingung dafür sieht die Gemeinde in direkteren Fuss- und Radwegen. Während Lücken im Wegnetz geschlossen werden sollen, sind «wichtige Wegstücke» bei Bedarf aufzuwerten.

Eine mögliche Neuerung: Der bestehende Gehweg entlang den Gleisen könnte bis zum Dorfeingang Richtung Entlebuch verlängert werden. Aber auch entlang des Flusses könnten neue Geh- und Radwege entstehen. Diese seien im Rahmen von Bauprojekten auf den betroffenen Abschnitten zu realisieren, wie den Unterlagen zu entnehmen ist.

Keine fixen Gebäudehöhen

In den Kernzonen A und B Schüpfheims galt bisher eine maximale Gebäudehöhe von 3 Vollgeschossen à 3 Meter plus eine Firsthöhe von 5 Meter. Gebäude im Gebiet Chlosterweg sind gar auf zwei Vollgeschosse begrenzt. Auf diese fixen Gebäudemasse soll zukünftig verzichtet werden. Die fixen Höhen täten wenig für die angestrebte harmonische Eingliederung von neuen Gebäuden ins bestehende Ortsbild. Stattdessen soll der «Grundsatz der Eingliederung» gelten. Neue Bauten müssten sich demnach vor allem gut in das bestehende Siedlungsbild (Ausrichtung, First- und Traufhöhen, Dachform, Fassadengliederung, etc.) einfügen.

In Abweichung zu den bisherigen Vorschriften wird in den anderen beiden Kernzonen auf eine Schrägdachpflicht verzichtet, heisst es weiter.

Wann die Vorprüfung der Unterlagen beim Kanton abgeschlossen ist, lässt sich derzeit noch nicht definitiv sagen. Die Gemeinde Schüpfheim geht davon aus, dass dies im Verlauf des Frühlings der Fall sein wird. Danach soll in Schüpfheim die öffentliche Auflage erfolgen.

Mehr Informationen zur Revision des Bebauungsplans: www.schuepfheim.ch/aktuell