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SCHÜPFHEIM: Tausende begrüssen die Alpheimkehrer

Die Rückkehr der Entlebucher Älpler mit ihrem Vieh löst in Schüpfheim ein Volksfest mit einer Rekordbeteiligung aus. Angereist sind gar Besucherinnen aus Brasilien.
Hannes Bucher
Feierlich empfangen: 12 000 Zuschauer schauten dem Einzug der sieben Entlebucher Älplerfamilien und ihres Viehs zu. (Bild: Roger Gruetter (Schüpfheim, 23. September 2017))

Feierlich empfangen: 12 000 Zuschauer schauten dem Einzug der sieben Entlebucher Älplerfamilien und ihres Viehs zu. (Bild: Roger Gruetter (Schüpfheim, 23. September 2017))

Hannes Bucher

redaktion@zentralschweizamsonntag.ch

Das ist ein Heimkommen: Weit über 12 000 Besucher aus der ganzen Schweiz und aus dem Ausland bereiten den sieben Entlebucher Älplerfamilien, die mit ihren rund 250 Kühen und Rindern am Samstag zu Tal fuhren, einen begeisterten Empfang.

Im Dorf Schüpfheim sind die Fahnen ausgehängt, es wird gejauchzt und gejodelt, getanzt und musiziert; Trachten, Sennenkutteli, bunte Folklore noch und noch. Auch die Ankommenden haben sich herausgeputzt. Die Älplerfamilien sind in Sennentracht, das Vieh ist gestriegelt und gebürstet. Freude herrscht.

Sieben Stunden unterwegs

«Bitte etwas zurücktreten, damit die Tiere schön gleichmässig laufen können und so die Trycheln ebenso schön gleichmässig anschlagen können», fordert Speaker Bio Emmenegger die Zuschauer auf und sagt weiter: «Ja, man sieht es dem Vieh an: Es hat einen guten Sommer gehabt.» Zu jeder der sieben Älplerfamilien gibt es Hintergründiges über den Alpbetrieb zu vernehmen. Auch Geschichtliches. Etwa, dass der Name der Alp Schlacht auf die Zeiten des Bauernkrieges zurückgehe und mit dem Alpenstreit zwischen den Entlebuchern und den Obwaldnern zu tun habe. «Aber jetzt herrscht seit vielen Generationen Frieden.»

Für Älpler und Vieh ist der Moment der Heimkehr im Übrigen ein ganz strenger Tag. Der ganze Weg von der Alp zum heimischen Stall wird zu Fuss absolviert. Frühmorgens heisst es Abschied nehmen und aufbrechen. Am längsten ist jeweils die Älplerfamilie Distel unterwegs. Ihr Weg führt von der Alp Hintersteinetli in Sörenberg zu ihrer Liegenschaft im Graben, Doppleschwand. Sieben Stunden sind Mensch und Tier unterwegs.

«Alles läuft bestens, wir haben keine Zwischenfälle», sagt Bruno Hafner, OK-Präsident vom neu gegründeten Verein Entlebucher Alpabfahrt Schüpfheim. «Wir haben bestimmt eine Rekord-Zuschauermenge. Die Autos stehen bis an die Gemeindegrenze von Hasle.» Die Autokennzeichen verraten es – die Besucher kommen aus der ganzen Schweiz und dem Ausland, gar aus Übersee. Da ist etwa die Brasilianerin Paola Barrichello: Sie ist mit einer Gruppe von Basel her angereist. Sie freut sich, diese gelebte Tradition vor Ort zu erleben. «Swissness pur» sei das.

Die Partnerin des Ebikoners Gerhard Steiner ist auch Brasilianerin. Auch sie ist begeistert vom Anlass. Gerhard Steiner selber hat die letzten Jahrzehnte überall auf der Welt gearbeitet und freut sich, wieder Schweizer Tradition zu erleben. «Den Leuten, die das organisieren, muss man ein grosses Kränzlein winden.» Und Chiara (7) und Aurelia (5) Zanelli – die Schüpfheimer Mädchen – erzählen, wie sie auf der Alp im Sommer den Esel «Blüemli» gewaschen haben, der nun mit dem Vieh ins Dorf zurückkehrt. Für seinen Empfang haben sie sich am Samstag extra eine Tracht angezogen.

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