Schüpfheim sticht Entlebuch aus

Im Kanton Luzern wird das Grundbuchamt West in Schüpfheim angesiedelt. Der Kantonsrat hat dafür am Montag 1,9 Millionen Franken genehmigt. Für Entlebuch blieben tröstende Worte.

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Die Verwirrung war gross: Zwei Gemeinden buhlten um das Grundbuchamt. (Bild: Jals)

Die Verwirrung war gross: Zwei Gemeinden buhlten um das Grundbuchamt. (Bild: Jals)

Neu gibt es im Kanton Luzern noch zwei Grundbuchkreise: Das Grundbuchamt Ost umfasst die Regionen Luzern und Hochdorf, das Grundbuchamt West Entlebuch, Willisau und Sursee.Für das Grundbuchamt West suchte der Kanton eine geeignete Immobilie in Entlebuch und Schüpfheim. Aus fünf Angeboten erwies sich gemäss Regierungsrat die günstigste Offerte als die beste. Es handelt sich um die Bahnhofstrasse 5 in Schüpfheim mit einer Mietfläche von 668 Quadratmetern. Den Ausschlag für diesen Standort gaben neben den Kosten auch die zentrale Lage und die Flexibilität beim Ausbau. Die neuen Räume sollen im Mai 2012 bezogen werden können.

Petition vergebens

Entlebuch tat sich mit dem Entscheid schwer. Die Gemeinde hatte gehofft, dass in dem Gebäude des ehemaligen Versandhauses Ackermann mit dem Grundbuchamt nachhaltige Arbeitsplätze angesiedelt würden. Doch auch eine Petition vermochte weder den Regierungrat noch den Kantonsrat umzustimmen. Für Schüpfheim spreche, dass es im Richtplan als Subzentrum definiert sei, sagte Josef Dissler (CVP), Sprecher der vorberatenden Kommission Bau und Verkehr (VBK).

«Bruderkrieg»

Bedauert wurde, dass zwischen den beiden Gemeinden keine Einigung erzielt werden konnte und ein öffentlicher Standortkampf lanciert wurde. Margrith Steinhauser (SP) sprach von einem «Bruderkrieg». Der Kommunikation sei von Seite des Kantons nicht die nötige Bedeutung zugemessen worden, sagte Markus Odermatt (CVP). Einmischen in den Streit wollte sich das Parlament aber nicht. Es sei nicht Aufgabe des Kantonsrates, den Mediator zu spielen, sagte Gudio Durrer (FDP). Katharina Meile (Grüne) und Fredy Zwimpfer (SVP) erklärten, dass der Kanton nicht nichts für Entlebuch mache. So werde das Aussenlager der Zentralbibliothek im Ackermann-Gebäude untergebracht.

Der Entlebucher Robert Vogel (CVP) warf dem Kanton vor, dass die Ausschreibung nicht korrekt abgelaufen sei. Die grosse Mehrheit des Parlamentes teilte diese Ansicht aber nicht und lehnte Vogels Rückweisungsantrag ab. In der Schlussabstimmung genehmigte der Kantonsrat mit 97 zu 2 Stimmen 1,9 Millionen Franken für bauliche Massnahmen und für eine zehnjährige Miete.

sda