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SCHÜÜR: Musikszene rügt Luzerner Kulturdirektor

Radio 3fach hat am Mittwochabend den Rapper «The Youngest» für den besten Song 2017 ausgezeichnet. Ein anderer Preisträger glänzte durch Abwesenheit. Er wird nun Besuch von Stadträtin Manuela Jost erhalten.
Von Links: Moderator Samuel Konrad, FCL Spieler Marvin Schulz und Moderator David Roth. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 10. Januar 2018))

Von Links: Moderator Samuel Konrad, FCL Spieler Marvin Schulz und Moderator David Roth. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 10. Januar 2018))

Gabriela Jordan

Sirenengeheul auf dem Weg zur Schüür. Ist dort etwa schon das Chaos ausgebrochen? Auf dem Programm steht die Verleihung des Kick-Ass-Awards des Jugendradios 3fach – da kann es schon mal wild zu- und hergehen. Aber nein, vor Ort angekommen ist von Chaos absolut keine Spur. Alles verläuft (noch?) recht gesittet, die Leute trudeln langsam ein, die ersten Bierchen werden getrunken, die (sogar zugewiesenen!) Plätze langsam eingenommen. Nebst Gästen aus der Musik- und Kunstszene sind auch ein paar Stühle für Vertreter der Stadt Luzern reserviert – in der hintersten Reihe.

Wie jedes Jahr kürt das «Drüfach» an diesem Anlass den besten Luzerner Song des Jahres. Zusätzlich werden das beste Album und dieses Jahr auch erstmals der sogenannte Playlist-Hero geadelt – sowie der unbeliebte Negativ-Award «Toro Embolado» vergeben. Letzteren erhält, wer im vergangenen Jahr mit Worten oder Taten negativ aufgefallen ist, so zum Beispiel einst die Juso Luzern für eine misslungene Hausbesetzung: Die Polizei hatte damals einen Hinweis erhalten und war schon vorher vor Ort.

Seitenhiebe und Geständnisse

Wer also wurde diesmal alles geehrt? Dazu später mehr. Denn bevor die teils dotierten Preise verliehen wurden, sorgten die beiden Moderatoren David Roth (SP-Kantonsrat) und Samuel Konrad (3fach-Programmleiter) für Unterhaltung – samt Seitenhieben und Geständnissen. Die Bekanntgabe der Gewinner schien nicht die Hauptsache des Abends gewesen zu sein (und erhält deshalb auch erst am Schluss des Textes Erwähnung).

Einstecken musste Stadträtin Manuela Jost, die als Vertreterin der Stadt anwesend war (sie durfte vorne sitzen). Die Schelte ahnend bestellte sie bei David Roth, der ihr ein Getränk anbot, denn auch «öppis Starchs». Was ihr Roth reichte, der einen mit Banknoten gemusterten Anzug trug (das Motto lautete Casino), erfuhr das Publikum leider nicht. Jost wurde daraufhin in der Jugendsprache belehrt und für ihre Rolle als Baudirektorin im Zusammenhang mit leer stehenden Häusern gerügt. In Anspielung auf die verlotternde Bodum-Villa erhielt sie ein Bodum-Kännchen.

Zuvor hatte David Roth mit einem Augenzwinkern gestanden, dass er sich während der Kantonsratsitzungen ab und zu betrinke. Samuel Konrad gab zu, dass «wir beim Drüfach natürlich nicht so viele Hörer haben». Zu weiteren Highlights des Abends gehörte FCL-Spieler Marvin Schulz, der sich in einem Ratespiel wacker schlug: Gegen Rapper Marash Pulaj musste er möglichst rasch Rap-Songs erraten. Der mit 3000 Franken dotierte Preis für den besten Song ging an den Newcomer-Rapper «The Youngest» für seinen Szenehit «TonTonshit». Den Preis für das Album des Jahres 2017 erhielt die Wavepop-Gruppe «a=f/m» für ihr Werk «Download», das laut Jury «makellos daherkommt». Der «Toro Embolado» geht dieses Jahr an Kulturdirektor Reto Wyss für seine Aussage «Der Lohn eines Künstlers ist der Applaus». Dies hatte er im Kontext der Sparmassnahmen des Kantons in seiner Rede an der Saisoneröffnung des Luzerner Theaters gesagt. Wyss war am Mittwochabend nicht anwesend. Stadträtin Jost wird ihm den Preis überbringen, wie sie sagte: «Wir treffen uns regelmässig, und so weiss ich endlich mal, was ich sagen soll.»

Das war der Kick Ass Award 2017 im Newsticker:

Der Kick Ass Award für den besten Song 2017 geht an „TonTonshit“ von The Youngest. Als Sieger gewinnt er den Wanderpokal „Knut" und ein Preisgeld von rund 3000 Franken. (Bild: Roman Hodel (Luzern, 10. Januar 2018))

Der Kick Ass Award für den besten Song 2017 geht an „TonTonshit“ von The Youngest. Als Sieger gewinnt er den Wanderpokal „Knut" und ein Preisgeld von rund 3000 Franken. (Bild: Roman Hodel (Luzern, 10. Januar 2018))

Aktivisten der Besetzerszene auf der Bühne in der Schüür. Sie tragen Masken: «Im Namen der Besetzer GmbH danken wir dir Manuela für das deliziöse Stadtbild von Luzern und überreichen dir einen Käse.» (Bild: Roman Hodel (Luzern, 10. Januar 2018))

Aktivisten der Besetzerszene auf der Bühne in der Schüür. Sie tragen Masken: «Im Namen der Besetzer GmbH danken wir dir Manuela für das deliziöse Stadtbild von Luzern und überreichen dir einen Käse.» (Bild: Roman Hodel (Luzern, 10. Januar 2018))

Moderator Samuel Konrad (links) im Gespräch mit FCL-Spieler Marvin Schulz. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 10. Januar 2018))

Moderator Samuel Konrad (links) im Gespräch mit FCL-Spieler Marvin Schulz. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 10. Januar 2018))

Moderator Samuel Konrad, FCL-Spieler Marvin Schulz, eine Gewinnerin aus dem Publikum und Moderator David Roth. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 10. Januar 2018))

Moderator Samuel Konrad, FCL-Spieler Marvin Schulz, eine Gewinnerin aus dem Publikum und Moderator David Roth. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 10. Januar 2018))

Die Moderatoren Samuel Konrad (links) und David Roth (rechts) im Gespräch mit FCL-Spieler Marvin Schulz. (Bild: Roman Hodel (Luzern, 10. Januar 2018))

Die Moderatoren Samuel Konrad (links) und David Roth (rechts) im Gespräch mit FCL-Spieler Marvin Schulz. (Bild: Roman Hodel (Luzern, 10. Januar 2018))

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